Friesenheim

Friesenheimer erzählen: So war es beim Bürgerrat in Leipzig

Autor: 
Sophia Körber
Lesezeit 2 Minuten
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02. Oktober 2019
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Sie waren mit dabei (von links): Sylvia Dietrich, Peter Dierschedl, Rüdiger Ehrler, Heinz Schillinger, Michael Beiser, Jürgen Leiser, Urte Stahl, Joseph Hugelmann, Sarah Schimmel und Tine Pietzonke. ©privat

Anfang September haben neun Friesenheimer die Nachricht erhalten: Sie wurden in den Bürgerrat gelost. Mittlerweile waren sie bei zwei Treffen mit insgesamt 160 Teilnehmern aus ganz Deutschland in Leipzig mit dabei und haben über direkte Demokratie und Bürgerbeteiligung gesprochen.

„Die Treffen waren wirklich sehr konstruktiv. Es war gut, dass zufällig ausgewählte Menschen zusammen gekommen sind. Nur Friesenheim war die Ausnahme“, sagt Joseph Hugelmann. Friesenheim war personell am besten vertreten. Teilweise sei es da schon zu einem Kopfschütteln der Berliner oder Hamburger gekommen. „Es ging vor allem um die bessere Beteiligung der Bürger. Dafür waren Experten da, die uns informiert haben und anschließend haben wir in Gruppen selbst diskutiert und bestimmte Ziele formuliert.“ Am 15. November werden diese an den Bundestag in Berlin übergeben. Hugelmann ist bereits politisch aktiv und sitzt für die GLU im Gemeinderat.

Für Sarah Schimmel war es eine ganz neue Erfahrung. „Es war schon relativ anstrengend und wir haben auch komplexe Themen besprochen.“ Aus den beiden Wochenenden hat sie jedoch viel mitgenommen. „Wir haben die Themen erfasst und uns dann Gedanken gemacht, was wollen wir erreichen. Am Ende sind wir auch mit einem guten Gefühl rausgegangen.“ Politik wurde ihr durch den Bürgerrat zugänglicher. „Man ist schon motivierter, sich irgendwie einzubringen.“ Schimmel glaubt durchaus, dass der Bürgerrat etwas bewegen kann. „Vielleicht auch nur auf ganz banale Weise. Vielleicht bewirkt alleine die Aufmerksamkeit etwas.“

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Mehr Respekt

Auch Michael Beiser aus Oberweier fand die Zeit in Leipzig sehr spannend. „Wir haben wirklich sehr konstruktiv diskutiert. Ich hoffe, dass die Politiker davon auch etwas annehmen werden.“ Sein Verständnis für die Politiker habe sich durch die vier Tage durchaus verändert. „Ich habe wirklich mehr Respekt vor der Arbeit. Es ist nicht leicht, es allen recht zu machen und alle in ein Boot zu bekommen“, sagt Beiser. Zu den verschiedenen Themenkomplexen haben sie während ihrer Zeit in Leipzig von zwei Experten im Vorfeld der Diskussionen die Pro- und Contra-Seite aufgezeigt bekommen. „Daraus hat man seine Schlüsse gezogen. Meist waren die Diskussionen sehr lebhaft, andere waren auch anstrengend.“ Auch er hat jetzt mehr Motivation sich einzubringen, beispielsweise beim Gemeindeentwicklungskonzept. 

Als lehrreich hat auch Heinz Schillinger die Tage in Leipzig empfunden. „Es ist toll, wenn man etwas mitgestalten kann. Im Idealfall nehmen die Abgeordneten unsere Ansätze wirklich ernst.“ Er selbst ist zwar politisch für die CDU aktiv, für ihn war der Bürgerrat dennoch etwas völlig neues. 

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