Lahr

Wuchshüllen aus Holz – Eine nachhaltige Alternative

Autor: 
Annika Sindlinger
Lesezeit 3 Minuten
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22. Juni 2021
Lahrs Revierförster Holger Rappenecker stört sich schon lange daran, wenn immer noch mehr Plastik in den Wald kommt. Derzeit testet er Wuchshüllen aus Holz an eintausend Laubbäumen.

Lahrs Revierförster Holger Rappenecker stört sich schon lange daran, wenn immer noch mehr Plastik in den Wald kommt. Derzeit testet er Wuchshüllen aus Holz an eintausend Laubbäumen. ©Iris Rothe

Im Lahrer Stadtwald werden derzeit Wuchshüllen aus Holz getestet als Ersatz für bislang verwendete Kunststoffhüllen. Förster Holger Rappenecker berichtet über seine Erfahrungen.

Seit vielen Jahren kommen Wuchshüllen aus Kunststoff im Forst zum Einsatz. Sie sollen vor Wildverbiss oder die Konkurrenz durch andere Pflanzen schützen und dafür sorgen, dass der junge Baum besser anwächst. Schon lange störte es aber Lahrs Revierförster Holger Rappenecker, dass so noch mehr Kunststoff in die Natur kommt. Er machte sich daher auf die Suche nach einer nachhaltigeren Lösung und fand sie in Bayern: Wuchshüllen aus Birkenfurnier statt Plastik. Im Umweltausschuss berichtete der Förster von den ersten Erfahrungen.

Biologisch abbaubar

Anders als die bislang verwendeten Wuchshüllen ist die nachhaltige Variante komplett biologisch abbaubar. So entstehen keine Kosten und kein Arbeitsaufwand für die Entsorgung. Sie kann im Wald bleiben, bis sie verrottet ist, und muss nicht wieder eingesammelt werden. Wuchshüllen verbleiben zwölf bis 15 Jahre an einem Baum. Im Lahrer Stadtwald kommen sie überwiegend an Laubgehölzen zum Einsatz. Ein weiterer Nachteil der Kunststoffhüllen ist, dass sich davon immer wieder Partikel lösen. Dazu kommt es, wenn zum Beispiel die Fläche drumherum mit dem Freischneider bearbeitet wird, oder auch, wenn die Wuchshüllen wieder entfernt werden. „Die Natur ist schon genug verschmutzt, da müssen wir nicht auch noch aktiv Plastik einbringen“, sagte Rappenecker.

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Verwendetes Holz kommt aus Deutschland

Die leichte Wuchshülle ist aus Holz und Baumwolle. Die Fichtenfurnierstreifen werden kreuzweise mit einem lebensmitteltauglichen Leim verpresst und erhalten dadurch Stabilität. Optional kann ein Baumwollvlies miteingepresst werden. Die Wuchshülle wird als Matte ausgeliefert und vor Ort im Wald eingerollt. Die Furnierstreifen greifen beim Einrollen ineinander, wodurch die gerollte Matte eine stabile runde Form annimmt. Zusätzlich wird sie mit einem Holzkabelbinder oben fixiert. Das verwendete Holz kommt aus Deutschland. Die innovative Entdeckung stammt von Franz Eschelbeck aus Prien am Chiemsee, einem gelernten Schreinermeister. Er hat für seine Idee ein Patent angemeldet. Rappenecker überzeugte das Konzept. Daher bestellte er 1000 Exemplare, um sie im Lahrer Stadtwald zu testen. „Bislang sind die Erfahrungen sehr gut“, erzählte er im Ausschuss. Rappenecker sagte außerdem, er stehe in ständigem Austausch mit Eschelbeck, um das Produkt zu verbessern. „Die Montage muss zum Beispiel noch leichter werden“, sagte Rappenecker.

Viel Müll im Wald

Preislich unterscheiden sich die beiden Varianten um rund 1,50 Euro. Der Entwickler sei außerdem gerade dabei, seine Produktion zu erweitern und zu professionalisieren, sodass die Wuchshüllen aus Holz noch einmal um rund 40 Cent günstiger werden könnten. Derzeit kosten sie pro Stück 2,70 Euro. Rappeneckers nachhaltige Alternative traf im Umweltausschuss auf breite Zustimmung. „Ich bin begeistert. Toll, dass sie sich Gedanken gemacht und eine Alternative gefunden haben“, sagte beispielsweise Stadtrat Sven Haller (AfD). Harald Günther (CDU) gefiel die Idee ebenfalls. Er merkte jedoch an, dass auch für die Wassersäcke an jungen Bäumen im Stadtgebiet eine Alternative gefunden werden müsse: „Die lösen sich auf und das Plastik liegt dann rum.“
Generell habe er beobachtet, dass im Wald viel Müll herumliege, sagte auch Kurt Hockenjos. Da sei es umso besser, bei den Wuchshüllen auf Alternativen zu setzen und so weiteren Abfall zu vermeiden.

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