Friesenheim - Heiligenzell

Kloster Heiligenzell für den Umbau zur Kita favorisiert

Autor: 
Hans Weide
Lesezeit 3 Minuten
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26. April 2019

Es besteht Platzbedarf und so soll das Kloster Heiligenzell zukünftig Platz für die Kita bieten. ©Hans Weide

 Im Kloster Heiligenzell kam der Orschaftsrat Heiligenzell zu seiner aktuellen Sitzung zusammen. Dieses soll nach Plänen der Gemeinde zu einer viergruppigen Tagesstätte umgebaut werden. Ein nicht einfaches Thema wie sich im Verlauf der Sitzung herausstellte.

Schon der Gemeinderat hatte sich damit schwer getan, und war nur mit einem sehr knappen Ergebnis (11 : 10 Stimmen) dem Vorschlag der Verwaltung gefolgt. Vor Beginn der Planung war nun der Ortschaftsrat zu hören. Dazu begrüßte Ortsvorsteher Gerold Eichhorn (CDU) neben den Ratsmitgliedern Bürgermeister Erik Weide, Bauamtsleiter Markus Reinbold, Katharina Marx vom Hauptamt und die Planerin Katrin Hansert von der Planschmiede Schutterwald am Ratstisch. 

Ausgangslage war, dass im Hinblick auf die gestiegenen Geburten, in den vorausgegangenen und einer voraussichtlichen Zunahme in den nächsten Jahren, ein weiterer Bedarf an Kindergarten- beziehungsweise Kindertages-Plätzen in Friesenheim besteht. In diesem Zusammenhang hatte die Gemeindeverwaltung einen Neubau am Schulzentrum oder am alten Sportplatz sowie den Umbau des Klosters ins Auge gefasst und das Planungsbüro Hansert mit einer Prüfung der Standorte beauftragt. 

Standort mit Vorteilen

Von diesem wurde der Standort Kloster favorisiert, wobei man weitere Vorteile darin sieht, dass durch die erforderliche Erschließung gleichzeitig im rückwärtigen Bereich ein kleines Baugebiet geschaffen werden kann. Dies wurde – wie bereits im Gemeinderat – von der Planerin nochmals erläutert. Dazu bezifferte sie die Gesamtkosten auf etwa 3,3 Millionen Euro.

Zum Zeitrahmen führte sie an, dass mit einer Planungsphase und der Bauzeit von rund 34 Monaten, die Kita frühestens im Februar 2022 in Betrieb genommen werden könne; vorausgesetzt, dass der dazu gehörende Plan für das Bebauungsgebiet im üblichen Zeitrahmen genehmigt werde. In diesem Zusammenhang empfahl Bauamtsleiter Reinbold, zunächst den Bebauungsplan aufzustellen, weil man erfahrungsgemäß nicht voraussehen könne, mit welchen Verzögerungen im Hinblick auf das Genehmigungsverfahren zu rechnen sei. 

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Nach den Ausführungen der Planerin, die mit entsprechenden Zahlen und Übersichten erläutert wurden, gaben Eichhorn und Weide eine kurze Stellungnahme ab, in der sich beide für den Standort Kloster aussprachen, wobei sie betonten, dass aber das Gremium letzten Endes die Entscheidung träfe. 

Angeregte Diskussion

Den Anfang der Diskussion machte Brigitta Schrempp (CDU), die auch im Namen ihrer Fraktion sprach.  Vieles, unter anderem, dass das Gebäude und die Kita im Gemeindebesitz bleibe, die Möglichkeit ein Baugebiet zu erschließen und die schöne Lage sprächen für den Standort, so dass man ihn trotz der Kosten als geeignet betrachte. 

Kritischer äußerte sich Peter Zimmermann (FW). Man habe seitens der Verwaltung schnell gehandelt und somit in dieser wichtigen Angelegenheit kurzfristig entscheiden müssen. Mit der Bemerkung »man müsse nun das Beste daraus machen« akzeptiere er jedoch die Entscheidung des Gemeinderats. Allerdings ging er davon aus, dass die Kosten weitaus höher, als von der Gemeinde geschätzt, sein werden. Für den Standort spräche, dass man mit dem Neubaugebiet günstigen Wohnraum schaffen könne. Ergänzt wurde dies durch Gerold Kadenbach (FW), der sich bereits über die einzelnen erforderlichen Maßnahmen im Hinblick auf den Um- und Anbau Gedanken gemacht hatte und somit auch von viel höheren Kosten ausging. Zusammenfassend bezeichnete er die Maßnahme jedoch für machbar. 

Davon dürfte der Rat insgesamt auch ausgegangen sein, denn dem Beschlussvorschlag des Ortsvorstehers, dass dem Gemeinderat empfohlen wird, die Planung der Kita im Kloster weiterzuführen, folgte man einstimmig.  

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