Friesenheim

Evangelisch-Oberrheinisches Kirchenkabarett in Friesenheim

Autor: 
Wolfgang Schätzle
Lesezeit 3 Minuten
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13. Februar 2017

Genial-witzige Ideen für vollere Kirchenbänke: die drei Damen vom Evangelisch-Oberrheinischen Kirchenkabarett im evangelischen Gemeindesaal. ©Wolfgang Schätzle

Kirchen-Marketing zum Reformationsjubiläum: Verführerische Schokolade, Predigtkarten und Church-Cards präsentierten in Friesenheim drei Kabarettistinnen aus Kenzingen.

Der Thesenanschlag Martin Luthers markierte 1517 den Auftakt zur Reformation. Dieses Ereignis von weltgeschichtlicher Bedeutung wird in diesem Jahr auf vielfältigste Weise gefeiert. Auch die evangelische Kirchengemeinde Friesenheim setzt zum Reformationsjubiläum ihre Akzente. So auch am Freitag mit einem nicht alltäglichen interaktiven »Workshop« im evangelischen Gemeindesaal. Die Referentinnen: Monika Rudolph, Cornelia Schmidt und Claudia Zoller aus Kenzingen. Sie nennen sich »die drei Damen vom EOK« und gewähren einzigartige Einblicke in das Innenleben der Kirche. Hinter dem vermeintlichen Workshop stand Kirchenkabarett vom Feinsten. 

Vorstellungsrunde als Bluff
Gleich zu Beginn wurden die Besucher mit einer Vorstellungsrunde überrascht, wie sie üblich sind bei Workshops. Doch es war nur ein Bluff: Die rund 60 Besucher konnten sich entspannt zurücklehnen – außer den drei Protagonisten musste an diesem Abend niemand seine »Visitenkarte« preisgeben. 

Das Evangelisch-Oberrheinische Kirchenkabarett (EOK), wie sie sich nennen, präsentierte in Friesenheim seine Visionen, die quasi im Namen stecken. Denn »EOK« steht auch für »Evangelisch Operatives Kirchen-Marketing«. 
Doch bevor das pfiffige Damen-Trio den Besuchern die Visionen zu Ehrenamt, vollen Kirchen und Service für Gemeindemitglieder näherbrachte, galt es, die »Workshop-Teilnehmer« einzuweisen. Cornelia Schmidt meisterte die Aufgabe in der Manier einer Stewardess vor dem Abflug mit Bravour. 

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»Grünes Lorbeerblatt« 
Danach nahmen die Drei mächtig Fahrt auf, wobei die Beiträge immer wieder durch passende Lieder aufgelockert wurden. Die Begleitmusik dazu kam aus einer Drehorgel, gespielt von Monika Rudolph. »Frau Meier, Frau Weber und Frau Schmidt« war eines dieser Lieder. Es geht um Frauen, die nicht Nein sagen können und ehrenamtlich in der Gemeinde ihren Dienst tun. Stellvertretend für alle Meiers, Webers und Schmidts wurden vier Frauen aus dem Publikum auserwählt, die sich überaus stark in der Friesenheimer Gemeinde engagieren: Rosi Kienzler, Uta Klaus, Erika Knese und Martha Fritz erhielten das »grüne Lorbeerblatt an der hölzernen Klammer«.

Ein echter Knüller ihres genial vorgetragenen Marketing-Konzepts waren die sogenannten »Predigtkarten« – passend für alle Themen. Gemeindemitglied Gerd Michaelis durfte auch sogleich testen, ob’s funktioniert. Und so kam es, dass er wohl seine erste und einzige Predigt halten durfte. 

Bonus-System
Claudia Zoller präsentierte noch was Genialeres: »Church-Cards« verschiedenster Kategorien. Spätestens hier war Lachen am Fließband angesagt. Die »Bronzene« beinhaltet drei Gottesdienste. Dies steigerte sich bis zu »Platin« mit 50 Gottesdiensten. Der Clou: Zusätzlich kostenloses W-LAN in der Kirche, Sitzkissen und Decke, ein Wunschlied, wöchentliche Hausbesuche des Pfarrers und andere Vergünstigungen. 
Nicht weniger gut kamen die kleinen Aufmerksamkeiten an. Etwa Schokolade mit der Aufschrift »Christus – die zarteste Erlösung, seit es die Versuchung gibt«. Der Schluss-Lacher gehörte jedoch Pfarrer Rainer Janus: »Als ich die Damen gehört habe, hat mich ein furchtbarer Verdacht beschlichen: Ich habe das Gefühl, die haben nichts anderes als die Wahrheit gesagt.«

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