Flächennutzungsplan

Gewerbegebiet in Schuttern: Gemeinderat stimmt Änderungen zu

Autor: 
Sophia Körber
Lesezeit 3 Minuten
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12. Juli 2019
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Das Unternehmen Albea möchte das Firmengelände in Richtung Norden erweitern. ©Gemeinde Friesenheim

Der Friesenheimer Gemeinderat hat dem geänderten Flächennutzungsplan des Gewerbegebiets »Auf dem Segel« zugestimmt. Die eingeplante – und von den Bürgern gewünschte – Umgehungsstraße sorgte allerdings für Diskussionen. Als Nächstes folgt jetzt der Bebauungsplan.

Um 2,1 Hektar soll das Gewerbegebiet »Auf dem Segel« in Schuttern erweitert werden. Grund ist die Erweiterung der Firma Albea in Richtung Norden. Bevor allerdings ein Bebauungsplan aufgestellt werden kann, muss das Landratsamt zuerst eine Änderung des Flächennutzungsplan freigeben. Darüber informiert Bastian Finkenzeller vom Friesenheimer Bauamt in der Sitzung des Gemeinderats am Montag.

Geplante Ortsumfahrung

Derzeit ist im Flächennutzungsplan das erweiterte Gelände am Gewerbegebiet als »Fläche für Landwirtschaft« beschrieben. Dieser Teil soll auch auf Empfehlung des Ortschaftsrats Schuttern geändert werden. »Mit der Änderung würde das allerdings auch bedeuten, dass die frü­her oder später geplante Ortsumfahrung mitten durch das Baugebiet laufen würde«, sagte Finkenzeller. Aus diesem Grund wurde die Umfahrung mit einer Kurve um das künftige Industriegebiet eingeplant. Hans-Jürgen Kopf (Freie Wähler), Ortsvorsteher von Schuttern, appellierte an die Gemeinderäte: »Wir haben den Plan im Ortschaftsrat besprochen und sind der Meinung, dass die Trasse bleiben sollte, damit wir uns die Möglichkeit der Umfahrung nicht verbauen.«

Im Ortschaftsrat habe es keine Gegenstimme gegeben. »Es muss schnell abgestimmt werden, damit wir schnell vorankommen und auch den Firmen gerecht werden«, argumentierte Kopf. Das sei auch der Grund, wieso nur ein Teil des Plans geändert werden soll, da sonst der gesamte Vorgang erheblich länger dauern würde. 

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Michael Walter (GLU) sah jedoch nur wenig Sinn in der Umfahrungsstraße. »Diese komische Kurve um das Gebiet bedeutet nur einen höheren Flächenverbrauch. Ich würde gerne beantragen, die Straße aus dem Plan herauszunehmen.« Ein Antrag lässt sich jedoch nicht so einfach stellen. »Ich glaube das ist inhaltlich und auch rechtlich nicht so einfach möglich«, erklärte Bürgermeister Eric Weide.

Auch von Joseph Hugelmann (GLU) kam nur wenig Zuspruch für die neue Planung der Fläche. »Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieser Plan so realisiert wird. Diese Kurve um das Neubaugebiet kann man ja nicht ernst nehmen.« 
Anders sah es hingegen Fred Kletzin (SP), der sich für die Straße aussprach: »Auf der Nordzufahrt haben wir einen Massenverkehr, der nach Schuttern gelenkt wird. Wenn man sagt, dass wir die Straße nicht wollen, dann wollen wir gleichzeitig den Lkw-Verkehr in Schuttern.« Auch für Martin Buttenmüller (CDU) war die Straße aus dem Plan zu streichen keine Option. »Wenn man die Straße am Ende doch will, sind uns die Hände gebunden.«

Eindeutige Entscheidung

Der Diskussion ein Ende setzte Bauamtsleiter Markus Reinbold. »Nur weil die Straße im Flächennutzungsplan steht, heißt das nicht, dass sie sofort gebaut wird.« 2020 soll der gesamte Flächennutzungsplan geändert werden. Dann sei es eher an der Zeit, über die Umfahrung zu diskutieren. Letztlich war die Entscheidung im Gremium eindeutig: Mit nur einer Gegenstimme gab der Gemeinderat die Teiländerung frei und nahm damit auch die Stellungnahmen der Behörden und sonstigen Träger zur Kenntnis. Als Nächstes geht die Änderung für einen Monat in die Offenlage, bevor schließlich die Genehmigung des Landratsamts eingeholt wird.

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