Lahr/Schwarzwald

"Knutschkugeln" zum Anfassen - Isetta-Treffen in Lahr

Autor: 
Stephan Tissot
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26. August 2018
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Wo geht's denn hier rein?!

Wo geht's denn hier rein?! ©Stephan Tissot

Der nervige Nieselregen am Samstag konnte den knapp 180 Isettas nichts anhaben. Wie am Freitag fuhren etwa 80 der knuffigen Kleinfahrzeuge in den Seepark der Landesgartenschau (LGS). Am Nachmittag versammelten sich dann alle Isettas und BMW 600 vor der Geroldsecker Halle in Reichenbach. Der Andrang der Besucher war groß.

Walter Gyssler aus Reichenbach hat das Treffen mit insgesamt 50 Helfern auf die Räder gestellt. An Mittag – da ist endgültig klar: Das Geniesel bleibt – tuckern die Isettas und BMW 600 nach und nach auf dem Parkplatz vor der Halle in Reichenbach  ein. Die eine Hälfte kommt von der LGS, die andere Hälfte aus dem Kinzigtal. Die Stimmung ist gut, es sind etwa 350 Liebhaber, die wohlbehalten angekommen. Die meistern fahren zu zweit – mit Ausnahme der wesentlich größeren BMW 600, die Platz für vier Leute hat. Das erklärt Norbert Schadt, Vorsitzender des Isetta-Clubs mit seinen etwa 1300 Mitgliedern. 

»Wie jedes andere Auto«

Die Kleinwagen, die BMW nach einer Idee aus Italien entwickelt hat, wo auch der Name Isetta kreiert wurde, sind in Deutschland zwischen 1955 und 1962 gebaut worden. Der geringe Radstand der zwei Hinterräder sei aus folgendem Grund geplant worden: Ohne Differenzial waren die Kleinwagen nur so teuer wie ein Motorrad. In Reichenbach tauchen sogar echte Dreiräder auf. Die hatten den Vorteil, dass sie mit 16 Jahren und der Fahrerlaubnis Klasse vier gefahren werden durften. Heute, schätzen Schadt und Gyssler, gibt es in Deutschland noch etwa 2500 Gefährte, weltweit etwa 4000. 

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Wie es ist, in der »Knutschkugel« zu sitzen, versuchen einige Besucher. Schon der Einstieg ist anders: Rein geht es durch die Tür an der Front. Dann aber sitzt jeder irgendwann und irgendwie. 

»Eine Isetta lässt sich fahren wie jedes andere Auto auch«, sagt Schadt. Das Rollermobil habe vier Vorwärtsgänge, einen Rückwärtsgang und schaffe eine Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 70 Kilometer pro Stunde. Bemerkenswert ist, dass zum 42. Jahrestreffen in Reichenbach 2018 eine Isetta aus der Nähe von Bremen etwa 750 Kilometer aus eigener Kraft bewältigt hat. Das dürfte die weiteste Anfahrt gewesen sein. Die Treue der Besitzer zur Isetta ist dazu legendär. Peter Huber aus Pforzheim hat mit seinem Autochen alle 30 Jahrgangstreffen seit 1988 ohne Ausnahme besucht. Das wird vom Verein selbstverständlich gewürdigt.

Von oben, ein Kran samt Kabine schafft den Überblick, ist dann der Vorteil der Isettas zu erkennen. Die seitlichen Lücken zwischen den Gefährten sind vernachlässigbar. Schließlich steigt man vorne ein und aus. Daher, so Schadt, rührt auch her, dass alle Isettas und die BMW 600 ein Schiebedach haben mussten. Der TÜV forderte der TÜV – damit es einen Notausstieg gibt. Jetzt fehlt nur noch die wichtige Unterscheidung. Die BMW 600 ist beileibe keine große Isetta – lediglich der Einstieg sei gleich.  
Hier gehört dann noch eine Anekdote dazu. Gyssler erinnert an eine Szene, die er einmal in Wolfach erlebt habe. Eine Parklücke für »ein normales Auto« hätte Platz für drei Isettas im rechten Winkel zur Fahrbahn geboten. Nach Adam Riese: Die Länge einer Isetta entspricht ungefähr der Breite andere Automobile.
 

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Walter Gyssler und seine Isetta: Extra für die Ausfahrt zum Vogtsbauernhof kommende Woche hat seine Frau Traudel einen Bollenhut fürs Wägelchen angefertigt, passend zum Schwarzwald.
17.08.2018
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