Friesenheim - Oberschopfheim

Ehepaar Hircin aus Oberschopfheim feiert goldene Hochzeit

Autor: 
Frank Hansmann
Lesezeit 3 Minuten
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20. März 2019

Das Ehepaar Hircin feiert in Oberschopfheim heute seine ­goldene Hochzeit. ©Frank Hansmann

In vielerlei Hinsicht könnten die Unterschiede kaum größer sein. Am 20. März vor 50 Jahren haben die Eheleute Hatice und Ibrahim Hircin in der türkischen Hauptstadt Ankara geheiratet. Die goldene Hochzeit feiern sie heute im beschaulichen Oberschopfheim. In Zahlen ausgedrückt: 3000 anstatt fünfeinhalb Millionen Einwohner im Wohnort. 

Im Gespräch mit dem Lahrer Anzeiger zeigten sich die Jubilare durchaus weltoffen mit Blick auf die kulturellen und religiösen Unterschiede zwischen ihren Wurzeln und der Wahlheimat. Kaum Unterschiede zeigt im Prinzip ihr gemeinsamer Lebensweg auf. Diesen haben sie immer selbst bestimmen können.

Begegnung in Ankara

Es war Zufall, so die beiden, dass sie sich in Ankara kennenlernten. Den heute 73-jährigen Ibrahim zog es vor über 50 Jahren der Arbeit wegen aus dem 300 Kilometer entfernten Kayseri in die Hauptstadt, wo er als Maurer eine Anstellung fand. Schon bald kreuzten sich seine Wege beim Spaziergang mit denen der drei Jahre jüngeren Hatice.

Ein halbes Jahr später legten die beiden im Standesamt von Ankara den Grundstein für das nun vollendete halbe Jahrhundert in einer glücklichen Ehe. Nach moslemischem Brauch hatte es zuvor ein Gespräch mit dem Imam gegeben. 

Schon ein Jahr später ergab sich für die Jungvermählten eine Trennung auf Zeit. Ibrahims Cousin war es, der ihm eine Gastarbeiter-Anstellung in Deutschland schmackhaft gemacht hatte. Seine Kenntnisse als Maurer waren hier gefragt. In Offenburg fand er bei der damaligen Baufirma Harter sofort eine Anstellung. Es folgten weitere Tätigkeiten im Baugewerbe bis zum Eintritt in das Rentenalter. 

Ein Jahr nach ihm siedelte auch Ehefrau Hatice über. In Niederschopfheim fühlten sie sich über 27 Jahre heimisch. Hatice fand dort ebenfalls eine Anstellung in der Steppdeckenfabrik. 

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Mit einem weinenden und einem lachenden Auge zog es das Ehepaar Hircin dann 1995 ins benachbarte Oberschopfheim. Der Kauf eines Eigenheims war der Grund dafür. Mehr Arbeit als vermutet verbarg sich jedoch hinter der Renovierung des alten Bauernhauses, erzählt Ibrahim rückblickend. 

Die türkische Heimat sehen die beiden heute im Gespräch mit dem Lahrer Anzeiger als gern bereistes Urlaubsdomizil. Ihren Lebensabend möchten sie jedoch hier verbringen. Schließlich leben die beiden Söhne mit ihren Familien ebenfalls in der Ortenau. Ihr dritter Sohn war bereits wenige Wochen nach der Geburt verstorben.

Fünf Enkel, ein Urenkel

Besondere Freude bereiten dem Jubelpaar heute die fünf Enkel und ein Urenkel. Den Schritt, nach Deutschland überzusiedeln, haben beide nie bereut. Die anfangs geplante Rückkehr in die Türkei verlor mit den Jahren an Bedeutung. Und eines wissen sie beide: Wesentlich trug zu ihrer Integration das Erlernen der deutschen Sprache bei. »Wir haben auf der Arbeit und im Gespräch mit den Nachbarn Deutsch gelernt«, sagt Hatice.

»Es gab manchmal Meinungsverschiedenheiten. Wir haben aber immer alles gemeinsam gemeistert«, so lautet das von Ibrahim formulierte Rezept der beiden für ein erfolgreiches gemeinsames Halbjahrhundert.

Für das Wochenende nach dem Jubeltag planen die beiden ein Familienessen in einem türkischen Lokal. Im Mai zieht es sie dann wieder einmal für ein paar Wochen zum Urlaub in die Heimat.

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