Lahr

Freundeskreis Flüchtlinge Lahr mit dem Bürgerpreis ausgezeichnet

Autor: 
Jacqueline Meier
Lesezeit 3 Minuten
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09. Oktober 2015
Der Freundeskreis Flüchtlinge Lahr trug mit seinem gemischten Chor, bestehend aus Flüchtlingen und Lahrern verschiedener Nationalitäten, selbst zum Rahmenprogramm der Bürgerpreis-Verleihung bei. Der Chor sang afrikanische Lieder und das deutsche Volkslied »Die Gedanken sind frei«.

(Bild 1/2) Der Freundeskreis Flüchtlinge Lahr trug mit seinem gemischten Chor, bestehend aus Flüchtlingen und Lahrern verschiedener Nationalitäten, selbst zum Rahmenprogramm der Bürgerpreis-Verleihung bei. Der Chor sang afrikanische Lieder und das deutsche Volkslied »Die Gedanken sind frei«. ©Jacqueline Meier

Eine besondere Anerkennung für ihr ehrenamtliches Engagement erhielten die Mitglieder des Freundeskreises Flüchtlinge Lahr am Donnerstagabend im Pflugsaal. Sie bekamen den Bürgerpreis der Stiftung Bürger für Lahr.

Ehrenamt muss sich lohnen – heißt es immer wieder. Und in Lahr lohnt es sich. Der Freundeskreis Flüchtlinge Lahr, der sich um Asylsuchende kümmert, die in Lahr untergebracht sind, hat bei der Preisverleihung nicht nur einen warmen Händedruck und den Wanderpreis bekommen; Heimfried Furrer, Cosima Lipps und Charlotte Verrel-Bennecke durften im Namen des Freundeskreises Flüchtlinge darüber hinaus 3000 Euro Preisgeld in Empfang nehmen.

Als die Jury zu Beginn des Jahres die Entscheidung fällte, den Preis an den Freundeskreis Flüchtlinge zu vergeben, habe die Welt vor Ort noch ganz anders ausgesehen, sagte Heinz Siebold, zweiter Vorsitzender der Stiftung Bürger für Lahr, bei der Preisverleihung. Damals seien die Zahlen der Flüchtlinge noch nicht so hoch gewesen wie derzeit. In Zeiten von Fremdenfeindlichkeit und Politikern, denen der Wahlkampf wichtiger zu sein scheine, zwischen »Wir schaffen das!« und »Mehr geht nicht!« stehe der Freundeskreis, der sich einer Herausforderung gestellt habe, wie man sie so noch nicht erlebt habe.

Nach der Devise »Jetzt hilft nur noch Helfen«, so Siebold weiter, unterstützten die mittlerweile rund 100 Aktivisten des Freundeskreises Asylsuchende in vielen Bereichen des Alltags, angefangen beim Deutschunterricht bis hin zur Hilfe beim Ausfüllen von Anträgen und Formularen, bei denen auch so mancher Deutsche noch Unterstützung bräuchte. »Es behauptet keiner, dass es einfach ist, Flüchtlinge aufzunehmen; es gibt eine Fülle von Problemen. Wir stehen erst am Anfang, und es gibt keine andere Möglichkeit zu helfen als vor Ort.« Das ehrenamtliche Engagement der Beteiligten bezeichnete Siebold als »selbstlos und in hohem Maße verdienstvoll«. Hier würden die höchsten Werte der Gesellschaft gelebt.

Der Freundeskreis Flüchtlinge Lahr habe seinen Finger am Puls der Bevölkerung, konstatierte Oberbürgermeister Wolfgang G. Müller. Die Kanzlerin sei nicht vor Ort, »wo die Musik spielt«; das seien nur die Bürger. »Es wird noch Jahre dauern, bis alle integriert sind«, sagte der OB. Das gehe aber nur, wenn die Integration weiterhin als bürgerschaftliche Aufgabe wahrgenommen werde.

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»Der Preis ist verdient«

Landkreis-Dezenent Michael Loritz würdigte den Einsatz der Preisträger mit diesen Worten: »Der Kreis steht vor nicht gekannten Herausforderungen. Die Betreuung der Flüchtlinge geht nicht ohne Unterstützung von Zivilpersonen. Wir sind dankbar, dass die Zivilgesellschaft einspringt. Der Preis, den der Freundeskreis bekommt, ist verdient.«

Der Preis für den ehrenamtlichen Einsatz für Flüchtlinge signalisiere das Bewusstsein der Gesellschaft für ihre soziale Verpflichtung, sagte Heimfried Furrer als Sprecher des Freundeskreises. Die Lahrer erteilten damit denjenigen eine Absage, die für Ausgrenzung und Abschottung, Ausländerfeindlichkeit und nationalen Chauvinismus stehen. »Diese Leute geben nur vor, für die Belange der Deutschen zu kämpfen; in Wirklichkeit wirken sie gegen unsere Interessen, und sie beschädigen unsere Gesellschaft schwer. Wir sind die Patrioten!«, zeigte sich Heimfried Furrer kämpferisch.

Furrer nutzte die Gelegenheit, auf Verbesserungspotenziale hinzuweisen: Mehr Sozialarbeiter, mehr Räume und mehr Unterstützung durch Ehrenamtliche würden die Arbeit sehr erleichtern. »Wo bleibt die Unterstützung des Ortenaukreises, wann erscheint einmal ein Verantwortlicher hier bei uns, um uns zu informieren, uns anzuhören, sich mit unseren Bitten und Anregungen auseinanderzusetzen?!«, wandte er sich an die Adresse von Loritz und forderte: »In der Zusammenarbeit mit dem Kreis wünschen wir uns eine anerkennungsvolle und offene Gesprächskultur auf Augenhöhe.«

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