Lahr/Schwarzwald

FV Langenwinkels Wunsch: Aus Nichts etwas Grünes

Autor: 
Thorsten Mühl
Lesezeit 4 Minuten
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17. August 2018

Ein symbolträchtiges Präsent hält der Fraktionsvorsitzende Roland Hirsch in den Händen: ein Trikot des FV Langenwinkel mit der Rückennummer 12. ©Thorsten Mühl

Der Weg zu einem weiteren Spielfeld für den FV Langenwinkel scheint geebnet. Im Rahmen der SPD-Sommertour am Mittwoch signalisierten Verein und Stadtverwaltung Bereitschaft, den Weg zu bereiten. Im September soll der Gemeinderat votieren.

Für den FV Langenwinkel ging es in jüngster Vergangenheit sportlich steil aufwärts. Dank zweier Aufstiege in Folge ist die Landesliga zur neuen sportlichen Heimat geworden. Allerdings halte die Infrastruktur mit der aktuellen Entwicklung nicht stand, wie Sportvorstand Anton Dahinten am Mittwoch beim Besuch von Lahrer SPD-Gemeinderatsfraktion und -stadtverband im Rahmen der zweiten Sommeraktion schilderte. 

Für den Senioren-Spielbetrieb (zwei Mannschaften) und die sich entwickelnde Jugend (vier Mannschaften) reiche ein Platz alleine nicht aus. »Wir befinden uns an einer Kapazitätsgrenze«, betonte er. Dazu komme, dass das Spielfeld (Maße: 95 mal 50 Meter), dessen Unterbau nicht optimal sei, momentan lediglich mit einer Sondergenehmigung nutzbar sei. Zum Trainieren musste die erste Herrenmannschaft im Winter mehrfach ausweichen (unter anderem nach Oberschopfheim, Sulz, Niederschopfheim). 

Untätig war man dabei am und um den Platz in jüngster Zeit nicht. Ein neues Vereinsheim wurde, in ständiger Absprache mit der Stadt Lahr, aber auch mit hohem Anteil an Eigenleistung gebaut. Ebenso wurde eine Drainage verlegt, 2017 eine automatische Beregnungsanlage installiert. »Viel Engagement und Willen wurden investiert«, verdeutlichte Dahinten. 

Zweiten Platz

Ins Auge gefasst wurde daher der Plan, einen zweiten Platz anzulegen, wobei die Voraussetzungen günstig scheinen. Der benachbarte Tennisclub befindet sich im Auflösungsprozess, auf dem Areal könnte ein neuer Platz (Maße: 90 mal 60 Meter) entstehen. »Wir wollen uns sportlich entwickeln, als Verein zukunftsfähig sein«, formulierte der Sportvorstand die Zielsetzung. Dass das Projekt nur gemeinsam mit Stadt und Badischem Sportbund (BSB) zu stemmen sei, verstehe sich. »Wir sind bereit, den Schritt zu gehen«, signalisierte Anton Dahinten.

Tatsächlich stehen die Chancen nicht allzu schlecht. Die Stadtverwaltung, vertreten durch OB Wolfgang G. Müller und Bürgermeister Guido Schöneboom, präsentierte eine Vorlage, die der Gemeinderat im September diskutieren und beschließen soll. Die Entwicklung des FVL »haben wir interessiert verfolgt, nach einer gemeinsamen Lösung gesucht«, erläuterte Schöneboom. Der Teufel stecke im Detail, zunächst müsse der Auflösungsprozess des Tennisclubs sauber abgewickelt werden. 

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Die Fußballer, so eine Möglichkeit, könnten noch bestehende TC-Restverbindlichkeiten von 40 000 Euro übernehmen, dazu in Eigenleistung das bestehende Tennis-Vereinsheim abreißen. Die Möglichkeit hatte zuvor auch Dahinten bereits angesprochen. 

Daneben geht es dem Verein auch darum, Aktionen zu organisieren und weitere Sponsoren zu finden. Eigene Verbindlichkeiten von 27 000 Euro müssen noch abgebaut werden. Der neue Platz selbst würde rund 495 000 Euro kosten, wobei der BSB laut Schöneboom anteilig 95 000 Euro übernehmen würde. 

»Wichtig wäre, sofern der Gemeinderat zustimmt, noch vor den Haushaltsberatungen Nägel mit Köpfen zu machen«, betonte Schöneboom. Dann könnten 2019 Mittel bereitgestellt, Anfang 2019 mit dem Bau begonnen und in rund einem Jahr der Abschluss getätigt werden. 

Aus städtischer Sicht würde dies den Abschluss aktueller Investitionen in Fußballplätze bedeuten, wie sie bereits in Sulz und Kuhbach-Reichenbach getätigt wurden. Anton Dahinten scherzte: »Andere machen aus Rot Grün, wir machen aus Nichts etwas Grünes.« 

Teure SPD-Sommertour

Gut gelaunt präsentierte sich OB Müller. In Anspielung auf bereits in der Vergangenheit durch die Lahrer SPD angestoßene Maßnahmen, sagte er: »Wenige Aktionen kommen die Stadt teurer als die SPD-Sommertour.« 

Anton Dahinten überreichte SPD-Fraktionsvorsitzendem Roland Hirsch symbolisch ein FVL-Trikot mit der Nummer 12 als Dank für die Unterstützung des Projekts. Auf Nachfrage bekannte sich Dahinten außerdem langfristig zum Verein. »Es wird oft so getan, als ob der Verein mit mir alleine steht und fällt. Das stimmt so nicht. Ich habe vor, noch viele Jahre hier zu sein. Im besten Fall will ich mir als alter Mann ein Spiel hier auf der Tribüne anschauen können«, sagte Anton Dahinten.
 

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