Lahr

DKMS im Einsatz für Leukämiekranke in Lahr

Autor: 
Jacqueline Meier
Lesezeit 2 Minuten
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15. Mai 2017

Sarah Zoth (links) und Selina Bernarding (vorne rechts) von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) informierten Michelle Lavoie über die Knochenmarkspende in den Räumen der Hauswirtschaftlichen Schulen. ©Jacqueline Meier

Jährlich erkranken rund 12 000 Menschen an Leukämie. Für gut 90 Prozent werden mittlerweile Stammzellspender gefunden. Zu verdanken ist dies den unermüdlichen Helfern der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei). Am Donnerstag machten sie in Lahr Halt.

Alle 15 Minuten erhält ein Mensch in Deutschland die niederschmetternde Diagnose Blutkrebs. Viele Patienten sind Kinder und Jugendliche, deren einzige Chance auf Heilung eine Stammzellspende ist. Doch jeder siebte Patient findet keinen Spender. Die Helfer der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) reisen für sogenannte Typisierungsaktionen durch ganz Deutschland. Am Donnerstag fand eine solche Typisierung in den Hauswirtschaftlichen Schulen im Mauerfeld statt. 

Junge Menschen versammelten sich in den Gängen: Sie alle wollten sich für die Knochenmarkspenderdatei registrieren lassen. 105 waren es am Ende, die zugelassen wurden. Eine Vorgabe hat ein paar Schüler daran gehindert, sich aufnehmen zu lassen. »Registrierungen gehen erst ab dem 17. Geburtstag und auch nur bis zum 56.«, erklärte Selina Bernarding von der DKMS. »Deshalb mussten wir einige Schüler wegschicken.« 

Aber, so die Mitarbeiterin der Knochenmarkspenderdatei, die Schüler haben die Möglichkeit, die Speichelprobe nach ihrem Geburtstag von zuhause aus abzuschicken. Dafür müssen sie nicht an einer Typisierungsaktion teilnehmen. 
So war es auch Gülistan Kizmaz ergangen, als sie an der ersten Aktion der Schule vor zwei Jahren teilnehmen wollte. »Ich war damals erkältet und durfte keine Speichelprobe abgeben«, erinnert sie sich. Das Wattestäbchen habe sie dann zwei Wochen später weggeschickt. 

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Dass sie als Spenderin für ein kleines Mädchen im Iran infrage kommen würde, hätte sie nicht erwartet. Bereits wenige Wochen später bekam sie Post und ließ sich Knochenmark aus dem Beckenkamm entnehmen. 

Schülern Angst nehmen
Um Schülern die Angst zu nehmen, berichtete sie über ihre Erfahrungen. Mit Erfolg. »Es waren doch einige, die erst nicht wollten, danach aber doch zur Registrierung gegangen sind«, berichtete Schulleiterin Rosalinde Hunn-Zimny am Nachmittag auf Nachfrage unserer Zeitung. 

Die Schulleitung hatte sich für die Speichelprobe entschieden und damit die Hemmschwelle niedrig angesetzt. Die zweite Möglichkeit wäre die Blutentnahme gewesen, um sich in die Datei aufnehmen zu lassen. 
Die Trefferquote liegt durchschnittlich bei einem Prozent. Sprich: Einer von hundert passt auf einen Patienten, der gerade auf eine Knochenmarkspende wartet. 

Dass von 115 Schülern gleich zwei als Spender infrage kommen, wie es im vergangenen Jahr in den Hauswirtschaftlichen Schulen der Fall war, sei äußerst selten, so Bernarding.

Stichwort

Fakten und Zahlen zur DKMS

Die Deutsche Knochenspenderdatei (DKMS) wurde 1981 gegründet und ist mittlerweile außer in Deutschland auch in den USA, Spanien, Polen und dem Vereinigten Königreich aktiv. 
In Lahr sind aktuell 2 166 Menschen registriert, von denen 26 bereits einem Menschen die Chance auf Überleben spenden konnten. Täglich spenden 19 DKMS-Spender Stammzellen für Patienten weltweit, im Jahr 2017 waren es weltweit 1 792 DKMS –Spender, die Stammzellen gespendet haben. 
Weltweit sind mehr als sieben Millionen Menschen in der DKMS registriert, in Deutschland sind es rund fünf Millionen. 

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