Rheintalbahn
Dossier: 

Lärmschutzwände in Lahr bis Ende 2017

Mark Alexander
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08. März 2016
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Anwohner sollen bald besser gegen Bahnlärm geschützt werden. ©Ulrich Marx

Die Lahrer sollen bald besseren Schutz vor Bahnlärm erhalten. Auch südlich des Bahnhofs ist nun eine Lärmschutzwand geplant. Sie soll vier Meter hoch werden. Läuft alles nach Plan, dann werden die Schutzwände im nächsten Jahr gebaut.

Vorbeirauschende Züge sind für viele Menschen in Dinglingen ein Ärgernis. Lärmschutzwände nördlich und südlich des Lahrer Bahnhofs sollen bald Abhilfe schaffen. Besonders im Blickpunkt ist der Bereich im Süden: Dort hatte die Bahn ursprünglich keinen aktiven Lärmschutz vorgesehen. Der Gemeinderat hatte dann vor rund einem Jahr zum Schutz der Anwohner im Kleinfeld Süd Schallschutzwände gefordert.
Zunächst waren niedrige Wände (55 bis 76 Zentimeter) vorgesehen, die sich direkt an den Gleisen befinden. Das hat folgenden Grund: Durch das Gleis 6 im Lahrer Bahnhof kann eine größere Wand nicht unmittelbar am stark befahrenen Hauptgleis gebaut werden.

Eine Prüfung der Bahn hat nun ergeben: Eine konventionelle Lärmschutzwand östlich von Bahnsteig 6 ist dennoch effektiver und einfacher zu bauen. Um die gewünschten Effekte zu erzielen, weicht die Bahn von der Standardhöhe von drei Metern ab: Vom Belleviller Platz bis auf Höhe der Römerstraße soll stattdessen eine vier Meter hohe Wand entstehen. Der Lahrer Gemeinderat begrüßt diese Pläne.

Fokus auf Römerstraße 

Für die Wohnbebauung entlang der Vogesenstraße geht die Bahn von einer Lärmminderung von sieben bis neun Dezibel aus. Am Bahnhofsplatz 3 könnten es sogar bis zu elf Dezibel werden. Für die Hochhäuser Römerstraße 1 und 3 rechnet die Bahn mit fünf bis sieben Dezibel (Nordfassade). An den Südfassaden werden indes nur 0,5 bis 2 Dezibel Lärmminderung erwartet. 

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Wie kommt es zu diesen Unterschieden? Laut Stadtverwaltung hängt das damit zusammen, dass die Lärmschutzwand 50 Meter südlich des Gebäudes Römerstraße 3 endet. Daher hat die Stadt bei der Bahn angeregt, diese Wand in Richtung Süden zu verlängern. Laut der Bahn ist dies aber nicht möglich – aufgrund von Vorgaben des Eisenbahnbundesamts. Außerdem verweist die Bahn auf das »schlechte Kosten-Nutzen-Verhältnis«.

Auf eigene Kosten?

Somit bliebe nur die Möglichkeit, dass die Stadt die Schallschutzwand auf eigene Kosten verlängert. Das Büro Heine und Jud ist mit einer Untersuchung beauftragt worden. Nun ist eine Verlängerung der Wand um 145 Meter bis zur Hursterhofbrücke im Gespräch. Für rund 25 Wohnungen wäre dann kein passiver Schallschutz mehr notwendig. »Allerdings wirken Lärmschutzfenster in den Hochhäusern auch gegen den Verkehrslärm der B 36«, so die Stadtverwaltung. Daher stelle sich die Frage, ob solche Fenster nicht sinnvoller seien.  

Derzeit geht die Bahn davon aus, dass die Lärmschutzwände Ende 2017 gebaut werden können. Sogenannte Sperrpausen sind daher für September bis November 2017 angemeldet worden. Das sind Zeiten, in denen der Bahnverkehr eingestellt wird. 

Auf längere Sicht soll noch mehr passieren: Um für den ICE Geschwindigkeiten von bis zu 250 Stundenkilometern zu ermöglichen, plant die Bahn einen umfangreichen Ausbau der Gleise. Dann sind sogar sechs Meter hohe Schutzwände vorgesehen. Das ist allerdings Zukunftsmusik: Vor 2035 wird sich voraussichtlich nichts tun.

Info

Vermessung beginnt

▸ Ende Januar hat der Bundestag die Mehrkosten für den Bau des Offenburger Tunnels und die autobahnparallele Trassenführung zwischen Offenburg und Riegel bewilligt. Wie die Deutsche Bahn mitteilt, beginnen die Vermessungsarbeiten im Bereich der künftigen Trasse zwischen Offenburg und Kenzingen Mitte März.
 
▸ Dabei werden etwa alle 1000 Meter Punkte im Boden markiert. Dies geschieht im Bereich öffentlicher Straßen und Plätze, sodass keine Beeinträchtigungen im Bereich privater Grundstücke zu erwarten sind, teilt die Bahn mit.

▸ Die Arbeiten beginnen in der Kalenderwoche 11 (14. bis 18. März) nördlich von Offenburg und enden in der Kalenderwoche 22 (30. Mai bis 3. Juni) südlich von Kenzingen.

www.karlsruhe-basel.de

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