Erpresser haben im Internet oft leichtes Spiel

Junger Lahrer mit Nacktaufnahmen erpresst

Autor: 
red/xs
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20. Juli 2018

Zu Beginn des Monats ist ein 25-jähriger Lahrer Opfer einer Erpressermasche geworden. ©Symbolbild: arda savasciogullari/shutterstock.com

Erpresser haben im Internet oft einfaches Spiel, ihre Opfer in zahlreiche Fallen zu locken. Das zeigt auch der Fall eines jungen Mannes aus Lahr zu Beginn des Monats.

Ein 25-jährige Lahrer ist zu Beginn des Monats Opfer einer Erpressermasche geworden. Wie die Polizei berichtet, veröffentlichten die Täter anzügliches Bild- und Videomaterial des jungen Mannes im Internet, nachdem dieser nicht auf die Forderungen der Erpresser eingegangen war.

In Zeiten der sozialen Medien sei das längst kein Einzelfall mehr, so das Offenburger Polizeipräsidium. Flirtapps, Videomessenger oder einfache Chaträume würden es Erpressern vereinfachen, mithilfe anonymen Flirt-Profilen an ihre zukünftigen Opfer zu gelangen - vor allem, wenn diese vor lauter Liebes-Glück nicht mehr jede Ungereimtheit hinterfragen.

Subtile Herangehensweise

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Die Kontaktaufnahme der Täter ist meist simpel, erklärt das Polizeipräsidium. Über bekannte soziale Netzwerke, wie zum Beispiel Facebook, nähern sie sich den Betroffenen an und verschicken scheinbar harmlose Small-Talk-Nachrichten. Dabei ködern die Betrüger mit attraktiven Profilbildern spärlich gekleideter Männer oder Frauen und gefälschten Informationen über die fiktive eigene Person. Während Männer oft mit aufreizenden Frauenbilder gelockt werden, versuchen die Betrüger bei Frauen spannende und gut bezahlte Berufe, wie Chirurg oder Offizier, in den Mittelpunkt des falschen Profils zu stellen.

Nach der ersten Kontaktaufnahme bitten die Täter ihre gefundenen Interessenten meist, auf einen Videochat umzusteigen, der sich auf derselben oder einer anderen Internet-Plattformen befinden kann. Dem Opfer wird suggeriert, es hätte einen ersten Erfolg erzielt, um seinen Schwarm näher kennenlernen zu können. Im Anschluss setzen die Betrüger auf die Masche »Weniger ist mehr« und fordern ihr Gegenüber auf, ebenso schnell wie sie selbst, die Hüllen fallen zu lassen. Laut dem Offenburger Polizeipräsidium ist es dabei auffällig, dass zumeist aufgrund angeblicher technischer Probleme keine Sprachverbindung seitens der Täter zustande kommt, sondern lediglich per Textnachrichten kommuniziert wird.

Hohe Geldbeträge gefordert

Die im Liebes-Glück blind gewordenen Opfer kommen der Bitte nach Nacktbildern oder Videos oft nach und die Betrüger können mit ihrer Erpressung beginnen: Um eine Veröffentlichung der intimen Bilder zu verhindern, wird das Opfer aufgefordert, Summen zwischen 300 und 9000 Euro an eine meist in Afrika lebende Person zu überweisen. Überweisungsplattformen sind beispielsweise »Moneygram« oder »Western Union«.

Die Ermittler der Kriminalpolizei Offenburg gehen dabei von einem hohen Dunkelfeld aus, da die vermutlich überwiegende Anzahl der Opfer den Forderungen aus Scham nachkommt und sich nicht mit der Polizei in Verbindung setzt. Seriöse Schadensschätzungen sind daher unmöglich.

Info

Tipps des Offenburger Polizeipräsidiums

  • Keine Videotelefonie mit bis dahin unbekannten Personen
     
  • Keine Freizügigkeit gegenüber Unbekannten im Internet
     
  • Verdachtsmomente sind Textnachrichten in schlechtem Deutsch, offenkundig durch Übersetzungsprogramme entstanden sowie das Verweigern von Livegesprächen aus angeblich technischen Gründen
     
  • Nicht auf die Geldforderungen eingehen! Auch nach Zahlung des Geldbetrages können weitere Forderungen folgen, die Geschädigten haben keinen Einfluss auf die tatsächliche Löschung entstandener Bilder und Videos
     
  • Speichern aller Mails bzw. Chat-Nachrichten zur Beweissicherung
     
  • Jeden Kontakt zu den Tätern unverzüglich beenden und diese blockieren
     
  • Unverzügliche Kontaktaufnahme mit der örtlichen Polizeidienststelle. Von dort aus kann auch Hilfestellung zum Löschen von Daten auf sozialen Plattformen gegeben werden
     
  • Gegenbenenfalls neue Mailadressen und neuen Account innerhalb des betroffenen Netzwerkes anlegen

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