Am Sonntag eröffnet

Erste Ausstellung im Haus der Begegnung in Lahr eröffnet

Autor: 
Endrik Baublies
Lesezeit 2 Minuten
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18. September 2019

Im Begegnungshaus gibt es bis zum 3. November eine Ausstellung über das Leben der frühen Bauern. ©Endrik Baublies

Wie haben die ersten Bauern am Oberrhein gelebt? Die erste Ausstellung im Begegnungshaus neben dem römischen Streifenhaus ist am Sonntag eröffnet worden. »Vom Korn der frühen Jahre« bietet einen Streifzug durch rund 7000 Jahre Ackerbau.

»Vom Korn der frühen Jahre« heißt die erste Ausstellung im Begegnungshaus, die am Sonntag eröffnet wurde. Bürgermeister Guido Schöneboom freute sich, dass der Verputz am Streifenhaus jetzt angebracht ist. Das Gebäude, das den Wohn- und Arbeitsunterkünften der gallo-römischen Siedlung aus dem zweiten Jahrhundert nachempfunden ist, strahlt jetzt tatsächlich in einem blendenden Weiß. Einen Wunsch hatte Schöneboom: »Die Anlage soll weiß bleiben.«

Manfred Rösch hat die Ausstellung konzipiert. Der ehemalige Leiter des Labors für Archäobotanik stellte den Besuchern bei der Vernissage vor, was man heute über die ersten mühsamen Versuche beim Ackerbau weiß. Unter den Gästen am Sonntag waren auch viele Lahrer »Gärtner« des archäobotanischen Gartens, der sich hinter dem Streifenhaus befindet. Rösch erklärte, wie man am Beginn dieser revolutionären Wandlung der damaligen Lebensform am Oberrhein und im Schwarzwald mit der »Feld-Wald-Wirtschaft« eine extensive, aber auch ertragreiche Nahrungsmittelproduktion aufbaute. 

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Böden benötigten Humus

Dass die ersten Bauern gute Erträge ernteten, ist eine ganz neue Erkenntnis. Sie lernten, dass die Brandrodung des Waldes für einige, gute Ernten sorgte. Sie mussten aber auch begreifen, dass die Böden bald – ohne Düngung – wieder Humus des Waldes benötigten, damit später neue ertragreiche Ernten eingefahren werden konnten. Es entstand ein Wechsel: Rodung, Ackerbau, Brache und Nachwachsen des Waldes, der dann wieder gerodet wurde. So hatten die frühen Bauern mit einer extensiven Landwirtschaft – also entsprechendem Landschaftsverbrauch – ordentliche Erträge. Sie waren, so Rösch, sogar nach heutigen Maßstäben gut, entsprechende Böden vorausgesetzt. Der Lößboden im Oberrheingraben gehört bis heute zu den sehr guten Böden. Aber selbst bei kargen Böden in den Ausläufern des Schwarzwaldes waren die Erträge der Wald-Feldwirtschaft noch ordentlich.

Die Ausstellung bietet auf Tafeln mit kurzen Texten, Grafiken und Funden einen Überblick über die sogenannte neolithische Revolution. Vor mehr als 10 000 Jahren begannen Menschen ihre Lebensweise komplett umzustellen. 
Die Jäger und Sammler wurden am Ende der bisher letzten Eiszeit in einem langen Prozess zu Ackerbauern und Viehzüchtern. Im Haus der Begegnung geht es vor allem um diesen Wandel in Mitteleuropa, der erst vor etwa 7000 Jahren begann. Gezeigt werden alle Epochen: von der Jungsteinzeit bis zur Gegenwart.

Info

Die Ausstellung

Die Ausstellung »Vom Korn der frühen Jahre – 7000 Jahre Ackerbau und Kulturlandschaft« ist im Haus der Begegnung am Eingang des Bürgerparks neben dem Streifenhaus zu sehen. Gezeigt werden die Texte, Grafiken und Fundstücke bis zum 3. November, immer sonntags von 14 bis 17 Uhr. Besichtigungen können auch außerhalb der Öffnungszeiten vereinbart werden: E-Mail an museum@lahr.de.

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