Friesenheim

Grundschule in Friesenheim hat eine "Weltklasse"

Autor: 
Walter Holtfoth
Lesezeit 3 Minuten
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07. Dezember 2018

Weder Hautfarbe noch Sprache sind wichtig, wenn es um den Spaß bei der gemeinsamen Weihnachtsbäckerei geht. ©Walter Holtfoth

Die Grundschule in Friesenhiem hat Kinder aus vielen Ländern in einer Klasse zusammengefasst, die sich ab und zu zu gemeinsamen Aktionen trifft. 

Sie kommen aus Griechenland, Rumänien, aus dem Kamerun, aus Syrien, Albanien oder Indien. Sie sind alle zwischen sechs und zehn Jahre alt, Kinder aus aller Herren Länder die an der Friesenheimer Grundschule hin und wieder für mehrere Unterrichtstunden zu einer Klasse geformt werden: der Weltklasse. 

Rektorin Barbara Hevergangenen Donnerstag die Vertreter der Presse und begründete die Wichtigkeit dieser Maßnahme, zeigte sich zugleich auch dankbar über die Unterstützung der Firma Huber Kältetechnik aus Offenburg-Elgersweier, die die Friesenheimer Weltklasse durch ein besonderes soziales Engagement über das gesamte Schuljahr unterstützt. 

Unterstützung von außen

Wann immer gewünscht und erforderlich stellt Ausbildungsleiter Ulrich Daiker mit Unterstützung der Unternehmensleitung Auszubildende zur Verfügung sie sich aktiv, betreuend um die Kinder zu bemühen. Dieses Engagement ist nicht unbedingt selbstlos zu sehen. Die Auszubildenden nehmen aus diesen Unterrichtsstunden mit den Kindern wichtige Erfahrungen für sich selbst mit zurück an ihren Ausbildungsplatz. Es ist vor allem das bessere Verstehen der eigenen Azubi-Kollegen. Viele von ihnen kommen mit einem Migrationshintergrund in die Lehre, was auch bei der Firma Huber üblich ist. 

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»Die Namen Willi, Tim oder Max werden in Zukunft immer öfter mit Zaid, Ibrahim oder Yusuf in einer Ausbildungsstufe geben«, mutmaßt Ausbildungsleiter Daiker. Beim Kältetechnik-Gerätebauer längst Realität. 50 junge Menschen bilde man derzeit  aus und hoffe, dass sie alle nach Abschluss im Betrieb bleiben. »Wir brauchen sie dringend.« Auch und gerade in diesem Zusammenhang sei der Einsatz an der Grundschule in Friesenheim wichtig, so Daiker. Er und seine Kollegen planen weit in die Zukunft voraus. Aus Sicht von Rektorin Barbara Heck ist das für alle Seiten ein Gewinn. 

Am Donnerstag stand das Thema Plätzchen backen auf dem Stundenplan. In der Lehrküche wurde aus Mehl Teig und es durfte gematscht und geknetet werden. Viele der  Kinder sprachen dabei bereits fließend Deutsch. Zaid aus Syrien sprach den Mitarbeiter des Lahrer Anzeigers mit den Worten an: »Du bisch’ mein Nachbar!« Andere, wie die kleine Maria aus Griechenland, die erst diese Woche nach Friesenheim kam, sprachen und verstanden kein Wort Deutsch. Dieser Umstand hinderte sie jedoch nicht daran »Zuckerbrötle« auszustechen oder Teig auszurollen. »Kinder im Alter um die sechs Jahre lernen unsere Sprache meist spielerisch und sehr schnell«, lobte die Schulleiterin. »Sind sie bereits älter, gestaltet sich das deutlich schwieriger.« 

David Bruder und Naemi Herr waren diese Woche als Auszubildende der Elgersweierer Firma mit Rat und Tat vor Ort dabei. Aktionen wie die Weihnachtsbäckerei oder Themen wie Fastnacht werden als ideal gesehen, um den Kindern ein Stück deutsche Kultur weiter- und auch mit nach Hause mit zu geben. Viele Familien der Flüchtlingskinder haben eine Bleibeberechtigung und eine gute Aussicht hier leben zu können. Natürlich blieb an diesem Donnerstagvormittag auch Zeit für das ein oder andere Spässle. Ein Junge zeigte eindrucksvoll, wie man große Seifenblasen mit der bloßen Hand formen kann oder Dennis und Kenny, Brüder aus Rumänien, die unbedingt den frischen Teig naschen wollten. 

Auf dem Nachhauseweg traf der Mitarbeiter des Lahrer Anzeigers dann den Jungen Zaid wieder. »Salli Herr Nachbar«, war von ihm zu hören – Integration pur.

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