Lahr

Flüchtlinge sollen dezentral wohnen

Autor: 
Karl Kovacs
Lesezeit 2 Minuten
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31. Januar 2017

Unter anderem diente die Ortenauhalle als Flüchtlingsunterkunft. Nun werden Wohnungen in der Stadt für die Anschlussunterbringung benötigt. ©Archivfoto

Der Gemeinderat hat am Montagabend einstimmig für das Konzept der Stadtverwaltung für die Anschlussunterbringung von Flüchtlingen votiert. Die Unterkünfte für die Asylbewerber sollen möglichst dezentral sein und integrativen Charakter haben. 

Die Stadt ist wie andere Kommunen dazu angehalten, Flüchtlingen nach Ablauf der zweijährigen Frist in der vorläufigen Unterkunft Wohnraum zur Verfügung zu stelle, um Obdachlosigkeit zu vermeiden. Nach aktuellem Stand geht die Verwaltung davon aus, dass sie für die Anschlussunterbringung 15 Wohnungen benötigt. Auf 43 schätzt das Landratsamt die Zahl der Flüchtlingem, die untergebracht werden müssen – also weit weniger als die bis zu 1000 Menschen, die im Rahmen der Erstunterbringung unter anderem in Turnhallen und Containern gewohnt hatten. 

Allerdings ist die genannte Zahl »mit erheblichen Unsicherheiten behaftet«, sp die Stadtverwaltung. Grund: Unter anderem ist der Familiennachzug nicht berücksichtigt. 

Grundsätzlich sieht das Konzept der Verwaltung vor, dass Flüchtlinge selbst eine Wohnung finden. Soweit eine Unterbringung seitens der Stadt erforderlich ist, soll diese bevorzugt in Wohnungen erfolgen. Dafür, sagte Bürgermeister Guido Schöneboom, seien bereits Gespräche mit Wohnungsbauunternehmen geführt worden. Mit den Vermietern will die Stadt auf zwei Jahre befristete Verträge abschließen. Als Mietpreis werde maximal der sozialhilferechtliche Satz bezahlt. Besonders wichtig sei eine dezentrale Unterbringung mit einer ausgewogenen Verteilung im Stadtgebiet und den Stadtteilen.

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Aus den Fraktionen im Gemeinderat gab es durchweg Zustimmung für das Konzept. »Die Stadt übernimmt damit auch nach der Erstuntebringung von Flüchtlingen Verantwortung«, sagte SPD-Stadtrat Rudolf John. Er lobte außerdem das Engagement der freien Träger und der vielen Ehrenamtlichen, unter anderem im Freundeskreis Flüchtlinge. 

Dezentrale Unterbringung ermöglicht Integration

Dem schloss sich Ilona Rompel von der CDU an. Es sei »erfreulich, dass es sich bei 43 Personen eingependelt hat«, sagte sie. Durch die dezentrale Unterbringen werde die Integration der Menschen in Lahr ermöglicht. Das Konzept lobten auch Eberhard Roth (Freie Wähler) und Jörg Uffelmann. Der FDP-Stadtrat betonte aber zudem, dass die Stadt angesichts der chronischen Wohnungsknappheit im sozialen Wohnungbau gefordert sei. Denn: »In Lahr liegen die Mieten schon jetzt wesentlich höher als noch vor einigen Jahren.« In dasselbe Horn stieß Lukas Oßwald (Linke): »Hier muss dringend etwas passieren.«

Dazu teile Schöneboom mit, dass die Stadt noch im ersten Halbjahr mit der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft und weiteren Partnern ein Konzept erarbeiten werde. 

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