Appell zur Mitarbeit

Friesenheimer Pfarrgemeinderat steht vor der Neuwahl 2020

Autor: 
Wolfgang Schätzle
Lesezeit 3 Minuten
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14. Juli 2019

Die katholische Kirche in Friesenheim. ©Archivfoto: Anja Rolfes

Im März 2020 wählen Friesenheims Katholiken einen neuen Pfarrgemeinderat. Nur drei von 16 Mitglieder wollen nach jetzigem Stand weitermachen. Zwei sind sich noch unsicher. In der nächsten Wahlperiode werden bereits Weichen für 2030 gestellt.

»Lohnt es sich noch überhaupt noch, im Pfarrgemeinderat zu arbeiten, wenn zum Schluss eh alles in ein Großes aufgehen soll?« Diese Frage warf am Donnerstagabend Pfarrer Steffen Jelic bei der Pfarrgemeinderatssitzung im Georg-Schreiber-Haus in den Raum. Der Erzbischof erwäge nämlich, die 224 Seelsorgeeinheiten der Erzdiözese Freiburg zu 40 großen Pfarreien zu verschmelzen. Das derzeitige Dekanat könne in Zukuft eine dieser großen Kirchengemeinden darstellen. 

Große Veränderungen

Pfarrer Jelic beantwortete seine Frage anschließend selbst: Es mache sehr wohl Sinn, die nächsten fünf Jahre im Pfarrgemeinderat mitzuarbeiten. Und zwar gerade jetzt, denn in den nächsten Jahren würden mit Sicherheit große Weichen gestellt. Dieser Herausforderung wollen sich nach derzeitigem Stand auf jeden Fall drei von den 16 anwesenden Pfarrgemeinderäten stellen. So zumindest das Ergebnis der Gretchen-Frage, die Stefan Moser, Vorsitzender der Kirchengemeinde, den Mitgliedern stellte. 
Er wollte wissen, wer bereit wäre, im Gremium weiter zu arbeiten. Neben den drei Mitgliedern, die bereits entschlossen sind, meldeten es noch zwei Unentschlossene. Der überwiegende Teil des Pfarrgemeinderats will jedoch aus den unterschiedlichsten Gründen aufhören. Die Arbeit gehe an die Substanz, so ein Hauptargument. 

Sie sei an ihre Grenzen gekommen, es gehe einfach nicht mehr, meinte beispielsweise Maritta Aschendorf aus Friesenheim: »Für mich ist die Zeit vorbei.« Auch für Antia Rinklef aus Kürzell steht fest, dass sie im März 2020 nicht mehr kandidieren werde. Weitermachen möchten hingegen Martina Hamm (Friesenheim), Michael Groß (Oberweier) sowie Vorsitzender Stefan Moser (ebenfalls Oberweier). Sie wollen sich vor allem im Hinblick auf die Veränderungen, die 2030 kommen werden, der anspruchvollen Verantwortung stellen.

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Alle Orte berücksichtigt

Doch nun gilt das Augenmerk erst einmal den Wahlen, wozu das Gremium am Donnerstag erste Entscheidungen traf. Der Pfarrgemeinderat sprach sich nach längerer Diskussion mehrheitlich für einen Stimmbezirk aus – trotz der Sorge, dass am Ende nicht alle Orte im neuen Gremium vertreten sein könnten. Drei Mitglieder hatten sich aus dem Grund für sechs Stimmbezirke ausgesprochen, ein Mitglied enthielt sich der Stimme. 

Der Rat wolle der Sorge Rechnung tragen und sicherstellen, dass aus allen Orten Kandidaten kämen. Man gehe ohnehin davon aus, dass alle Kandidaten dann auch in den Rat gewählt würden, was  schon bei der letzten Wahl der Fall gewesen war. Zudem bleibe die Option, eventuell einen Kandidaten hinzuzuwählen, falls ihm die Stimmen nicht reichen sollten, er aber der einzige aus seinem Ortes sei. 

18 Mitglieder

Beschlossen wurde am Donnerstag auch die Größe, die das künftige Gremium haben soll. Eine klare Mehrheit sprach sich für einen 18-köpfigen Pfarrgemeinderat aus. Das genaue Datum der Pfarrgemeinderatswahl ist der 22. März 2020. Dabei gibt es eine einschneidende Änderung. Erstmals kann auch online gewählt werden. Und zur Motivation neuer Kandidaten: Der Pfarrgemeinderat berät und unterstützt als Postoralrat nicht mehr den Pfarrer der Seelsorgeeinheit, sondern er entwickelt und beschließt künftig zentrale pastorale Ziele in einer Pastoralkonzeption für die Kirchengemeinde.

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