Lahr/Schwarzwald

Lahr investiert sechs Millionen Euro für neue Feuerwache

Autor: 
Dominik Kaltenbrunn
Lesezeit 3 Minuten
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14. Dezember 2018

Thomas Happersberger, Leiter der Feuerwehr Lahr und die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Sandra Boser, im Gespräch. ©Dominik Kaltenbrunn

Im Lahrer Westen soll ein Neubau für die Feuerwehr entstehen. Da sich rund um den Flugplatz wirtschaftlich einiges tut, muss die Struktur der Feuerwehr angepasst werden, um den gesetzlichen Vorgaben zu entsprechen. Dafür sollen knapp sechs Millionen Euro investiert werden.

Das Gebiet rund um den Flugplatz im Lahrer Westen wächst zunehmend. Immer mehr Wirtschaftsunternehmen siedeln sich an. Das bringt auch ein erhöhtes Risiko für Unfälle oder Brände mit sich. Die Stadt muss eine den örtlichen Verhältnissen angepasste, funktionierende Wehr aufstellen, denn das Feuerwehrwesen ist eine weisungsfreie kommunale Pflichtaufgabe. Um den gesetzlichen Vorgaben zu entsprechen, reagiert die Stadt nun auf die Entwicklung im Lahrer Westen, indem sie dort eine neue Feuerwache errichten will.

Von der Stadtverwaltung wurden verschiedene Standorte etwa auf die Nutzung der vorhandenen Infrastruktur untersucht. Als geeignetste Fläche wurde ein Grundstück im Besitz des Zweckverbands Industrie- und Gewerbepark Raum Lahr in der Dr. Georg-Schaeffler-Straße ausgewählt, heißt es in der Beschlussvorlage des Gemeinderats dazu. 

Einen Bebauungsplan für den Standort westlich des Frachtpostzentrums gibt es demnach nicht. Im Flächennutzungsplan der Verwaltungsgemeinschaft Lahr-Kippenheim ist er überwiegend als gewerbliche Baufläche dargestellt. Das Grundstück muss die Stadt dem Zweckverband abkaufen.

Am kommenden Montag wird der Gemeinderat darüber beraten, ob die Stadtverwaltung mit der Umsetzung der Planung für die neue Feuerwache beauftragt werden soll. Die Stadt will laut Beschlussvorlage 5,92 Millionen Euro in diesen Neubau investieren. Das Land Baden-Württemberg wird das Projekt mit 410 000 Euro fördern. 

Neue Testanlage

Das bestätigte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Sandra Boser, bei einem Vor-Ort-Termin bei der Lahrer Feuerwehr am Donnerstag. »Der Landeszuschuss ist schon genehmigt«, sagte Thomas Happersberger, der Leiter der Feuerwehr Lahr. Die Zahl sei aber noch nicht abschließend. Da eine Testanlage für Atemschutzgeräte in den Neubau  integriert werden solle und noch nicht klar sei, wie teuer das werde, fehle dieser Posten im Landeszuschuss noch, erklärte Happersberger.

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Die neue Feuerwache soll einerseits den aktuellen Bedarf abdecken, andererseits  eine nachhaltige Entwicklung im Lahrer Westen anstoßen. »Weitere Ansiedlungen, Bevölkerungswachstum, die Entwicklung eines Güterverkehrszentrums oder auch der Betrieb des Lahrer Flugplatzes« seien Beispiele dafür, so die Beschlussvorlage. 

Ein weiteres Thema während Bosers Besuch war die interkommunale Zusammenarbeit der Feuerwehren. Die Lahrer Wehr übernimmt etwa die Aufgaben der Kleiderkammer, des Atemschutzes oder  der Schlauchpflege auch für einige umliegende Gemeinden. »Mit Schwanau gibt es einen gemeinsamen Gerätepool, mit Schuttertal und Kippenheim gemeinsame Kleiderkammern«, sagte Happersberger. Dafür habe die Lahrer Feuerwehr gerade in eine neue moderne Waschmaschine investiert, die Happersberger den Gästen präsentierte.

Zusammenarbeit  fördern

»Früher wurde die interkommunale Zusammenarbeit noch zusätzlich gefördert, jetzt aber geschieht dies nicht mehr«, sagte der Feuerwehr-Leiter. Boser signalisierte ihre Unterstützung bei dem Vorhaben, die Kooperationen vom Land fördern zu lassen. »Ich werde das Thema beim Land nochmals einspeisen«, sagte die Grünen-Politikerin.

Happersberger berichtete auch von den wachsenden Aufgabenfeldern für die Feuerwehr als »Dienstleister«. »Dieses Jahr kommen wir wohl auf rund 800  Einsätze«, teilte er mit. Noch vor einigen Jahren seien es deutlich weniger gewesen. 

Angesichts der guten finanziellen Lage der Kommunen seien die Feuerwehren in der Region technisch recht gut ausgestattet. »Schwieriger ist es, engagierte ehrenamtliche Helfer für die vielfältige Arbeit zu gewinnen«, berichtete Happersberger.

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