Hilfe am Ende eines Lebens

Hospizverein Lahr bietet Infoveranstaltung »Letzte Hilfe« an

Autor: 
Endrik Baublies
Lesezeit 3 Minuten
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23. Mai 2019

Sie wissen, welche Anlaufstellen es für Hilfesuchende gibt (von links): Brigitte Gutenberger (Hospizverein), Palliativmediziner Horst Gaiser und Claudia Hillig (Hospizverein). ©Endrik Baublies

Das Bedürfnis und die Notwendigkeit »Letzte Hilfe« zu leisten nehmen zu. Der Lahrer Hospizverein bietet verschiedene Formen der Unterstützung am Ende eines Lebens an – bei einem Vortrag Anfang Juni und bei Schulungen im Herbst.

Der Vortrag »Letzte Hilfe« des Lahrer Hospizvereins ist eine Kooperation mit der Volkshochschule. Am Dienstag, 4. Juni, zwischen 18 und 21 Uhr im Vortragsraum der VHS stellen Referenten die Arbeit mit Sterbenden und Angehörigen vor. Neben einem ausgedachten Fallbeispiel, dass aber real sein könnte, werden verschiedene Organisationen vorgestellt, die Menschen auf vielen verschiedenen Wegen bei dieser »Letzte Hilfe« Unterstützung anbieten können. Der Abend ist so gestaltet, dass ver-schiedene Formen mit ausreichend Pausen, zeigen, wie und auch wo Hilfe möglich ist.

Wo es Hilfe gibt

Brigitte Gutenberger und Claudia Hillig, die hauptamtlich im Hospizverein arbeiten, stellten am gestrigen Mittwoch zusammen mit dem Palliativmediziner Horst Gaiser  diese Arbeit vor. Es gehe an dem Abend vor allem darum, zu zeigen, was es im Landkreis an Hilfe gibt, wenn Menschen zu Hause das eigene Ende erleben möchten. »Wie erkennt man, dass ein Mensch bald sterben wird?« Oder welche Hilfe könnten Angehörige – nach dem Tod eines Nahestehenden – in Anspruch nehmen?

Gaiser erklärte das an einem Beispiel. »Ältere Menschen möchten möglichst lange gut leben.« Das sei eine generelle Herausforderung an eine immer älter werden Gesellschaft wie auch an die Schulmedizin und deren Devise: »Möglichst lange leben«. Die Zusammenhänge Aids und Palliativmedizin wären heute – als ein Beispiel der Veränderungen – Vergangenheit. Menschen, die betreut werden wollen oder sollten, hätten Tumore, Multiple Sklerose, Schlaganfälle oder leiden an Organversagen. Andere Menschen haben mitunter die eigenen Kinder überlebt.

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Für den Palliativmediziner stelle sich dann die Frage: »Sind wir zuständig?« Dazu gehört eine Vorstellung: Es sollte jeder Mensch die Möglichkeit haben, zu Hause zu sterben. Der Vortrag richte sich daher »generell an alle, die an diesem Thema Interesse haben« oder aber an die, die sich vorbeugend mit diesem Thema auseinandersetzen wollen.

Was Hausärzte leisten

Der Vortrag beginnt mit einer Geschichte, die laut dem jetzigen Plan Rosi Kienzler vom Hospizverein erzählt. Claudia Hillig stellt den Hospizverein vor. Andreas Moser erklärt, welche Aufgaben eine Brückenpflege übernehmen kann. Oliver Hermann ergänzt, was ein Hausarzt leisten kann. Horst Gaiser erklärt, welche Rolle Flüssigkeit und Ernährung am Lebensende haben. Die Palliativstation stellt Angelika Nieder vom Lahrer Klinikum vor. Melanie Friedrich vom Hospiz Maria Frieden un Offenburg ergänzt den Vortrag mit der Vorstellung der Idee des Hospiz und den Zeichen oder Symptomen, die das Ende eines Lebens anzeigen.

Brigitte Gutenberger informiert über die Hilfen bei der Trauerbegleitung nach dem Tod. Diese Vorträge sind im November noch in Achern und im Kinzigtal geplant.

Info

Schulung für »Letzte Hilfe«

Der Lahrer Hospizverein hat neben dem elfköpfigen Vorstand und den drei Hauptamtlichen – Hillig, Gutenberger und Diana Stephan – etwa 50 ehrenamtliche Helfer. Da im Verein aber weiter und vor allem auch mehr Bedarf an Engagement besteht, gibt es im Spätjahr neue Schulungen. 

Ein Vorbereitungskurs, der den Vortrag im Juni ergänzt und vertiefen wird, beginnt in Lahr im November. Diese Vorbereitungen an Hilfe und Unterstützung wird an sechs Wochenenden angeboten. 
◼ Hospizverein Lahr: Liebensteinstraße 10, 77933 Lahr, • 0 78 21/9 82 28 60.

www.hospiz-lahr.de

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