Schwanau

Erdaushub-Deponie Ottenheim kann erweitert werden

Autor: 
Thorsten Mühl
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
12. Juni 2018
Verknüpfte Artikel ansehen
Unterzeichneten gestern den Vertrag zur Erdaushubdeponie in Ottenheim (von links): Jutta Gnädig (Ortenaukreis) und Bürgermeister Wolfgang Brucker.

Unterzeichneten gestern den Vertrag zur Erdaushubdeponie in Ottenheim (von links): Jutta Gnädig (Ortenaukreis) und Bürgermeister Wolfgang Brucker. ©Thorsten Mühl

Die Planungen zur Erweiterung der Ottenheimer Erdaushubdeponie im Gewann »Schönau« können starten. Eine Vereinbarung wurde am Dienstag zwischen Ortenaukreis und Gemeinde Schwanau geschlossen.

Gute Laune herrschte am Dienstag beim Pressetermin im Schwanauer Rathaus. Mit der Vereinbarung zwischen Landratsamt Ortenaukreis und der Gemeinde kann die Planung zur Erweiterung der seit 1995 bestehenden Erdaushubdeponie im Ottenheimer Gewann »Schönau« aufgenommen werden. Der Vorbereitungsprozess verlief allerdings durchaus kurvenreich, wie die Beteiligten einräumten. »Was zählt, ist letztlich das Ergebnis, was aus unserer Sicht ein gutes ist. Und objektiv betrachtet, werden gerade jene Bürger zufrieden sein, die von der Erweiterung profitieren«, so Bürgermeister Wolfgang Brucker. 

Das wird nicht zuletzt die Gemeinde sein, denn vereinbart wurde ein Nutzungsentgelt von 0,92 Euro pro Kubikmeter Erdaushubs. Dieses orientiert sich erstmals an der Menge angelieferten Materials, so dass die Vereinbarung laut Brucker so etwas wie »Pilotcharakter« besitze. Hauptamtsleiter Michael Fertig zeigte Verständnis für die Kritik aus Öffentlichkeit und politischen Gremien: »Es war klar, dass hier mit einem gewissen Maß an Skepsis reagiert werden würde.«. Dem war tatsächlich so. Zur Erinnerung: Anfang März hatte sich der Ottenheimer Ortschaftsrat bei einem 3:3-Stimmenpatt gegen die Erweiterung ausgesprochen. Und auch die Debatte im Gemeinderat verlief kontrovers. Die Erweiterung wurde letztlich mit einer hauchdünnen 9:8-Mehrheit beschlossen.

Jutta Gnädig, Dezernentin für Abfallwirtschaft im Landratsamt, erläuterte die Verpflichtung des Kreises zur Entsorgung von Erdaushub: »Die 14 Deponien stellten in der Vergangenheit eine Entsorgungssicherheit auf zehn Jahre sicher. Das hat sich – unter anderem bedingt durch die enorm angestiegene Bautätigkeit im vergangenen Jahrzehnt – deutlich verringert. Heute verfügen wir noch über eine Sicherheit auf etwa zweieinhalb Jahre, daher sind die Erweiterungen von Deponien so wie in Schwanau überaus wichtig.« Zwei Zahlen dazu: Im vergangenen Jahrzehnt stieg in der Ortenau die Jahresmenge an Erdaushub von 220 000 auf 460 000 Kubikmeter. 

- Anzeige -

Besser vor Ort

Martin Roll (Geschäftsführer Eigenbetrieb Abfallwirtschaft) wiederholte nochmals, was er bereits in den März-Sitzungen zum Ausdruck gebracht hatte. Prinzipiell wäre es besser, wenn Erdaushub direkt vor Ort, beispielsweise in Neubaugebieten, verarbeitet werden könne. Von Gesetzgeber-Seite her seien Änderungen angedacht. »Von einer Verabschiedung sind wir noch weit entfernt«, so Roll.

Nach den Unterschriften Bruckers und Gnädigs gingen die Verantwortlichen noch auf die weitere Zeitschiene ein. »Wir haben zu Wochenbeginn den Ingenieursvertrag abgeschlossen, damit kann die weitere Planung beginnen. Ottenheim verfügt über ein Restvolumen von etwa 40 000 Kubikmetern. Wir gehen, was die Erweiterung und das behördliche Genehmigungsverfahren betrifft, von einem Zeitraum zwischen anderthalb und zwei Jahren aus«, schätzte Roll. Die Gemeinde werde mit dem Landratsamt in Kontakt bleiben, gemeinsam solle das weitere Vorgehen abgestimmt werden, ergänzte Brucker.

Info

Deponie in Zahlen

Die 3,9 Hektar große Erdaushubdeponie »Schönau« soll in Nordwest-Richtung um 3,1 Hektar erweitert werden. Beim Volumen könnten um rund fünf auf 25 Meter bis zu 400 000 Kubikmeter aufgesattelt werden. Bei einer Böschungsneigung von 1:3 sind Trassenwege in rund zehn Metern Höhe geplant. Diskutiert werden soll noch, ob der Verbindungsweg aus Richtung L 104 erhalten oder neu angelegt wird.

Mehr zum Thema

Weitere Artikel aus der Kategorie: Lahr

Dieses Schild stand am Donnerstag noch beim Fachmarktzentrum in Mietersheim.
Lahr/Schwarzwald - Mietersheim
vor 22 Minuten
Wer zu lange im Fachmarktzentrum Mietersheim parkt, muss zahlen – immer noch. Ein großes Schild hatte darauf hingewiesen, dass diese Einschränkung während der Landesgartenschau gilt. Doch nun überwacht eine Stuttgarter Firma immer noch die Parksituation.
Amtsgericht Lahr
vor 2 Stunden
Eine teure Geste leistete sich ein 62-jähriger Mann aus einer Breisgau-Gemeinde. Die Folge: Er landete vor Gericht. Am Mittwoch war die Verhandlung in Lahr. Der mehrfach Vorbestrafte habe seit Jahren kein gutes Verhältnis zur Polizei und wurde nach einem Vorfall wegen Beleidigung angeklagt.
Friesenheim
vor 5 Stunden
Am Donnerstag konnte Friesenheims Bürgermeister anlässlich »40 Jahre Römersiedlung«, einen Dianastein als Geburtstagsgeschenk »auspacken«. Die Anlage wurde zuvor herausgeputzt und hat nun auch neue Infotafeln.  
Eine Ausstellung zur Chrysanthema gibt es derzeit im Stiftsschaffneikeller. Angehende Grafik-Designer haben sich mit dem diesjährigen Motto »wächst. lebt. bewegt« auseinandergesetzt.
Lahr/Schwarzwald
vor 8 Stunden
Künstlerisch ins Visier genommen haben angehende Grafikdesigner die Chrysanthema. Was dabei herausgekommen ist, können Interessierte bis zum Ende der Blumenschau im Stiftsschaffneikeller in Augenschein nehmen.
Diebe noch unbekannt
vor 8 Stunden
Im Raum Lahr ist am Mittwochabend in sieben Wohnungen eingebrochen worden. Die noch unbekannten Diebe sollen jeweils durch ein aufgehebeltes Fenster in die Wohnungen eingedrungen sein und dort Bargeld und Wertgegenstände geklaut haben. 
Friesenheim - Heiligenzell
vor 11 Stunden
Die Faszination Chorgesang bekommt in Heiligenzell eine neue Plattform. Der katholische Kirchenchor Herz Jesu lädt am Sonntag zum ersten Liederfestival ins Josefshaus ein.  
Oktoberfest in Schuttern.
Nachgefragt
vor 14 Stunden
Oktoberfeste sind auch dieses Jahr in der Region gut besucht. Menschen in Trachten strömen in Hallen und Zelte, um Bier aus dem Maß und einen »Haxn« bei Volksmusik zu genießen. Während die einen Spaß haben, arbeiten die anderen hart dafür. Lohnt sich das? Wir sprachen mit zwei Veranstaltern.
Der neue Fördervereins-Vorstand (von links) mit Rita Busch, Gerda Herr, Isolde Stengg, Martin Ziegler, Katja Adam, Simone Lässle, Gerda Baumann und Petra Sattler.
Schwanau - Wittenweier
vor 23 Stunden
Nachdem der Fortbestand des Wittenweierer Fördervereins Heimatpflege vor Jahresfrist noch mit Fragezeichen versehen war, hat sich der Vorstand in der Hauptversammlung am Mittwochabend in großen Teilen neu zusammengefunden und verjüngt.
Die Grippe-Zeit steht vor der Tür – jetzt Vorbeugen durch Impfen, raten Ärzte.
Lahr/Schwarzwald
18.10.2018
Wird es kälter, drohen wieder mehr Erkältungen und Grippe-Erkrankungen. Doch neuerdings bezahlen die Krankenkassen einen teravalenten Impfstoff. Die Lahrer Allgemeinmediziner Volker Sarrasch und Klaus Litter sowie Krankenhaus-Hygieniker Andreas Schröder erklärten dem Lahrer Anzeiger den Wert dieser...
Meißenheim - Kürzell
18.10.2018
Aktuell, bis zum Februar 2019, sind 24 der Werke von Hans-Jürgen Erb im historischen Rathaus von Grevenbroich zu sehen. Am Sonntag, 28. Oktober, zeigt er gemeinsam mit zwei weiteren Künstlern im Sonensaal im Gasthaus »Sonne« eine Ausstellung.  
Franz Alt zeigte, dass er mitreißend über tiefgründige Themen reden kann.
Lahr/Schwarzwald
18.10.2018
Franz Alt ist Historiker, Journalist und hat dazu Theologie studiert. Daher spannte der 80-jährige beim Vortrag im Haus zum Pflug einen weiten Bogen – vom See Genezareth zur Zeit des römischen Kaisers Tiberius und der Bergpredigt bis in die Zukunft einige Generationen später. 
Ortsvorsteher Michael Jäckle (links) und der Neffe des verstorbenen Pfarrers Schwab, Robert Springmann, bei der Enthüllung des Straßenschild am Dienstag.
Friesenheim - Oberschopfheim
18.10.2018
Oberschopfheim hat nun einen Pfarrer-Schwab-Weg. Damit wird der frühere Ortsgeistliche und Wohltäter Berthold Schwab gewürdigt, der von 1974 bis 1992 in der Gemeinde seelsorgerisch wirkte. Am Dienstag wurde das Straßenschild im Neubaugebiet »Auf der Mühl« enthüllt.