Lahr

Diskussion um neue Kreisstraße als B3-Umfahrung

Autor: 
Karl Kovacs
Lesezeit 3 Minuten
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29. Juli 2020

Grünen-Stadträtin Dorothee Granderath. ©privat

Die Stadt Lahr sichert sich ein Vorkaufsrecht im Gewerbegebiet Langenwinkel. Die Grünen-Stadträtin Dorothee Granderath stieß eine Grundsatzdiskussion über die geplante B3-Umfahrung von Ringsheim bis Lahr an.

Die Stadt möchte auf der sicheren Seite stehen, sollte die vom Landkreis geplante Kreisstraße (K 5344) als Umfahrung der B 3 gebaut werden. Dafür sichert sie sich ein Vorkaufsrecht von Grundstücken entlang der Bahnlinie im Gewerbegebiet Langenwinkel. Im Gremium entspann sich allerdings eine Grundsatzdiskussion über Sinn und Unsinn einer Umfahrung. 

Das Vorkaufsrecht sei wichtig, damit eine Trasse entlang der Bahnlinie realisiert werden könne, so die Verwaltung. Dieses Werkzeug diene der Stadt dazu, das Heft des Handelns in der Hand zu behalten, so Oberbürgermeister Markus Ibert. Denn: Sollte die von Lahr und Kippenheim kürzlich vorgeschlagene Trassenvariante  umgesetzt werden, sei es leichter, wenn die Stadt die Grundstücke erwerben könne. 

Gegenwind erfahren

Wie berichtet, hatten OB Ibert und Kippenheims Rathauschef Matthias Gutbrod Anfang Juli die Variante „Zwei plus“ vorgestellt. Diese soll näher an den Bahngleisen verlaufen. Der Kompromissvorschlag wurde erarbeitet, weil es besonders aus Langenwinkel und Kippenheimweiler Gegenwind für die ursprüngliche Trasse, die vom Landratsamt vorgeschlagen worden war, gab. Mit dem Vorschlag Iberts und Gutbrods dagegen können die Lahrer Stadtteile leben. Die beiden Rathauschefs möchten, dass der Kreis ihre Variante „eingehend prüft“. Einigkeit herrschte im Ratsrund darüber, dass sich die Stadt das Vorkaufsrecht sichern sollte. Annerose Deusch (FW): „Das ermöglicht der Stadt, Einfluss zu nehmen.“ 

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Dorothee Granderath sah das zwar auch so. Die Grünen-Stadträtin stieß aber eine Grundsatzdiskussion über die geplante Umfahrung der B 3 von Ringsheim bis Lahr an. Sie bemängelte zunächst, dass „das Projekt noch nie in einem Gremium der Stadt Lahr vorgestellt“ worden sei. Zudem müssten die zu erwartenden Auswirkungen der neuen Kreisstraße auf die gesamte Region geprüft werden. Daneben stellte sie die vor allem von Kippenheim erwartete Reduzierung des Durchgangsverkehrs infrage. 

Zur Erinnerung: Kippenheim fordert die B 3-Umfahrung, weil aktuell täglich durchschnittlich etwa 20.000 Fahrzeuge durch den Ort rollen. Die Gemeinde geht davon aus, dass dort nach Bau der Kreisstraße 6000 Fahrzeuge weniger fahren. Dazu Granderath: „Es wird laut einer Studie lediglich von einer Entlastung von 3000 Fahrzeugen ausgegangen. Nur mit flankierenden Maßnahmen würde man auf 16 600 Fahrzeuge kommen. Allerdings kann niemand sagen, wie diese Maßnahmen aussehen sollen.“ 

Roland Hirsch (SPD) kritisierte die Verwaltung – im konkreten Fall OB Markus Ibert. „Er hätte die Pläne, die er mit Matthias Gutbrod ausgearbeitet hat, zuerst in die städtischen Gremien bringen müssen.“ Dem OB zur Seite sprang Ilona Rompel (CDU): „Ich gehe davon aus, dass die Verwaltung nach der Sommerpause über das Thema informieren wird.“ Auch Jörg Uffelmann (FDP) sieht keinen Grund zur Besorgnis. „Es ist unsinnig, jetzt schon Position gegen die neue Kreisstraße zu beziehen.“ 

Markus Ibert ergriff ebenfalls das Wort. Die von ihm und Gutbrod vorgestellte Variante sei als Alternativvorschlag gedacht, der geprüft werden soll. „Wir wollen eine klare Diskussionsgrundlage haben. Es wurde nie gesagt, dass dies die endgültige Variante ist.“ Ziel sei es, zu verhindern, dass eine Straße gegen den Willen Lahrs gebaut werde. Er sicherte zu, dass das Thema nach der Sommerpause auf die Tagesordnung des Gemeinderats kommen werde. Voraussichtlich am 29. September wird sich der Umwelt- und Technikausschuss des Kreistags erneut mit der Umgehungsstraße befassen. 

Dass seit Bekanntwerden der Planung der Kreisstraße im Oktober bei weitem nicht alles gut laufe, unterstrich Baubürgermeister Tilman Petters. „Das Verfahren läuft nicht optimal, die Stadt bekommt wenig Infos. Der Landkreis sollte hier seine Hausaufgaben machen.“ 

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