Lahr/Schwarzwald

In Lahr: »Neue Arbeit« hat ihren Preis

Autor: 
Jürgen Haberer
Lesezeit 3 Minuten
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15. Mai 2018

Senja Töpfer ist die neue Leiterin des Amts für Soziales, Schule und Sport. ©www.katrindenkewitz.de

Neben dem Tätigkeitsbericht des Amtes für Soziales, Schule und Sport, wurde dem Sozialausschuss auch die Arbeit der »Neuen Arbeit Lahr« und die vor sieben Monaten eingerichtete Stelle für »Bürgerschaftliches Engagement und Bürgerbeteiligung« vorgestellt.

Senja Töpfer, die neue Leiterin des Amts für Soziales, Schule und Sport, hat sich in der Sitzung des Sozialausschusses mit einem kurzen Überblick über die Aktivitäten des vergangenen Jahres begnügt. Im Zentrum ihrer Ausführungen standen vor allem die laufenden Projekte und die Kernaufgaben des Amtes, das mit dem größten Einzelbudget im städtischen Haushalt vertreten ist.

Deutlich beschränkt hat sich auch Djahan Salar, der Geschäftsführer der »Neuen Arbeit Lahr« (NAL). Es ist mittlerweile 35 Jahre her, dass die NAL aus der kirchlichen Gemeinwesenarbeit Flugplatzstraße hervorgegangen sei. Ihr Tätigkeitsfeld ist vielschichtig und breit gefächert. 

Die gemeinnützige GmbH, die zu den zehn ältesten Beschäftigungsgesellschaften Deutschlands zähle, fördere und qualifiziere Langzeitarbeitslose und Flüchtlinge, engagiere sich im Bereich der Berufsvorbereitung, unterstütze wichtige Sozialprojekte. Letztendlich beschränkte sich Djahan Salar in seinem Bericht aber weitgehend auf die Kooperationsprojekte mit der Stadt. 

»Beruf und Co«

Die wichtigste Säule ist hier das bereits vor vielen Jahren initiierte Projekt »Beruf und Co«, das vor allem über die alljährliche Berufsinfomesse in der Sulzberghalle wahrgenommen werde. Die NAL sei hier aber weit über die eigentliche Messe hinaus aktiv. Sie ist an den Schulen präsent, betreut Übungsfirmen, organisiert Praktika und Berufseinstiegskurse, stärkt im Dialog mit den Jugendlichen selbstständiges Denken. 

Weiter hilft sie, Kompetenzen und die Fähigkeit zur Selbstkritik zu entwickeln, kooperiert mit allen Schularten, hat ihre Fühler längst auch ins benachbarte Elsass ausgestreckt, wie Salar erläuterte. Das angesichts des Fachkräftemangels durchaus auch der Wirtschaftsförderung dienende Projekt habe letztendlich aber auch seinen Preis. 

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Der von der Stadt Lahr und der Agentur für Arbeit jeweils zur Hälfte zur Verfügung gestellte Zuschuss müsse ab 2018 von zuletzt 67 500 Euro auf 75 000 Euro erhöht werden. Ebenfalls in Kooperation mit der Stadt wurde das Projekt »Erfolgreich in Arbeit« aufgelegt, das fast 500 Jugendliche in der Theodor-Heuss-Schule, der Friedrichschule und der Otto-Hahn-Realschule erreicht.

Noch im Anfangsstadium befindet sich die im Oktober 2017 gestartete Arbeit der zentralen Stelle für »Bürgerschaftliches Engagement und Bürgerbeteiligung«. Stelleninhaberin Karin Brixel skizzierte in ihrem Bericht die Ergebnisse einer ersten Ehrenamtsumfrage, kündigte für den Herbst den Start der »Engagementbörse Lahr« an. 

Sie will Integration über bürgerschaftliches Engagement in der Zivilgesellschaft fördern, kündigte eine Veranstaltungsreihe dem Titel »Engagement begeistert« an. Im Juni und September sind hier zwei Veranstaltungen in Kooperation mit dem Städtetag Baden-Württemberg auf der Landesgartenschau geplant. 

Kritik in der Diskussion

In der anschließenden Diskussion des Berichts kritisierte Dorothee Granderath (Grüne) die verbesserungswürdige Anerkennungskultur, die gerade auch bei den ehrenamtlichen Helfern auf der Landesgartenschau sichtbar werde. »Etwas mehr Entgegenkommen wäre bei der Gewinnung zusätzlicher Helfer sicherlich hilfreich«, wie Granderath betonte. 

Eberhard Roth (Freie Wähler) erinnerte in dem Zusammenhang aber auch an die ehrenamtliche Vereinsarbeit. »Es darf hier keine Ungleichheit entstehen«, wie ihr Roth entgegenhielt.

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