Unterstützung der »Fridays for Future«-Gruppe

Klimaschutz zum Kaufen: DRK stellt Klamottenaktion in Lahr vor

Autor: 
Leoni Schmidt-Enke
Lesezeit 3 Minuten
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11. April 2019
Werben für den Kauf von gebrauchten Klamotten (von links): Mia Heindl, Kleidertreff-Mitarbeiterin Zejnepe Rexhepi und Ute Zachmann.

Werben für den Kauf von gebrauchten Klamotten (von links): Mia Heindl, Kleidertreff-Mitarbeiterin Zejnepe Rexhepi und Ute Zachmann. ©Leoni Schmidt-Enke

Der Kleidertreff des Deutschen Roten Kreuz und die Jugendlichen von "Fridays for Future" veranstalten einen Teenie-Shopping-Tag-

Zwölf Kilo neue Kleidung – so viel kaufen die Deutschen laut DRK im Jahr pro Kopf ein. Doch wer kauft und kauft muss auch aussortieren. »Wir kriegen regelmäßig sehr gute Spenden«, erzählt Ute Zachmann, die Leiterin der DRK-Kleidertreffs in Lahr. »Aber es wird nicht so viel eingekauft.«

Um das zu ändern und das Angebot des Second-Hand-Ladens besonders bei Jüngeren bekannt zu machen, plant sie gemeinsam mit der Lahrer »Fridays for Future«-Gruppe (FFF) einen »Teenie-Shopping-Tag«. 

Jugendliche und junge Erwachsene sollen dafür in den nächsten Wochen ihre Schränke auszumisten und nicht mehr benötigte Kleider, Schuhe und Taschen als Spende beim Kleidertreff abgeben. Am Samstag, 18. Mai, von 9 bis 14 Uhr stehen dann die Türen offen für alle Teenager, die sich gerne mit den gespendeten Teilen ihrer Gleichaltrigen neu einkleiden möchten. »Wir hoffen, dass das Interesse an Second-Hand so wächst«, sagt Mia Heindl, stellvertretende Pressesprecherin der FFF-Ortsgruppe.

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Bisher sei diese Art des Einkaufens für viele in ihrer Generation unattraktiv, da auch neue Kleidung billig zu haben sei. Oft fehle auch das Wissen darüber, wie umweltschädlich die Textil-Industrie sei. Heindl meint: »Durch ›Fridays for Future‹ werden viele auf das Thema aufmerksam. Also: wenn nicht jetzt, wann dann?«

Die Einnahmen der Aktion gehen wie alle Einkünfte des Kleidertreffs an die soziale Arbeit des DRK-Kreisverbands. Die Kleidungsstücke sollen zwischen einem und zehn Euro kosten. »Das soll den Kleidern einen Wert geben«, erklärt Zachmann. Eine »Schutzgebühr« in dieser Höhe sei auch sonst üblich. Nur in Einzelfälle koste ein Teil mal 20 oder 30 Euro.

»Uns ist es wichtig, den lokalen Kreislauf anzukurbeln. Auf diese Weise kann man die Lebensdauer von Kleidung enorm verlängern«, betont Lisa Fronmüller. Die Schülerin ist ebenfalls bei FFF aktiv. An ihrer Schule, dem Clara-Schumann-Gymnasium, und am Max-Planck-Gymnasium darf die FFF-Ortsgruppe Räume nutzen, um die Kleiderspenden vor Ort zu sammeln. Der DRK-Kreiverband kümmert sich um den Transport zum Kleidertreff.

»Das Tolle ist, dass bei uns alle einkaufen können«, betont Zachmann »Das ist leider noch nicht in den Köpfen.« Stattdessen verbänden das DRK viele nur mit Hilfsbedürftigen. Sie hofft, mit der Aktion ein Umdenken bewirken zu können: »In den nordischen Ländern ist das schon so – man geht erst zum Second-Hand und dann in die anderen Läden.«

Info

Kleidertreff

Der Kleidertreff befindet sich beim DRK-Kreisverbands in der Alten Bahnhofstraße 10/3. Die Öffnungszeiten sind montags und donnerstag von 9 bis 16 Uhr, dienstags von 16 bis 19 Uhr und freitags sowie jeden ersten Samstag im Monat von 9 bis 12 Uhr. 

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