Friesenheim

Gesamtwehr Friesenheim: Kritik an Kommandant

Autor: 
Wolfgang Schätzle
Lesezeit 3 Minuten
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20. März 2018
Die Gesamtwehr Friesenheim ehrte Mitglieder für ihr Engagement.

Die Gesamtwehr Friesenheim ehrte Mitglieder für ihr Engagement. ©Wolfgang Schätzle

Ein außergewöhnliches Jahr liegt hinter der Friesenheimer Gesamtwehr. Viel Lob gab es in der Hauptversammlung für den Kreisfeuerwehrtag. Kritisiert wurde der Kommandant wegen der Auflösung der Höhenrettungsgruppe. 

2017 bezeichnete Kommandant Reiner Graupe als ein unter vielen Gesichtspunkten »außergewöhnliches Jahr« in der Hauptversammlung der Gesamtwehr am Freitag. Grund dafür: Die Abteilung Friesenheim feierte 125 Jahre und beim Jubiläum wurde das neue mittlere Löschfahrzeug (MLF) eingeweiht. Dieses zukunftsweisende Fahrzeug sein ein Prototyp, der als Vorlage für andere Wehren diene, so Graupe.

Ein weiterer Höhepunkt war der Kreisfeuerwehrtag, der in das Jubiläum eingebunden war. Lob gab es von allen Seiten. Einen solchen Kreisfeuerwehrtag, den es lange nicht mehr gegeben hatte, sollte man künftig wieder alle zwei Jahre veranstalten, so Graupe in Richtung Michael Wegel, stellvertretender Kreisbrandmeister und Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands Ortenau, der in besonderer Mission nach Friesenheim gekommen war. Er ehrte einen Kameraden mit der Bandschnalle des Kreises für besondere Verdienste: Abteilungskommandant Fabian Steppacher (Friesenheim), »Top-Manager« und »Top-Macher« des Kreisfeuerwehrtags, lobte Wegel. Zu Ehren kam auch Thomas Manach (Heiligenzell) wegen seiner »hervorragenden Leistungen« auf dem Gebiet des Feuerwehrwesens. Er wurde von Wegel mit dem Deutschen Feuerwehrehrenkreuz in Bronze ausgezeichnet.

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Zwei weitere Feuerwehrkameraden rückten überraschend ins Rampenlicht: Patrick Müller (Heiligenzell) und Martin Althauser (Friesenheim), die eine »starke Leistung« zeigten, als bei einem Einsatz im Kieswerk Uhl ein Kind aus einem mehrere Meter tiefen Kiestrichter gerettet werden musste. Der wohl kniffligste und sicherlich der anspruchsvollste und gefährlichste Einsatz 2017, stellte Thomas Manach, der zweite Stellvertreter Graupes, fest. Und nicht nur das: Der Einsatz sorgte in Zusammenhang mit der zuvor aufgelösten Höhenrettung immer wieder für Unmut, wie zuletzt bei der Abteilungsversammlung in Heiligenzell. Und so war es auch am Freitag. Hauptbrandmeister Gerold Kadenbach konnte nicht nachvollziehen, dass Graupe die Spezialaufgabe Höhenrettung den Heiligenzellern weggenommen hat. »Ich habe diese Gruppe eingestellt, weil die Übungen nicht mehr regelmäßig stattgefunden haben«, entgegnete Graupe. Weiter sei die Tagesverfügbarkeit nicht gegeben und das benötigte Geräte verursache hohe Kosten. »Ich bin nicht bereit das Risiko einzugehen, dass ein Feuerwehrmann aus drei Meter Höhe aus dem Seil auf den Boden knallt.« Graupe verwies zudem darauf, dass es in der Ortenau eine Einheit gibt. Kadenbach sah dies anders,

zeigte weiter Unverständnis und verwies auf zuvor drei erfolgreich abgeschlossene Einsätze der Heiligenzeller Höhenretter. 
Bürgermeister Erik Weide würdigte das Engagement der Friesenheimer Wehr insbesondere im Rahmen des Jubiläums und des Kreisfeuerwehrtags, der einen nachhaltigen Eindruck in der Region hinterlassen habe. Dies sah so auch Lahrs Kommandant und stellvertretender Kreisbrandmeister Thomas Happersberger so. 

Info

Die Geehrten

Bruno Lehn (Oberschopfheim) wurde für 50 Jahre aktive Dienstzeit mit dem Ehrenzeichen des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet. Die Gemeindemedaille für 40 Jahre aktive Dienstzeit und das Ehrenzeichen des Landes in Gold erhielten Bertram Burg (Oberweier), Erich Günther und Eberhard Walter (beide Oberschopfheim), Gerold Kadenbach und Lothar Kopp (Heiligenzell). Klaus Ernst und Michael Fühner (Friesenheim), Hans-Peter Heilmann und Bernhard Krämer (Oberschopfheim) sind seit 30 Jahren aktiv dabei, wofür es die Gemeindemedaille gab. Thomas Kirn (Oberweier), Marco Lippmann (Schuttern), Thorsten Lehn und Mathias Holzenthaler (Oberschopfheim) wurden mit dem Ehrenzeichen des Landes in Silber für 25 Jahre aktive Dienstzeit ausgezeichnet. Gemeindemedaillen in Bronze für 20 Jahre aktiven Dienst gingen an Michael Hahn und Michael Göbbels (Oberweier). Martin Althauser (Friesenheim) wurde für 20 Jahre Jugendarbeit mit der Ordnungsspange »Sonderstufe« geehrt. Ordnungsspangen in Silber für zehn Jahre Jugendarbeit gingen an Matthias Göbbels (Oberweier), Katrin Keller(Heiligenzell) und Mike Riesterer (Friesenheim). Thorsten Junker (Oberschopfheim) wurde mit Bronze für fünf Jahre Jugendarbeit ausgezeichnet. Unter den nicht mehr Aktiven ragte Karl Bieler (Friesenheim) mit einer außergewöhnlichen Ehrung heraus: 70 Jahre in der Wehr. Seit 50 Jahren gehören Walter Eichhorn und Hans-Peter Steinebrunner (Heiligenzell), Gerd Feldmann und Walter Siefert (Friesenheim), Gerhard Fischer (Schuttern), Franz Holzenthaler und Bruno Walter (Oberschopfheim) an. Otmar Geiger (Oberschopfheim) und Heinz Wittmer (Heiligenzell) sind seit 40 Jahren dabei.

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