Lahr

Geführte Wanderung über den Panoramaweg in Lahr

Autor: 
Endrik Baublies
Lesezeit 3 Minuten
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09. April 2019
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An den Informationstafeln des Panoramawegs ließen sich die Wanderer von Walter Caroli unterhalten. ©Endrik Baublies

Der Panoramaweg auf dem Schutterlindenberg ist vor einem Jahr eingeweiht worden. Daher gab es am Sonntag eine Führung, zu der die Bürgergemeinschaft Dinglingen eingeladen hatte. Stadtrat Walter Caroli erzählte unterwegs Anek­doten, die die Informationen auf den Tafeln ergänzten.

Der Name »Lahrer Hausberg« stimmt für den Schutterlindenberg nicht. Dies war eine der Erkenntnisse, die Caroli auf dem geführten Spaziergang mitteilte. In unmittelbarer Nähe des Denkmals, das an Wilhelm Schubert erinnert, steht ein Grenzstein, der immer noch anzeigt, wo auf dem Berg einst die Front zwischen Dinglingen und Lahr verlief.

Zur Erinnerung: Die Gemeinde Dinglingen wurde am 1. Oktober 1933 von den Nationalsozialisten per Dekret der Stadt einverleibt. Die Begehrlichkeiten, gegenüber der Gemeinde vor allem wegen der Bahnstrecke und dem Bahnhof in Dinglingen, sind weitaus älter.

Der Hausberg

Wem der Hausberg heute zugehörig ist, wird ein Streitpunkt bleiben. Denn ein Teil der Anhöhe gehört zu Burgheim. Der Flecken, deutlich älter als die Stadt Lahr, verlor seine Eigenständigkeit im Jahr 1899. Die Großgemeinde Friesenheim und Hugsweier können ebenfalls das Attribut »Hausberg« für sich in Anspruch nehmen.

Passend dazu freute sich Caroli beim Aufstieg über »Dinglinger und geduldete Gäste«, die an dem Spaziergang teilnahmen. Es waren neben Dinglingern auch etliche »Auswärtige« dabei.

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Caroli, der als Historiker die Geschichte verschiedener Lahrer Ortsteile bestens kennt, nutze den Rundgang, um – überwiegend ernsthaft – Geschichtliches und Anekdoten zu erzählen. Das Panorama, das der Berg nach Süden, Westen und nach Norden bietet, kann atemberaubend sein. 

In ganz seltenen Fällen sind die Massive von Mönch, Eiger und Jungfrau im Berner Oberland auszumachen. Das war am Sonntag aber nicht einmal zu erahnen. In Richtung Nordwesten war lediglich das Straßburger Münster gut zu erkennen. Das lag nicht zuletzt am heute nachgedunkelten Sandstein vor dem hellen Dunst.

Der Sandstein, erzählte Caroli, sei nicht in Kuhbach abgebaut worden. Dafür stamme das Material der Kirchen in Meißenheim und Schuttern, die man bei besserem Wetter gut hätte sehen können, aus dem Steinbruch am Anfang des Schuttertals. Die Kirchen in Kuhbach und Schuttertal sind ebenfalls mit dem Sandstein des hiesigen Steinbruchs gebaut worden.

Berühmtheit in Schuttern

Marie-Antoinette, so steht es auf einer Tafel am Panoramaweg, war im Jahr 1770 eine Nacht im Kloster Schuttern zu Gast. Die Tochter der Maria-Theresia, Kaiserin von Österreich, befand sich damals auf dem Weg zu ihrem Gemahl, dem französischen Daupin und späteren König, Ludwig XVI. von Frankreich. Warum machte die Prinzessin nicht in Lahr Station, fragte Caroli.

Die Antwort ist einleuchtend: Lahr war damals protestantisch, daher war das katholische Kloster der bessere Ort. Noch eine Anek­dote: Die Stadt Emmendingen hatte sich auf den Besuch der Österreicherin vorbereitet. Marie-Antoinette kam auch, reiste aber geschwind weiter.

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