Lahr

Querelen: Lahrs Kleingartenverein löst sich auf

Wolfgang Schätzle
Lesezeit 3 Minuten
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11. November 2015
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(Bild 1/3) Nach der Auflösung müssen die Kleingärtner mit der Stadt eigene Verträge für die insgesamt 144 Parzellen im Ernet (Bild) und in der Vogesenstraße abschließen. ©Mark Alexander

In einem Jahr ist endgültig Schluss: Am Dienstag haben Lahrs organisierte Klein- und Hobbygärtner die Auflösung ihrer Interessengemeinschaft beschlossen. Das Vereinsvermögen geht an die Stadt Lahr.

Wenn die Stadt Lahr im Jahr 2018 zur Landesgartenschau einlädt, wird es die Klein- und Hobbygärtner in ihrer organisierten Form nicht mehr geben. Dies zeichnete sich bereits in der Hauptversammlung Ende September ab, da sich niemand bereit erklärt hatte, den Vorsitz zu übernehmen. Daraufhin hatte der amtierende Vorsitzende Martin Jeske den Antrag gestellt, den Verein – die Interessengemeinschaft der Klein und Hobbygärtner Lahr – aufzulösen.

Geld geht an die Stadt
Dieser Antrag fand nun am Dienstagabend in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im Dinglinger Aktienhof die erforderliche Dreiviertelmehrheit. Allerdings waren dafür zwei außerordentliche Versammlungen nötig und es begann zunächst etwas holprig. Denn die Vereinsspitze wollte in der ersten Außerordentlichen eine Satzungsänderung bewirken. In der aktuellen Fassung vom März 2013 heißt es, dass bei Auflösung des Vereins oder bei Wegfall steuerbegünstigter Zwecke das Vereinsvermögen an die Stadt Lahr geht, die damit das Kleingartenwesen fördern soll. Dieser Paragraf sollte so geändert werden, dass das Vermögen an den Bezirksverband der Gartenfreunde Mittelbaden fällt. Bei der Abstimmung gab es zwar eine klare Mehrheit, die sich für den Bezirk aussprach, jedoch nicht das gewünschte Ergebnis. Bei 41 Ja- und 21 Nein-Stimmen wurde die erforderliche Dreiviertelmehrheit verfehlt. Das Geld geht somit an die Stadt.

Im zweiten Teil der Versammlung wurde dann bei nur zwei Nein-Stimmen und vier Enthaltungen das Aus beschlossen. Der Verein wird jedoch noch ein Jahr weiterbestehen. In diesem Zeitraum wird die Liquidation abgewickelt. Die IG wandelt sich vom »eingetragenen Verein« (e.V.) zunächst in einen Verein »in Liquidation« (i.L.).

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Er finde es schade, aber werde auch in Zukunft seinem Hobby nachgehen, so Martin Jeske, der auch amtierender Bezirksvorsitzender ist, gegenüber dem Lahrer Anzeiger. In den nächsten zwölf Monaten wird Jeske zusammen mit dem Rechtsanwalt Ralf Bernd Herden die Liquidation abwickeln.

Was bedeutet die Entscheidung für Lahrs Hobby- und Kleingärtner? Diese – insgesamt 254 – müssen nach Ablauf der Liquidationszeit mit der Stadt eigene Verträge und auch eigene Versicherungen für ihre 144 Parzellen rund um den Bereich Ernet und in der Vogesenstraße abschließen oder sich den organisierten Kleingärtnern in Offenburg oder Kehl anschließen.

Unstimmigkeiten
Einer von ihnen bedankte sich nach der Versammlung unüberhörbar für das gescheiterte Votum, wonach das Geld des Vereins in Lahr bleibt. Zugleich wetterte er, dass wegen eines Einzigen nun 37 Jahre (solange gibt es die IG) kaputt gemacht worden seien. Die Misere soll nach Unstimmigkeiten zwischen dem Vorstand und einem Mitglied ihren Lauf genommen haben, hieß es.

Apropos Geld: Beträge wurden in den beiden Versammlungen nicht genannt. Rund 8000 bis 9000 Euro umfasst das Vereinsvermögen derzeit, so Jeske auf Nachfrage des Lahrer Anzeigers. An die Stadt werde wohl nur etwa die Hälfte dieses Betrags fließen. Grund: Die Beiträge für 2016 müssen noch an den Verband abgeführt werden. Auch das Vereinslokal »Grille« im Ernet fällt an die Stadt.

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»Gepflegte Wildnis« nennen die Pächter die Strukturen in der Kleingartenanlage, die Stadt behauptet: »Die Pächter machen, was sie wollen.« Im Vordergrund ein Teil der gefällten Bäume.
07.03.2014
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