Schwanau/Kappel-Grafenhausen

Im Schwanauer Ferienprogramm den Auerochsen ganz nah

Autor: 
Thorsten Mühl
Lesezeit 3 Minuten
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09. September 2019

Auerochsen und Pferde zeigten sich wenig beeindruckt von den den Besuchern die im Kahn an ihnen vorbeifuhren. ©Thorsten Mühl

Mit dem Fischerkahn eine Fahrt durch die Welt des Naturschutzgebiets Taubergießen unternehmen – 13 Kinder haben diese Möglichkeit im Rahmen des Schwanauer Ferienprogramms genutzt. Dabei gab es erstaunliche Einblicke und Entdeckungen.
 

Taubergießenfahrten sind im Zuge des Schwanauer Ferienprogramms schon seit vielen Jahren schon ein festes Angebot der Familie Zeller. Zunächst fungierte Wilhelm Zeller als profunder Bootsführer jahrelang für Schwanaus Kinder, seit 2018 hat Enkel Michael das Ruder übernommen. So auch diesmal, als 13 Kinder am Programmpunkt teilnahmen. 

Ausgangspunkt der Tour war wie gewohnt die Einstiegsstelle Saukopfbrücke (bei Kappel-Grafenhausen). Die Strecke von rund sieben Kilometern würde die Teilnehmer zunächst auf den Altrhein-Arm »blinde Elz«, danach auf der Elz weiterführen. Die Tour endet ursprünglich in Wittenweier, doch infolge laufender Polder-Arbeiten erfolgte der Ausstieg schon bei der Gifizbrücke (Nähe Kläranlage Kappel).

Viele Schätze zu sehen

Ganze 90 Minuten lang konnten die Fahrtgäste in eine geheimnisvolle Welt mit eigener Prägung eintauchen. Mit einem bedächtigen Tempo von rund sechs Stundenkilometern glitt der Fischerkahn den Taubergießen hinab. Sicher und entspannt fuhr Michael Zeller, der es verstand, in ruhiger, begeisterungsfähiger Kommunikation seine Fahrgäste auf die Schätze der wildromantischen Wald-, Wasser- und Wiesenlandschaft um sie herum aufmerksam zu machen. 

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Im oberen Abschnitt wies Zeller unter anderem auf die besondere Klarheit des Wassers hin. »Das ist ungewöhnlich um diese Zeit und in den vergangenen vier Wochen schon sehr auffällig. Diesen Effekt können wir normal nicht so deutlich bewundern«, hob er hervor. Vorbei führte die Fahrt an der Quelle »blaues Loch«, stets den Hauptstrom hinab. Enten und Libellen begleiteten den Kahn auf seinem Weg. Und noch mehr schillernde Begleiter betreten wie Darsteller die Bühne des Taubergießens und geben ein kurzes Gastspiel. Nutria, Wasserläufer, Reiher, saphirblaue Libellen, Eisvögel – sie alle wissen die Beobachter zu beeindrucken und für sich einzunehmen. Pflanzen wie Springkraut oder in Fließrichtung deutende Unterwasserpflanzen runden das Bild ab. Zeller führte aus, dass diese Pflanzen eine zentrale Rolle für den Wasserkreislauf bedeuteten, indem sie als ausgeklügeltes Filtersystem fungierten.

Ein seltener Anblick

Unerwartet trat dann noch eine Überraschung ein, die, wenn sie geplant gewesen wäre, nicht gelungener hätte ausfallen können. Entlang des Areals »Wilde Weiden«, das beispielsweise für seine Auerochsen bekannt ist, wird immer wieder durch Schilder auf diese Attraktion verwiesen. Doch die Augen der jungen Fahrgäste wurden groß, als sie die mächtigen Ochsen in großer Schar direkt am und im Wasser stehen sahen. Selbst Michael Zeller war gebannt: »So nah habe ich die Tiere auch noch nie begutachten können.« 

Von den seltsamen Besuchern, die auf dem Wasser an ihnen vorbeifuhren, ließen sich die Ochsen samt ihres Nachwuchses und den ebenfalls dabei stehenden Pferden allerdings nicht aus der Ruhe bringen. Eine lehrreiche Fahrt fand, nachdem »blinde Elz« und Elz wieder zusammenflossen, schließlich den gelungenen Abschluss.

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