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Erik Weide gewinnt Bürgermeisterwahl in Friesenheim

Autor: 
Anja Rolfes/Christian Schellenberger/Matthias Jundt
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14. Februar 2016
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(Bild 1/4) ©Stephan Hund

Erik Weide ist neuer Bürgermeister von Friesenheim. Er erhielt im zweiten Wahlgang am Sonntagabend 54,58 Prozent der Stimmen. Sein größter Herausforderer Julian Christ kam auf 43,16 Prozent. Lesen Sie hier einen ausführlichen Bericht und alle wichtigen Infos im Ticker nach.

Tränen in den Augen, ein Strahlen im Gesicht: So sehen Sieger aus und so sah Erik Weide (41, Ottenheim) am Sonntagabend um Viertel vor Sieben aus, nachdem der noch amtierende Bürgermeister Armin Roesner verkündet hatte, wer am 1. April seine Nachfolge antritt. 54,58 Prozent der Stimmen holte Weide. Sein schärfster Konkurrent Julian Christ (28, Stuttgart) kam auf 43,16 Prozent. Beide konnten im Vergleich zum ersten Wahlgang am 24. Januar ihr Ergebnis steigern: Weide hatte damals 45,21 Prozent gehabt, Christ 34,61 Prozent. Das lag daran, dass der dritte ernsthafte Kandidat Rafael Mathis seine Bewerbung zurückgezogen hatte. Der frisch eingestiegene Thomas Braun (57, Oberschopfheim) schaffte 1,88 Prozent – das heißt: immerhin 110 Wahlberechtigte gaben ihm ihre Stimme. Michael Eckardt von der Nein-Idee erhielt 0,31 Prozent (Januar: 0,64 Prozent).

Apropos Wahlberechtigte: Das war die zweite Überraschung des Abends – sie stieg von 52,53 Prozent auf 56,21 Prozent. Im Vergleich zum ersten Wahlgang gingen vor allem in Oberweier (plus 4,7 Prozent) und Heiligenzell (plus 4,3 Prozent) mehr Wähler an die Urnen. Heiligenzell, der kleinste Ortsteil, ist gleichzeitig auch der größte bei der Wahlbeteiligung mit 52,93 Prozent. Im Kernort dagegen lockte die Wahl die wenigsten Menschen an die Stimmzettel: 42,87 Prozent. Zugleich ist Friesenheim der einzige Ortsteil, in dem Christ vor Weide liegt. Im Januar hatte noch der Ottenheimer ganz knapp geführt.

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Das Ergebnis wurde wieder in der Aula des Bildungszentrums verkündet. Dicht an dicht standen die Menschen vor den beiden Leinwänden. Ab 18.12 Uhr lagen die Zahlen des ersten Wahlbezirks vor und dann ging es Schlag auf Schlag, Bezirk um Bezirk, bis alle 17 ausgezählt waren. Ein sichtlich glücklicher, aber auch ein bisschen fassungsloser Erik Weide küsste zuerst seine Frau Nadine, umarmte dann seine Kinder. Roesner schüttelte als Erster Weides Hand, dicht gefolgt von Julian Christ mit Frau Jasmin und Herausforderer Braun.

»Sind stolz auf dich«
Weide griff nach dem Mikro: »Das sind die Worte, die mir am schwersten fallen. Mein Dank geht an meine Wähler. Jetzt habe ich die Chance, Ihr Vertrauen zu bestätigen.« Um 18 Uhr heute, Montag, wird eine Tanne ihm zu Ehren auf dem Rathausplatz aufgestellt. »Und danach gibt es in der Sternenberghalle Freibier für alle.« Jetzt gab es in der Aula kein Halten mehr. Von allen Seiten wurde Weide bestürmt – von Bürgern, von Bürgermeistern (Wolfgang Brucker aus Schwanau und Alexander Schröder aus Meißenheim waren da), von seinem Vater Hans (»wir sind so stolz auf dich«). Eine Frau schenkte ihm Marzipan (das isst Weide gern), eine andere überreichte ihm ein mächtiges Paket. »In der Sporthalle nebenan spielt gerade Friesenheim gegen Ottenheim« (Handball), sagte Roesner lächelnd mit Blick Richtung Weide. »Ich bin gespannt, für wen Sie klatschen...« Weide antwortete: »Mit dem Klatschen werde ich mich heute vielleicht zurückhalten.« Irgendwann hatten dann auch die Journalisten kurz Gelegenheit, dem Mann des Abends ein paar Fragen zu stellen. »Ich war guter Dinge« sagte Erik Weide, angesprochen auf seine Siegchancen. »Aber ich brauche jetzt erst einmal Zeit, um alles zu verdauen.« Mit dem Ergebnis zeigte er sich zufrieden: »Es waren gute Kandidaten. Ich habe mich am Schluss durchgesetzt.« Ihm ist aber auch bewusst, dass der Wahlkampf Gräben aufgerissen hat. »Aber die werde ich zuschütten. Ich bin mir sicher, es geht dann für alle in die richtige Richtung, in Richtung Friesenheim.«

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Kommentar

Er muss sich beweisen

Gratulation Erik Weide! Und Gratulation Friesenheim! Da stieg doch tatsächlich die Wahlbeteiligung auf 56,21 Prozent. Immer noch kein super Wert – aber immerhin. Lag es an dem doch (nennen wir es mal) sehr emotional gewordenen Wahlkampf der vergangenen drei Wochen, dass mehr Wähler den Weg an die Urnen fanden? Gräben wurden mit Sicherheit zwischen den Anhängern beider Seiten aufgerissen. Ob sie so tief sind, dass sie sich zuschütten lassen, wie Erik Weide hofft, wird sich zeigen. Letztendlich wird der neue Bürgermeister genau das tun müssen, was seine Amtskollegen landauf, landab müssen: beweisen, dass er das Zeug zum Rathauschef hat, beweisen, dass er die Gemeinde voranbringen kann.

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