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Lahr

Deutsch lernen mit Rapmusik in Lahr

Workshop des Diakonischen Werks in Lahr: Junge Leute aus fünf Ländern schreiben einen Song
09. August 2016
&copy Till Neumann

Zwölf junge Leute aus fünf Ländern haben am Wochenende im Schlachthof  einen Rapsong erarbeitet. Acht von ihnen kamen erst vor wenigen Monaten als Flüchtlinge aus Gambia, Nigeria oder Eritrea nach Lahr. Die Rapper Felix und Till Neumann leiteten den Workshop. 

Jennifer, gerade mal 14 Jahre alt und Schülerin aus Lahr, performt souverän mit Yaya aus Gambia, Ike aus Nigeria und Boubacar aus Guinea ihre gerade erst geschriebenen Zeilen. Als einzige Frau und etwa acht Jahre jünger als der Großteil der Teilnehmer, erscheint das erstaunlich. Getreu des Mottos »Together as One« (Zusammen als eins) ziehen beim Rap-Workshop am Samstag in Lahr alle am selben Strang – egal welcher Hautfarbe oder Nationalität. Das wird beim Rappen scheinbar zur Nebensache. 

Die zehn Teilnehmer des Workshops schreiben unter Anleitung der 32-jährigen Rapper und Pädagogen Till und Felix Neumann aus Freiburg und Straßburg Zeilen über Liebe und Hass, über Schwarz oder Weiß. Es geht um Hobbys, den Wunsch nach einem Job, aber auch die Situation in ihrem Heimatland. Alagie aus Gambia etwa rappt über seine Heimatstadt Banjul und die Trauer sie verlassen zu haben. Tesfalem aus Eritrea schreibt Zeilen über seine Familie und den Wunsch anzukommen. 

Gemeinsame Sprache 

Felix Neumann, der parallel zu seiner Musikertätigkeit Mitarbeiter des Jugendmigrationsdiensts (JMD) der Diakonie in Lahr ist und an diesem Tag in beiden Rollen agiert, beschreibt die Zielstellung: »Die Teilnehmer sollen sich im Flow der Musik Dinge von der Seele schreiben, sich gegenseitig kennenlernen und dabei auch Deutsch lernen. Hip-Hop ist unsere gemeinsame Sprache und die beste Motivationsspritze dafür.« 

Als Initiator des Projekts »Together as One – kreative Workshops« bietet er seit März mit seinem Kollegen Angebote für multikulturelle Gruppen an. Zuletzt entwickelte er mit deutschen und syrischen Schülern eine Geocache-Route durch Lahr (wir berichteten).

Mit seinem Zwillingsbruder Till war er als »Zweierpasch« schon in Westafrika, der Ukraine und bei Bundespräsident Joachim Gauck. Im Oktober gehen sie auf Tournee durch Kasachstan. Dabei verbinden die mehrsprachigen Musiker Konzerte mit pädagogischer Arbeit. Ein Ansatz, der auch in der Flüchtlingsintegration Früchte trägt: Vor einigen Jahren veröffentlichten sie mit einem mauretanischen Sänger das Stück »Immigré« – ein kritisches Statement zum harten Schicksal eines afrikanischen Flüchtlings in Europa. 

Ergebnisse im November

Mit den Teilnehmern des Rap-Workshops möchten sie weiterarbeiten. Am 17. November findet die große Abschlussveranstaltung des Projekts im Rahmen der Interkulturellen Wochen der Stadt Lahr im Schlachthof statt. Dort werden die Ergebnisse präsentiert. Auch Rap soll ein Teil davon sein. »Wir haben noch etwas Arbeit vor uns, auch eine Aufnahme im Tonstudio ist geplant«, stellt Till Neumann in Aussicht, »aber genau darum geht’s: Ziele stecken und gemeinsam daran wachsen«.

Autor:
ksk

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