Lahr

Ganz ohne Worte unterhalten - "Duo Mimikry" in Lahr

Autor: 
Jürgen Haberer
Lesezeit 2 Minuten
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04. Februar 2020

Nur mit den Mitteln der Pantomime füllt das „Duo Mimikry“ einen ganzen Abend aus. ©Jürgen Haberer

Das „Duo Mimikry“ aus Berlin erzählt skurrile Geschichten ganz ohne Worte. Nicolas Rocher und Elias Elastisch pflegen die hohe Kunst der Pantomime, der kleinen absurden Szenen. Bei ihrem Gastspiel im Stiftsschaffneikeller haben sie am Freitagabend eine fast vergessene Kunst aufleben lassen. 

Sie erinnern ein bisschen an die Helden der alten Stummfilme, die einst zu den Klängen eines Schifferklaviers ihre aberwitzigen Kapriolen schlugen. Die beiden Schauspieler Nicholas Rocher und Elias Elastisch kommen ebenfalls ganz ohne Worte aus und erzählen doch kleine Geschichten, die fast immer irgendwie aus dem Ruder laufen. Mit viel schwarzem Humor lassen sie eine alte, fast vergessene Kunst aufleben, die heute höchstens noch in kurzen Schlaglichtern auf Kleinkunstbühnen zu erleben ist, in den Randbereichen des Figurentheaters. Das „Duo Mimikry“ schafft es, mit den Mitteln der Pantomime ein abendfüllendes Programm zu gestalten, mit rollenden Augen grotesken Gesten und einer aberwitzigen Mimik, in die Welt der „Visual Short Stories“ abzutauchen und das Publikum immer wieder neu zu überraschen.

Da sind die Klassiker, zwei Männer in der U-Bahn und in einem Fahrstuhl, der stecken bleibt. Aber auch der Zauberer, der seine Assistentin auf dem elektrischen Stuhl grillt, während er kurz telefonieren und pinkeln geht. Der Vampir, der nachts aus der Gruft emporsteigt und vom Blutdurst getrieben über der Stadt kreist, am Ende aber selbst ausgesaugt wird, weil er beim Wickeln des Nachwuchses einen Moment lang nicht aufpasst. 

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Schräger Klamauk

Da ist die Klappmaulpuppe, die ein Eigenleben entwickelt und den Rollentausch mit ihrem Puppenspieler erzwingt. Zwei Männer eröffnen mit viel Trara ein Bestattungsinstitut und geraten immer mehr in Ekstase, als das Geschäft richtig aufblüht. Hier ein Herzinfarkt, da ein Selbstmord, ein ertragreicher Massenunfall auf der Autobahn, am Ende gar ein Flugzeugabsturz. Nichts geschieht wirklich, es sind immer nur die Bilder die im Kopf der Zuschauer entstehen, während die beiden Akteure auf der Bühne mit einer fast diebischen Lust ihr surreales Spiel inszenieren. Ein Obdachloser wühlt in Mülltonnen und schwelgt dabei in Erinnerungen an die Zeit, als er noch erfolgreich im Berufsleben stand. Der schräge Klamauk des Duos unterhielt und brachte die Zuschauer im Stiftsschaffneikeller zum Lachen, berührte sie manchmal auch auf einer subtilen poetischen Ebene. Mehr kann man von einem Abend ohne Worte im Grunde nicht erwarten.  

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