Meißenheim

Ein mutmachender Start in den Advent

Juliana Eiland-Jung
Lesezeit 3 Minuten
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29. November 2022

Beim Adventskonzert musizierten Kirchenchor und Kammerorchester gemeinsam. ©Foto: Heidi Fössel

Bei der Adventsmusik in der evangelischen Kirche Meißenheim mit dem Kirchenchor gemeinsam mit Projektsängern und dem Kammerorchester kommt Weihnachtsstimmung auf.

Erster Advent – und schon geht’s los mit Adventsmusiken aller Orten. Doch ärgern muss man sich nicht darüber, sondern einfach freuen, dass all das wieder möglich ist. Zum Beispiel in der evangelischen Kirche in Meißenheim, in der am Sonntagabend der Kirchenchor zusammen mit Projektsängerinnen und -sängern, Kammerorchester, Kantor Frank Spengler und Sopranistin Marion Matter unter der Gesamtleitung von Kantorin Susanne Moßmann konzertierten. 

Gemeindepfarrer Heinz Adler thematisierte angesichts des Weihnachtslieds „Es wird nicht immer dunkel sein“ die Frage, ob sich nun schon die Kirchen dem allgemeinen Trend der Vermischung von Advent und Weihnachten anpassten. Doch das auf die Melodie des englischen „God rest ye Merry Gentlemen“ von Manfred Siebald getextete Lied ist von grundsätzlicher Freude über das Entgegen-Kommen Christi geprägt. Hier wie auch bei einigen „echten“ Adventsliedern wie dem Paul-Gerhard-Lied „Wie soll ich dich empfangen“, durften die Besucher der Adventsmusik mitsingen – und taten es gern und sangesfreudig. 

Besucher durften mitsingen

Abwechselnd mit dem Chor, der von Susanne Moßmann motivierend und präzise geleitet wurde, erklang auch „O Heiland, reiß die Himmel auf“, das Frank Spengler an der Silbermann-Orgel mit einem echten „Reißer“ eingeleitet hatte. Das von Thomas Riegler komponierte Orgelvorspiel ist eine jazzige Bearbeitung des (mindestens) auf Anfang des 17. Jahrhunderts zurückgehenden Chorals. Dass eine Silbermann-Orgel aus dem Jahr 1766 swingen kann, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Dass sie dabei fast wie eine Hammond-Orgel klingen kann, war aber dann doch eine echte Überraschung. 

Silbermann-Orgel aus dem Jahr 1766

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Eröffnet wurde das Konzert sehr passend mit der Kantate „Machet die Tore weit“ von Georg Philipp Thelemann, gesungen vom Kirchenchor, der auch die rhythmischen Klippen dieses Werks hervorragend meisterte. Ebenso gelungen die Interpretation von Wolfgang Briegels „Stimmet Hosianna an“. Marion Matter brillierte als Solistin mit der Bach-Arie „Bereite dir, Jesu, die Bahn“ und mit Mozarts „Benedictus“ aus der Missa Brevis. Matters klarer Sopran und ihre gefühlvolle Interpretation beider Stücke sorgten erst für atemlose Stille in der Kirche – und dann für begeisterten Zwischenapplaus. 

Zum Erfolg des Konzerts trug maßgeblich das achtköpfige Streichorchester bei, das sich sowohl in Trio-Besetzung der Solistin zur Seite stellte, wie auch als Ganzes den Chor und Gemeindegesang begleitete. 

Schlusschor bildet feierlichen Ausklang

Am Ende ist es dann doch schon fast Weihnachten geworden. Der Schlusschor aus Camille Saint-Saëns Weihnachtsoratorium, das „Tollite hostias“, bildete den festlich-feierlichen Ausklang. Wörtlich übersetzt heißt der Titel: „Bringt Opfergaben“, was ganz gut zur Bitte von Pfarrer Adler passte. 

Er bat die Besucher, für zwei gute Zwecke zu spenden: Zum einen für das evangelische Hilfswerk „Brot für die Welt“, und zum anderen für die anstehende Sanierung der Silbermann-Orgel. Zuerst allerdings spendeten die zahlreich erschienenen Besucher reichlich Applaus für diese rundum gelungene Adventsmusik.

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