Lahr/Schwarzwald

»Headis Black Forest Cup« lockte mehr als 100 Wettkämpfer

Autor: 
Stephan Tissot 
Lesezeit 3 Minuten
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16. Januar 2017

Cornelius Döll im Finale des »Headis Black Forest Cup«: Mit schweißtreibendem Körpereinsatz köpfte er sich zum Sieg. Bei den Damen gewann Marie Libkowsky das Turnier. ©Stephan Tissot

Zum Spiel »Headis« gehören ein Gummiball, eine Tischtennisplatte – und Köpfchen. Am Samstag ist das »Headis Black Forest Turnier« in der Rheintalhalle im Lahrer Westen über die Bühne gegangen. 

Die Idee zu dem neuen Spiel hatte vor elf Jahren der damalige Sportstudent René Wegner: Jetzt werden auch beim »Headies Black Forest Cup« Gummibälle über eine Tischtennisplatte geköpft. Wegener war beim mehrstündigen Spektakel in Lahr der Mann am Mikrofon. Angetreten waren beim Turnier 80 Männer und 24 Frauen. Es begann gegen Mittag, kurz vor 19 Uhr standen die beiden Sieger fest. Laute Musik und andere Events machten aus dem sportlichen Ereignis eine spektakuläre Show. 
Die Halle am Eingang des Lahrer Industriegebietes hat schon den einen oder anderen Boxkampf gesehen. Für den Laien war das Gefühl, vor allem dank der Stimmung unter den Fans, ähnlich – vor allem, als die vier Finalisten vor den zwei entscheidenden Partien. Es gab pro Runde auch nur zwei »Kombattanten«, die allerdings die Platte dazwischen klar trennte. Das machte dann doch einen gewissen Unterschied aus. 

Übersteuerte Urschreie

Wegner, dessen Stimme nach knapp fünf Stunden sichtlich angegriffen war, gab vor dem Endspiel der beiden Männer den letzten Schliff: »Ihr seid die Geilsten.« Damit waren aber weder der spätere Sieger Cornelius Döll noch der Unterlegene und immerhin Zweite unter 80 Wettkämpfern, David Ullinger, gemeint. Das Kompliment ging an die rund 100 Zuschauer. Von denen antwortete darauf der eine oder andere mit einer Art Urschrei, die sogar das stark übersteuerte Mikro und die heißere Stimme des Anheizers übertönten. 
Dann liefen die Finalisten auf. Ullinger im roten Dress, sicher ein Signal an den Gegner, lief einmal um die Platte an den Rängen vorbei. Er klatsche dabei alle seine Fans ab. Der Auftritt seines Gegners Döll war da deutlich weniger expressiv. 
Beim Anspiel wirft einer den Ball in die Luft und befördert diesen mittels eines Kopfstoßes zum Gegner. Die Angabe wird wie beim Pingpong mit zwei Aufsetzern ausgeführt. Danach gilt, der zurück geköpfte Ball muss »nur« auf der Plattenseite des Gegners aufsetzen. 

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Hart geköpft

Das Spiel ist ähnlich schnell wie Tischtennis. Dass einer der Spieler den Ball erst unterhalb der Platte erhaschen kann und dann – wohlgemerkt immer nur mithilfe des Kopfes – zurückbringt, ist nicht die Ausnahme, sondern fast schon die Regel. Gewagte Sprünge auf die eigene Platte an das Tischtennisnetz, um den Ball knapp und hart zurück zu köpfen, zählen ebenso zum Spieleinsatz. Auch Schmetterbälle lassen sich scheinbar mühelos köpfen. 
Es fehlen bei den Frauen allerdings die charakteristischen Schreie, wie aus dem Damentennis sattsam bekannt.  Das sollte aber nicht als Einwand gegen den entsprechenden körperlichen Einsatz gesehen werden: Tücher neben den Platten dienen dazu, den Schweiß nach Punktgewinn und Wechsel der Angabe beiseite zu wischen. Am Ende war Marie Libkowsky die Siegerin, zwar erschöpft, aber auch überglücklich. 

Wiedersehen in Brüssel

Turniere dieser Art werden seit Jahren veranstaltet. Die Wettkämpfer sind zwar Amateure, aber der Zirkus drumherum ist längst professionell. Das erklärt Wegner nachdem er die Fans in Lahr mit dem Hinweis »wir sehen uns bald in Brüssel« verabschiedet hatte. Dort findet im Februar das nächste Turnier dieser Art statt. Von den Wettkämpfern werden wohl die meisten auch dort an den Start gehen.

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