Lahr

Der Name Lahr ist fränkischen Ursprungs

Autor: 
Endrik Baublies
Lesezeit 3 Minuten
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27. Februar 2019

Ewald Hall, Vorstand des historischen Vereins Mittelbaden erklärt, wo Flurnamen der Region herkommen. ©Endrik Baublies

Der Name Lahr hat einen fränkischen Ursprung. Ein Vortrag, den die VHS und der historische Verein »Geroldsecker Land« veranstaltet haben, beleuchtete die Zusammenhänge von Flurnamen und der Besiedlung der Region vom 8. Jahrhundert an.

Die Herkunft des Namens Lahr ist deutlich älter, als es die Tiefburg der Geroldsecker ist. Ewald Hall vom Vorstand des historischen Vereins Mittelbaden, stellte am Dienstagabend im Vortragssaal der Volkshochschule (VHS) interessante Zusammenhänge zwischen den erhaltenen Flurnamen in der Region und der wahrscheinlichen Besiedlung im Mittelalter vor.

Der Name Lahr stammt vom Wort »gelári« ab. Das Wort seht in der »Evangelienharmonie« des Otfried von Weißenburg aus der Mitte des 9. Jahrhunderts. Das Epos ist das älteste erhaltene althochdeutsche Ge-dicht, verfasst in einem rheinfränkischen Dialekt. Die Burg Weißenburg liegt im nördlichen Elsass, der Dialekt des Autors stammt eindeutig aus der Südpfalz.

Fränkischer Ursprung

»Gelári« bedeutet demnach Gemach oder Zimmer. Das Wort »lar« als Ergänzung hat also einen fränkischen Ursprung. Einig sind sich die Germanisten, dass das Grundwort »lar« im althochdeutschen – oder vielleicht schon vorher – einfach »Weide« oder »Holz« bedeuten würde.

Im Hanauerland, bei den heutigen Orten Hesselhurst oder Hohnhurst gibt es häufig Flurnamen die »lar« oder »leer« (im Dialekt »läär« gesprochen) hätten. Der Name »Hanauerland« in der Ortenau ist entstanden, weil Franken aus der Region des Mains hier siedelten.

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Die Endung »lar« gebe es in häufig in Hessen, Thüringen, Niedersachsen, in Belgien oder in Nordfrankreich. Hier verwies Hall auf Namen wie Wetzlar (Hessen) oder Goslar (Niedersachsen). Ähnlich verhält es sich mit Flurnamen oder Ortsbezeichnungen, in der nördlichen Ortenau und um Baden-Baden zu finden, die auf »tung« oder »hurst« enden. Diese gibt es am Niederrhein zwischen Köln und Düsseldorf »geballt«.

Die These Halls ist daher, dass Franken ab der Regierungszeit Karls des Großen (768 bis 814) die Gegend des Oberrheins zu besiedelten begannen. Klöster wie das in Schuttern, das erst sicher in der Mitte des 8. Jahrhunderts nachgewiesen ist, waren da eine Art Vorposten. Hall widersprach bei der Gelegenheit der Behauptung, dass das Schutterner Kloster im Jahr 603 gegründet worden sei. Es gebe außer der Legende keine haltbaren Quellen dazu.

Um seine These zu untermauern, verwies der Referent auf typisch alemannische Flurnamen, die beispielsweise auf »ingen« enden würden. Die gebe es hier nur selten. Dinglingen sei so eine Ausnahme, die erste Erwähnung stammt aus dem Jahr 961. Aber Orte wie Emmendingen oder Denzlingen würden, darauf legte Hall Wert. alle im Machtbereich der Zähringer liegen.

Erstmals 1215 erschienen

Der Name Lahr erscheint erstmals 1215, das einen Ritter namens »Heinricus de lare« nennt. Über einen Zusammenhang des Namens mit der späteren Stadt Lahr lieferte der Referent keine Erkenntnisse. Die Tiefburg im Schwemmgebiet der Schutter wurde um 1220 von den Geroldseckern gebaut. Sicher ist, dass da der Stauferkaiser Friedrich II., der 1218 nachweislich in Mahlberg zu Besuch gewesen ist, beteiligt war. 

Hall zeigte erhaltene Bauwerke aus der Zeit in Sizilien und Italien, die eine ähnliche Größe hatten. Seine These, dass hier jemand Großes vorhatte, war nachvollziehbar. Das mächtige Geschlecht der Zähringer, Gründer unter anderem der Stadt Freiburg und das ist belegt, der Stadt Offenburg im Norden Lahrs, waren dem Kaiser wohl ein Dorn im Auge. Das mächtige Kastell der Geroldsecker kann also auch eine Machtdemonstration des Stauferkaiser gegenüber den Zähringern gewesen sein.

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