152 Jahre alt

Gißler-Kreuz in Oberschopfheim ist fertig restauriert

Autor: 
Frank Hansmann
Lesezeit 3 Minuten
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24. Mai 2019

Eine christliche Weihe gab es am Mittwoch mit knapp 20 Anwesenden. ©Frank Hansmann

Mit der christlichen Weihe am Mittwoch wurde das restaurierte Gißler-Kreuz in Oberschopfheim nach 152 Jahren ein zweites Mal seiner Bestimmung übergeben. Zur Finanzierung der Kosten von 10.600 Euro trugen die Gemeinde und Sponsoren bei.

Bei einem etwas tiefer gerichteten Blick auf das neu restaurierte Gißler-Kreuz könnte man sich schon die Frage stellen, ob es bei der Errichtung vor 152 Jahren ebenso einen schönen und andächtig anmutenden Anblick darstellte. Am Mittwochabend wurde es durch die christliche Weihe von Pater Tijo ein zweites Mal seiner Bestimmung übergeben. Mehr als 20 Anwesende erlebten die Weihe mit. Diese bot über das christliche Zeremoniell hinaus durchaus einen feierlichen Rahmen.

Die größte Freude dürfte bei Gertrud Gißler gewesen sein. »Es ist sehr schön geworden, ich hoffe dass es so bleibt«, so Gißler gegenüber dem Lahrer Anzeiger. Ihre Vorfahren waren es, die das Kreuz vor über eineinhalb Jahrhunderten auf dem Standort »In den Leeren«, nahe der Gemarkungsgrenze zu Hohberg, einst erstellen ließen. 

Überlieferte Ursprünge

Willi Ehret, der Vorsitzende des historischen Vereins, blätterte einige Kapitel in der Ortshistorie zurück und schilderte die überlieferten Ursprünge um das Gißler-Kreuz. Demnach ließen es Johannes Baptist Gißler und seine Ehefrau Veronika errichten, nachdem Johannes Baptist Gißler den Angriff eines Stiers fast mit dem Leben bezahlt hatte. Nur ein Sprung über eine Barriere habe ihn laut Ehrets Recherchen in letzter Sekunde gerettet. Als Dank ließ Familie Gißler das Kreuz errichten. Wie sehr der Zahn der Zeit in den rund 150 Jahren an dem Kreuz genagt hatte, belegten die von Ehret vorgetragenen Restaurierungsarbeiten, die von Diplom-Restaurator Luzius Kürten vorgenommen werden mussten. 

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Vor dem abschließenden Anstrich gab es jede Menge Arbeit für den Fachmann. Sämtliche Eisenteile waren korrodiert und mussten erneuert werden. Die zerbrochenen Arme mussten rekonstruiert, Fehlteile angefertigt und letztendlich an den Korpus montiert werden – zeitintensive Arbeiten, die sich über drei Monate erstreckten. Dass das Kreuz erst ein Jahr später als geplant restauriert wurde, war der Finanzierung der Aufwendungen von rund 10.600 Euro geschuldet. Mit 5000 Euro aus Haushaltsmitteln übernahm die Gemeinde Friesenheim knapp die Hälfte der Restaurierungskosten. »Ich glaube, das Geld ist richtig angelegt. Das Kreuz ist ein Teil unserer Kultur und des Lebens!«, sagte Bürgermeister Erik Weide. Neben dem Dank an die Sponsoren rief Weide auch in Erinnerung, wie froh er darüber sei, dass die Handwerkskunst der Restauration noch beherrscht werde. 

Der Dank von Ortsvorsteher Michael Jäckle galt ebenso den Sponsoren, ohne die der Historische Verein die Aufgabe nicht hätte stemmen können. Zu den Sponsoren gehören die Gemeinde Friesenheim, die Regionalstiftung der Sparkasse Offenburg/Ortenau, die Volksbank Lahr, das Unternehmen Schrempp edv, die Familie Gißler, Anna Geiger, der Historische Verein Oberschopfheim sowie einige Spender, die unerwähnt bleiben wollten. 

Nächstes Objekt

Jäckle brachte bereits das nächste anstehende Objekt ein: In absehbarer Zeit soll das Wegkreuz an der sogenannten »Ranzenbrücke« neben der Bundesstraße restauriert werden. Dieses befindet sich jedoch noch in Privatbesitz. Laut Jäckle ist die Gemeinde derzeit bemüht, das Grundstück mit dem Kreuz zu erwerben. 

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