Friesenheim

Diskussionen um Belegung von Grabstätten in Friesenheim

Autor: 
Karsten Bosch
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
13. September 2017
Wege wie der zur Friedhofskapelle (Foto) sollen gepflastert werden. Nicht einig war man sich, wie die »Wiederbelegung von Grabstätten« an diesen Pfaden geregelt wird.

Wege wie der zur Friedhofskapelle (Foto) sollen gepflastert werden. Nicht einig war man sich, wie die »Wiederbelegung von Grabstätten« an diesen Pfaden geregelt wird. ©Karsten Bosch

Der Friedhof von Friesenheim sorgte im Gemeinderat für Diskussionen. Die »Wiederbelegung von Grabstätten« wird zurzeit entlang der Wege abgelehnt.

Ein Friedhof und seine Gräber – das ist kein öffentlicher Raum wie jeder andere. Manche Änderungen sind hier schwieriger umzusetzen. Das gilt auch für den Friesenheimer. Das erfuhren auch Erik Weide und seine Verwaltungsmitarbeiter am Montag im Gemeinderat. Sie hatten unter Verschiedenes den Friedhof, die kurz- bis langfristigen Änderungen dort und die »Wiederbelegung von Grabstätten« auf die Tagesordnung gesetzt. Das aus dem Grund, weil immer wieder von Mitbürgern Fragen zum Thema gestellt werden, das Konzept jedoch schon vor »einem oder zwei Jahren« (Landschaftsarchitekt Mario Kappis aus Sulz, der Planer) im Rat war. Der Bau beginnt in wenigen Tagen.

Kappis startet mit einer wichtigen Änderung: den Wegen. Sie sollen zuerst angegangen werden und vor allem einen barrierefreien Friedhof ermöglichen. Dies gilt auch für den Eingang der Kapelle und ihren Nebengebäuden. Diese Arbeiten sollen übernächste Woche beginnen. Kappis machte deutlich: »Das bringt mindestens bis Weihnachen Einschränkungen für die Besucher auch dem Friedhof mit sich.«

Für das nächste Jahr seien dann Urnenerdgräber geplant. Es soll wie in Oberweier ein geschlossenes Grabfeld geben. Längerfristig soll zudem ein gärtnergepflegtes Grabfeld kommen, auf die östliche Seite soll ein Baumgräberfeld auf der noch freien Fläche geschaffen werden. Kappis: »Das ist im Prinzip wie in einem Bestattungswald.« Bei den Urnenwänden sollen auf die Freifläche Urnensammelgräber.
So weit, so gut.

- Anzeige -

Ordnung hineinbringen

Die Wiederbelegung von Grabstätten sorgte dann jedoch für Diskussionen. »Entlang von gepflasterten Wegen wollen, besser gesagt können wir keine Erdbestattung mehr vornehmen«, sagte Erik Weide. Das habe in letzter Zeit für Unmut gesorgt. Andererseits müsse man auf dem Friedhof »eine gewisse Art an Ordnung bringen«. Es gebe in Friesenheim Familiengräber, was es andernorts nicht gebe. »Das ist auch im Sinne der Kostenersparnis. Es gibt an der Pflastersteinen Setzungen.« Er sehe das Thema als reines Verwaltungshandeln, das im Prinzip nicht in den Gemeinderat getragen werden müsse. Dennoch werde er auf Wunsch diesen Weg gehen. Er gab indes noch einen Hinweis: »Wir dürfen eines nicht vergessen: Wir haben in sieben Fällen die Wiederbelegung abgelehnt. Diese Ungleichbehandlung im Falle einer Rolle rückwärts muss uns klar sein.«

Peter Zimmermann machte klar, dass man zumindest mit den Angehörigen sprechen solle. »Es sind schon Leute auf mich zugekommen deswegen.« Markus Rottler verwies auf andere Beispiele, bei denen die Seitenteile nicht wie in Friesenheim geplant mit Bordsteinen befasst würden, sondern die Gründung mit Armierungseisen gemacht würden. »Dann sackt der Weg nicht mehr ab, höchsten das Grab. Das ist dann Sache der Angehörigen.« Kappis gab zu, das Problem so zu verringern, »bei zwei Metern Grabungstiefe aber nicht ausschließen« zu können. Zudem sei der Rückgang der herkömmlichen Begräbnisse nicht zu leugnen. »Von daher haben wir uns die Frage gestellt, ob wir bei so vielen frei werdenden Flächen noch parallel zu den Wegen bestatten.« Julius Haas und Christian Erb sagten freilich, dass gerade an einem Friedhof Emotionen hängen. Haas: »Wenn die Wünsche da sind, sollte man es auch möglich machen.«

Letztlich verblieb man so, dass das Thema am 9. Oktober in den Rat kommt, Kappis soll bis dahin die Mehrkostern errechnen. Mit der Baufima muss allerdings schnell gesprochen werden, ob sie die Arbeiten anpassen kann.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Lahr

»Blick ins Amtsblatt« Schwanau (12)
vor 19 Minuten
Kurioses und geschichtlich Interessantes findet sich beim »Blick ins Amtsblatt« Schwanau. In der Serie des Lahrer Anzeigers werden die »Schätze« aus den Jahren 1972 bis 2000 ans Licht gebracht – immer samstags. Heute: April und Mai 1974.  
In einer Musterzelle bekommen die Besucher der Landegartenschau in Lahr an diesem Wochenende eine Ahnung davon, wie es sich im Gefängnis lebt.
Lahr
vor 7 Stunden
Ein Knast auf der Landesgartenschau Lahr? An diesem Wochenende schon. Der Treffpunkt Baden-Württemberg zeigt, wie es hinter Gittern zugeht. Und gebastelt wird am Sonntag auch.
Für das neue Piratenschiff hissen am Samstag (oben, von links) Daniela Jägle, Daniela Glanzmann, Albert Künle und Doris Wilhelm die Flagge im Naturbad Sulz.
Lahr/Schwarzwald - Sulz
vor 9 Stunden
Seit nunmehr 25 besteht der Verein Naturbad Sulz. Am Samstag feiert er seinen Geburtstag und weiht gleichzeitig das neue Piratenschiff für Kinder ein. Der Lahrer Anzeiger blickt mit der Vorsitzenden Daniela Glanzmann auf die nicht immer einfache Vereins- und Badgeschichte.
Lahr/Schwarzwald
vor 13 Stunden
Im evangelischen Kindergarten »Farbklecks« besteht aufgrund steigender Hugsweierer Kinderzahlen Erweiterungsbedarf. Die Maßnahme soll 2019 umgesetzt werden, die Einzelheiten wurden am Mittwoch in der Ratssitzung dargelegt.
Einweihung der sanierten Straße »In der Kruttenau« (von links): Süleyman Deveci, Gero Weindl (beide Ingenieurbüro Fichtner), Martin Buttenmüller, Dieter Boschert (Vogel-Bau), Ortsvorsteher Hans-Jürgen Kopf, Frank Wilhelm (Bauamt), Bürgermeister Erik Weide, Karl Silberer, Brigitte Kopf-Priebe und Pirmin Maus.
Friesenheim - Schuttern
vor 16 Stunden
Die Straßenbauarbeiten im Schutterner Gewerbegebiet »Auf dem Segel« sind (vorerst) beendet. Am Donnerstag wurde über den Abschnitts-Abschluss »In der Kruttenau« informiert. Mehr als 755 000 Euro kostete der Zwischenschritt.
Schwanau - Nonnenweier
vor 22 Stunden
Das Projekt »Mitfahrerbank« zur kleinteiligen besseren Nahverkehrsanbindung im Ortsteil, aber auch darüber hinaus hat der Ortschaftsrat Nonnenweier am Mittwoch vorangebracht. Ab Herbst könnte die praktische Umsetzung erfolgen.
Michael Keller (56) genießt die Ruhe auf dem Gelände.
"Meine Landesgartenschau" (45)
22.06.2018
Von Montag bis Freitag kommt an dieser Stelle immer ein Besucher der Landesgartenschau (LGS) zu Wort. In Folge 45 der Serie des Lahrer Anzeigers »Meine Landesgartenschau« erzählt heute Michael Keller (56) aus Nonnenweier von seinen Beweggründen, die Landesgartenschau zu besuchen:
Lahr
21.06.2018
Glück im Unglück hatten die Bewohner einer Dachgeschosswohnung in Lahr-Sulz. Dort war am Donnerstagabend ein Feuer im Kinderzimmer ausgebrochen. Die anwesende Mutter und ihre beiden Kinder konnten das Gebäude rechtzeitig verlassen.
Gute Zahlen wurden den Mitglieder der Bürger-Energie-Genossenschaft E-Werk Mittelbaden in der Versammlung vorgelegt.
Friesenheim
21.06.2018
Der erfreulich ausgefallene Gewinn lässt die Kassen der Mitglieder Bürger-Energie-Genossenschaft E-Werk Mittelbaden eG klingeln. Die Nachsteuerrendite liegt für 2017 bei 3,7 Prozent für die Einlagen der 1039 Mitglieder. Auch 2018 verspricht gute Zahlen. Als schwierig gestaltet sich die Findung...
Wenn es um die Erklärung von Familiennamen geht, ist Professor Konrad Kunze ganz in seinem Element. Am Mittwoch war er in Schuttern.
Friesenheim - Schuttern
21.06.2018
Warum heiße ich so? Der bekannte Namensforscher Konrad Kunze gab in Schuttern darauf Antworten und beleuchtete auch Familiennamen in der Großgemeinde. 
Lahr/Schwarzwald
21.06.2018
Der Bebauungfsplan »Altenberg, erste Änderung« hat erwartungsgemäß stärkere Auswirkungen auf die künftigen Hausbesitzer als anderswo. Der Technische Ausschuss nahm ihn am Mittwoch zur Kenntnis.
Meißenheim - Kürzell
21.06.2018
In diesem Jahr gibt es in Kürzell keinen Senderstorch. Der aktuelle Nachwuchs Anando, Anda und Anella wurde jetzt beringt. Mit dem Steiger ging es nach oben, der Ausstieg ist mittlerweile zu riskant.