Friesenheim - Heiligenzell

Heiligenzeller Kürbisfest in neuem Gewand

Autor: 
Wolfgang Schätzle
Lesezeit 3 Minuten
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13. September 2018
Stellten das Kürbisfest vor (von links): Gerold Eichhorn, Franz Huber, Helmut Britsch und Hilal Badr.

Stellten das Kürbisfest vor (von links): Gerold Eichhorn, Franz Huber, Helmut Britsch und Hilal Badr. ©Wolfgang Schätzle

Das Kürbisfest in Heiligenzell bietet nicht nur eine bunte Vielfalt im Programm. Das Fest soll dieses Mal auch zur Begegnung mit Flüchtlingen genutzt werden.

Seit Helmut Britsch den Vorsitz bei den Haus- und Gartenfreunden in Heiligenzell übernommen hat, beschäftigte er sich intensiv mit Satzung und Zweck des Vereins. Britsch will Änderungen und Veränderungen, er will den derzeit 140 Mitglieder zählende Verein wieder attraktiv machen. Dazu gehört auch die Neuausrichtung des Kürbisfestes, das seit zehn Jahren Bestand hat. 

Es sei stets eine Herausforderung für den Verein gewesen, dieses Fest zu veranstalten, so Britsch am Mittwoch im Rahmen eines Pressegesprächs. Wenn am 23. September zum Kürbisfest eingeladen wird, müssen sich die Besucher an ein neues Ambiente gewöhnen. Zugleich ist es auch ein vertrautes Ambiente, denn die Pfarrgemeinde hatte bis vor ein paar Jahren im Klosterhof noch seine Feste gefeiert. Und dorthin zieht es nun die Haus- und Gartenfreunde. Vielleicht ist dieser Schritt vom Schlössle hin zum Kloster eine Art Initialzündung für andere Vereine, hofft auch Ortsvorsteher Gerold Eichhorn. Zumal hinter dem Standortwechsel noch eine andere Idee steckt. Zu dem Fest wurden nämlich die Flüchtlinge eingeladen. Es ist aber kein Fest für die Flüchtlinge, sondern ein Fest mit den Flüchtlingen, betonte Britsch. 

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Die Idee Flüchtlinge an einem Fest im Dorf teilhaben zu lassen, haben sowohl das Netzwerk Solidarität Friesenheim als auch der Integrationsbeauftragte der Gemeinde Friesenheim, Hilal Badr, gerne aufgegriffen. »Ich finde das toll«, so Badr. Die Einladung sei bei den Flüchtlingen sehr gut angekommen. Mittlerweile sind in Heiligenzell 39 untergebracht. Badr schätzt, dass der Großteil auch kommen wird. Er gehe von 25 bis 30 Leuten aus. Angedacht ist auch, dass die Flüchtlinge sich unter die Bürger mischen sollen. So können Vorurteile abgebaut werden. »Ich hoffe inständig, dass sich dann manche Ansichten der Einheimischen ändern, das Miteinander ein bisschen besser wird«, so Britsch.

Das Angebot beim Kürbisfest verspricht wieder Abwechslung. Geldpreise winken beispielsweise für die größten Kürbisse. Wie gewohnt gibt es wieder das Kürbisschnitzen. Britsch rechnet mit rund 20 Kindern, die unter anderem alle eine Mit-Mach-Urkunde erhalten. Die Haus- und Gartenfreunde wollen sich auf ihrem Fest auch dem Thema Bienensterben annehmen. Ein Imker wird im Schaukasten einen Bienenstamm präsentieren. Weiter wird ein zweiter Kasten mit zehn Wappen für ein Schätzspiel aufgestellt. Das Gewicht muss geschätzt werden. Als Hilfe darf eine volle Wabe herausgezogen werden. 

An Musik wird es auch nicht fehlen. Vor fünf Jahren war Britsch das erste Mal bei einem Ausflug der Haus- un Gartenfreunde dabei. Damals holte er die Handorgel heraus, spontan wurde gesungen. Es bildete sich eine kleine Gruppe. Die soll es als Revival am Kürbisfest wiedergeben Zehn Mitglieder werden mit Britsch zu Beginn die Gäste unterhalten. Und es wird eigens dafür ein selbst komponiertes Begrüßungslied geben: »Auf zum Kürbisfeste«. Im weiteren Festverlauf werden Heiligenzells Dorfmusikanten, eine Formation die alljährlich an Fasnacht in Erscheinung tritt, auftreten.

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