Lahr/Schwarzwald

Gut was los in der "Nacht der Gitarren" im Schlachthof Lahr

Autor: 
Endrik Baublies
Lesezeit 3 Minuten
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19. November 2018
Bei der »Nacht der Gitarren« mit (von links) Luca Stricagnoli, Antoine Boyer, Samuel Rouesnel (alias Samuelito) und Cenk Erdogan im Schlachthof erlebten die Zuhörer einen klasse Abend.

Bei der »Nacht der Gitarren« mit (von links) Luca Stricagnoli, Antoine Boyer, Samuel Rouesnel (alias Samuelito) und Cenk Erdogan im Schlachthof erlebten die Zuhörer einen klasse Abend. ©Endrik Baublies

Vier Gitarristen als brillante Solisten und als Quartett überzeugten bei ihrem Auftritt am Samstag im Schlachthof restlos. Eine Prise Kabarett war das Sahnehäubchen des ansonsten eher klassischen Konzertes. 

Luca Stricagnoli, Antoine Boyer, Samuel Rouesnel (alias Samuelito) und Cenk Erdogan – solo schon klasse in Form. Aber als »Viererbande« setzen sie mit Spielfreude, Virtuosität und Witz noch einen drauf. Eine Einlage während der »Nacht der Gitarren« im Schlachthof war klassisch, wobei ein Satz aus der »Peer Gynt Suite« oder »Für Elise« sogar etwas Kabarettistisches an sich gehabt hat. 
 

Stricagnoli eröffnete das Konzert im ausverkauften Schlachthof mit einer Soloeinlage, die zu keinen Genre gehört. Er bot eine Mischung aus einem virtuosen und rasanten Spiel, das er mit einem auf dem Resonanzkörper geschlagenen Rhythmus unterlegte. Diese Art hat Al di Meola zuerst bekannt gemacht. Boyer spielte als Solist eine »Arabesque«, die zum einen die klassische Gitarre im Quartett vorstellte. Auf der anderen Seite erklärte und spielte er das Instrument nach Zigeuner-Art in der Tradion eines Stephané Grapelli. 

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Der Dialog (auf Englisch) gehörte bei dem Quartett dazu. Boyer stellte den »Swing« und den »Waltz« als die zwei Besonderheiten dieser Folklore gesondert vor. Die anschließende Mischung war daher umso eindringlicher. Samuelito spielte die Gitarre betont klassisch, er nannte sein Spiel eher meditativ. Erdogan erklärte sein Instrument mit einer anderen, in Anatolien üblichen, Notation. Die Stege des europäischen Instruments, mit Halbtonschritten, seien da im Weg. Seine anatolischen Klänge mischte der Spieler allerdings dezent, fast sparsam in seinen Soloauftritt ein, der damit aber eine für Hörgewohnheiten hierzulande doch spannendes tonales Gebäude erzeugte.

Im zweiten Teil traten die Gitarristen zuerst als Duo auf. Die Improvisationen von Stricagnoli und Samuelito über die bekannte Weise »Guten Abend gute Nacht« zeigte, das die Individualisten ebenso perfekt zusammenspielen können. 
Georges Bizets »Carmen« passt zu einem Gitarren-Ensemble. Der fließende Übergang zu Edvard Griegs »Peer Gynt Suite« und »Für Elise« von Ludwig van Beethoven war genial. Das war die erste Einlage, die trotz aller Brillanz auch das Prädikat »Kabarett« verdient hat. Der Applaus war entsprechend. 

Als Quartett griffen sie dann in die Vollen. Eine Hommage an den »Winter« aus den »Vier Jahreszeiten« von Anton Vivaldi war keine Parodie, sondern eine gelungenes Spiel aus Zitaten. Wer so die Gitarren beherrscht, der darf die Besucher auch ein wenig fordern. Diese durften als Zugabe vier Noten nennen. Mit »A«, »F«, »C« und »B flat« musste das Quartett dann einen musikalischen Weg finden. Damit nicht genug. Als das Quartett über Improvisationen, wobei ein jeder eine Idee an den nächsten weitergab, zufrieden war, sollte die Zuschauer da auch mitsingen. Alles in allem war das ein gelungener aber hier doch eher kabarettistischer Schlussakkord. 

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