Mammut-Projekt nach 14 Jahren fertig

Gemeinderat zieht Fazit aus Ortskernsanierung in Ottenheim

Autor: 
Thorsten Mühl
Lesezeit 3 Minuten
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25. Juni 2019

Die Sanierung der Ortsmitte in Ottenheim ist nach 14 Jahren offiziell abgeschlossen.. ©Thorsten Mühl

Mit dem Abschlussbericht von Stadtentwickler STEG und Aufhebung der formellen Festlegung des Sanierungsgebiets hat Schwanaus Gemeinderat am Montagabend die Akte »Ortskernsanierung Ottenheim« nach 14 Jahren auch offiziell abgeschlossen.

Viel Nerven, aufreibende Gremien-Diskussionen, groß- und kleinteilige Entscheidungen, Wohlwollen und Kritik – dieses Kaleidoskop an Emotionen und Eindrücken hat ein 14 Jahre währender Prozess rund um die Millionen-Maßnahme »Ortskernsanierung Ottenheim« mit sich gebracht. In der Sitzung des Schwanauer Gemeinderats wurde am Montag Abschlussbilanz gezogen. Und auch hier gingen die Meinungen auseinander. 

»Nicht lebenswert«

Den Auftakt bildete in der Frageviertelstunde eine Bürgermeinung, mehr als Abrechnung denn als Frage formuliert. Die Umsetzung sei »in weiten Teilen nicht gelungen«, Ottenheims Ortsmittelpunkt mit Blick auf kaum vorhandenes Grün und Bäume »nicht lebenswert«, sogar »bis hin zu null Wiedererkennungswert gestylt« worden. Von »verzweifelten Versuchen der Aufhübschung« sprach die Kritikerin, »das steingewordene Herz der Gemeinde schlägt heiß«. Bürgermeister Wolfgang Brucker wollte sich zu den Ausführungen nicht ausführlicher äußern, ließ aber erkennen, dass Verwaltung und Gemeinderat »dezidiert anderer Meinung« seien. Brucker sprach im Gegenteil von »einer gelungenen Sanierung«, in deren Verlauf Freiflächen, öffentliche und Privatgebäude auf einen ganz neuen Stand gebracht wurden.

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»In großen Gemeinden werden solche Maßnahmen immer wieder umgesetzt. Wir konnten – dank entsprechender Förderung durch Bund und Land sowie kompetenter Begleitung durch die STEG aber zeigen, dass auch Gemeinden unserer Größe in der Lage sind, solch ambitionierte Projekte erfolgreich zu stemmen«, hielt der Rathauschef fest. Wenn jetzt das kommunale Entwicklungskonzept bald abgeschlossen werde, »haben wir einen Leitfaden in der Hand, um uns für Nonnenweiers Ortsmitte hoffentlich dem nächsten Projekt zuwenden zu können«, blickte Brucker bereits nach vorne.

Hans-Joachim Reglin (STEG) fasste wichtige Eindrücke kompakt zusammen. Er sah »einen wichtigen Entwicklungsprozess abgeschlossen«. Unter anderem 26 Privatpersonen beteiligten sich mit eigenen Abbruch- und/oder Sanierungsprojekten. 7,93 Millionen investierte die Riedkommune von 2005 bis 2018 als Eigenanteil, der 40 Prozent der förderfähigen Kosten ausmachte. Die restlichen 60 Prozent steuerten Bund und Länder bei. Weitere Zahlen wurden 2012 bis 2018 (siehe Kasten) präsentiert: Bei Einnahmen von 2,96 Mio. Euro und Ausgaben von 3,12 Millionen ergab sich ein Fehlbetrag von rund 157700 Euro, den die Kommune begleicht. Bund und Länder zahlten in den sechs Jahren Fördermittel in Höhe von 1,78 Mio. Euro aus. 

Schlussstrich

Dagmar Frenk (SPD) führte aus, die Maßnahme habe auch nicht so schöne Entwicklungen gehabt. »Wir waren auch Opfer der guten Konjunktur, sind dem Markt mitunter hinterher gehechelt.« Dennoch stehe sie weiterhin zum Programm, da »wir trotz Abstrichen stets die finanziellen Voraussetzungen für sämtliche Maßnahmen hatten«. Ottenheims Ortsvorsteherin Silke Weber (FWV) war auch der Meinung, »dass wir es ganz gut hingebracht haben«. Zur Kritik an der fehlenden Belebung der Ortsmitte hielt sie fest: »Es liegt an uns allen, Leben in die Ortsmitte zu bringen.« Am Ende beschloss der Gemeinderat einhellig die förmliche Aufhebung des Areals, was den Schlussstrich unter die Mammut-Maßnahme bedeutete.

Info

Die Chronologie der Sanierung

Das Sanierungsgebiet »Ortsmitte Ottenheim« wurde 2005 ins LSP aufgenommen (Förderrahmen: eine Million Euro). 2006/07 folgten Festlegung und Erweiterung des Sanierungsgebiets (7,56 Hektar). Mit der Überführung ins Bund-Länder-Programm »Kleinere Städte und Gemeinden« (LRP) folgte 2012 eine Aufstockung des Förderrahmens auf 4,43 Mio. Weitere Aufstockungen schlossen sich an. Das Konzept setzte den Planungsentwurf »Zwei Plätze – eine Mitte« um, die städtebauliche Förderung lief Ende August 2018 aus. Offiziell eingeweiht wurde die neue Dorfmitte anlässlich eines Festakts im Mai 2018.

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