"Die Paten der Pflanzen" (6)

Helmut und Ingrid Hahn begrünen den Kreisverkehr in Oberweier

Autor: 
Walter Holtfoth
Lesezeit 3 Minuten
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12. September 2019

Dem 81-jährigen Helmut Hahn macht es Spaß, sich um den Kreisel vor seiner Haustür zu kümmern. ©Walter Holtfoth

Sie machen es aus Leidenschaft, zur Verschönerung des Ortes oder einfach, weil es ihnen Spaß macht: Mehr als 30 Ehrenamtliche hegen und pflegen in ganz Friesenheim die öffentlichen Grünflächen. Der Lahrer Anzeiger stellt »Die Paten der Pflanzen« immer donnerstags vor. Heute: Helmut und Ingrid Hahn aus Oberweier.

Auch der Enkel gärtnert und fragt den Opa immer mal wieder um Rat. Der Lahrer Anzeiger war zu Gast bei Helmut und Ingrid Hahn in Oberweier. Wie in vielen Fällen ist es auch bei den Hahns geschehen, dass vor gut zehn Jahren der damalige Ortsvorsteher Richard Haas an der Tür des Ehepaares klingelte und fragte, ob Helmut Hahn es sich vorstellen könnte, dem Kreisverkehr in der Oberschopfheimer Straße ein blühendes Bild zu verschaffen. »Ich habe gleich ja gesagt und mich verpflichtet, es so lange zu machen, wie ich es kann«, sagt Helmut Hahn.

Inzwischen ist der rüstige Rentner kurz vor seinem 81. Geburtstag und immer noch mit Akku-Rasenmäher, den er sich extra für den Kreisel zugelegt hatte, Hacke, Rechen und Gartenschere zu Gange. Er macht das gerne, betont er. Es gibt bei den Hahns eine Abmachung. Irene Hahn ist im Hause zuständig und ihr Mann für das Drumherum. Mit einem Lächeln erzählt sie, dass Helmut oft morgens die Wohnung verlässt und nur zum Mittagessen zurückkommt, um dann noch einmal runter zu gehen und zu werkeln. Es sieht sehr gepflegt aus um das Anwesen. Das mit Hortensien angelegte Plätzchen um das einladende Bänkchen, das den Blick in Richtung Oberschopfheim, über den Kreisverkehr hinweg zulässt. 

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Zehn Eimer Unkraut hat Helmut Hahn zu Beginn seines Ehrenamtes aus der Anlage entfernt. Überwiegend Disteln haben viel Mühe gemacht. Heute ist Dank seiner steten Arbeit von all dem nichts mehr zu sehen. Helmut Hahn erlebt es immer wieder, dass, sobald er sich seinem Kreisel widmet, wildfremde Menschen anhalten und ihn auf sein Werk ansprechen, ja ihm von Herzen bedanken. Das macht ihn stolz und berührt ihn. 

Was er weniger mag, ist die Tatsache, dass immer mal wieder ein paar Rad- und Rollersportler den Kreisverkehr nutzen, um sich sportlich zu beweisen. Natürlich rauschen »die Bube«, wie er sagt, auch voll über die Pflanzen, überwiegend Geranien, hinweg. »Das muss doch nicht sein.« Zorn ist jedoch nicht in seiner Stimme zu vernehmen. Die Geranien im Übrigen hat er in Rot und Weiß angelegt, weil es die Farben von Oberweier sind. 

Nach getaner Arbeit sitzen die Hahns gerne gemeinsam auf der Terrasse, auf der sich über die warmen Monate das komplette Leben abspielt. Den grünen Daumen hat Helmut Hahn an seinen Enkel vererbt. Dieser lebt in Hoffenheim und ruft immer mal wieder an, um den Opa um Rat zu fragen, was diesen natürlich sehr stolz macht. Wenn er dann mal Freizeit hat, nimmt Helmut Hahn gerne am Oberweierer Vereinsleben teil. Er ist seit Jahrzehnten gern gesehenes Mitglied im Gesangverein Oberweier. 

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