Lahr

Gemeinde Schwanau schraubt Preise für Bauplätze hoch

Autor: 
Ulrike Derndinger
Lesezeit 3 Minuten
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18. November 2020

Spatenstich für das Baugebiet am Waldweg war im Dezember 2019. ©Reiner Beschorner

Der Gemeinderat Schwanau legt die Baulandpreise für ein Neubaugebiet in Allmannsweier fest. Die Gemeinde braucht Geld wegen der Coronakrise – Verkäufe gelten als probates Mittel.

Die Gemeinde Schwanau schraubt die Preise für Bauplätze hoch. Der Gemeinderat hat einen Quadratmeterpreis von 250 Euro im Neubaugebiet am Waldweg in Allmannsweier beschlossen. An diesem Preis sollen sich künftige Baulandpreise orientieren. Bisher bewegten sie sich zwischen 100 und 150 Euro. Wäre es nach der Verwaltung gegangen, müssten Bauwillige für einen Bauplatz am Waldweg in Allmannsweier noch tiefer in die Tasche greifen. Die Verwaltung hatte als Brutto-Baulandpreis 290 Euro pro Quadratmeter vorgeschlagen und blitzte mit ihrem Vorstoß einstimmig beim Gemeinderat in der Sitzung am Montag ab. Dabei vollzog das Gremium die Argumente der Verwaltung nach, sah die Differenz zwischen bisherigem und neuem Preisniveau als zu stark.

Kosten gestiegen

Brucker argumentierte, dass die Erschließungskosten gestiegen seien. Die Nachfrage nach Bauplätzen sei in Niedrigzinszeiten auch in Schwanau ungebrochen hoch und im Vergleich zu anderen Kommunen sei eine Erhöhung gerechtfertigt: „Wir liegen mit 290 Euro in einem Bereich, der nicht übertrieben ist, auch wenn er deutlich höher als in der Vergangenheit liegt.“

Die Gemeinde will mit Bauland mehr Gewinn machen. Zudem, so lautete das weitere Argument, müsse die Gemeinde ihre Projekte gegenfinanzieren. Baulandverkäufe seien dabei ein signifikantes Mittel. Angesichts sinkender Einnahmen in der Corona-Krise rücke dieser Aspekt in Schwanau mehr in den Blick als zuvor: „Das hat uns in der Vergangenheit vielleicht nicht so gedrückt“, sagte der Bürgermeister.

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In früheren Baugebieten kostete der Quadratmeter Bauland zwischen 100 und 150 Euro, sagte Hauptamtsleiter Michael Fertig auf Nachfrage unserer Zeitung. Die Differenzen sind darin begründet, dass in manchen Baugebieten zwischen Einheimischen und Auswärtigen unterschieden wurde. Später legten die Gemeinderäte Einheitspreise fest. Der Bruttobaulandpreis im Ottenheimer Baugebiet Trauerau lag bei 150 Euro, in Wittenweier kostete der Quadratmeter in „Wolfackern“ 140 Euro – heruntergehandelt von 150 Euro, weil der Gemeinderat den Vorstoß der Gemeinde vor vier Jahren als zu teuer wertete. Nun haben sich die Zeiten und die Einstellungen des Gemeinderats Schwanau wohl geändert.

Auf 250 Euro geeinigt

Von Baugebiet zu Baugebiet werden die Preise laut Fertig neu kalkuliert. Dass Bauland in naher Zukunft billiger wird, hält er für unwahrscheinlich: Künftige Preise werden sich an dem am Montag festgelegten Preis orientieren. Angesichts der veränderten Lage zog der Gemeinderat bei einer Erhöhung mit. Durch alle Fraktionen hindurch wurden 290 Euro jedoch als zu teuer gewertet: „Da habe ich Schwierigkeiten. Selbst Ettenheim erreicht nicht diese Preise“, sagte Dagmar Frenk (SPD) und schlug zehn bis 20 Euro weniger vor. Kuno Hamms (CDU) Vorschlag lautete 250 Euro. Gerd Ziegler (FWV) stellte fest: „Bei 250 Euro wäre es mir wohler.“ Auf diese Summe einigte das Gremium schließlich.

Hartmut Läßle (Liste Läßle) gab zu bedenken, dass man beim Preis kräftig abspecken müsste, damit die Bauplätze wirklich für alle erschwinglich blieben. Dem stehe das Argument entgegen, so viel wie möglich in die Kasse zu bekommen.

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