Lahr

Lahrer Chor "Tonart" überzeugt in Martinskirche

Autor: 
Endrik Baublies
Lesezeit 3 Minuten
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21. Oktober 2019

Der Lahrer Chor „Tonart“ hat am Samstag in der Martinskirche „Deutsches Requiem“ von Johannes Brahms gesungen. ©Endrik Baublies

Der Chor „Tonart“ hat das „Deutsche Requiem“ von Johannes Brahms am Samstagabend in der Martinskirche aufgeführt. Die sogenannte „englische Fassung“ der Komposition – in der voll besetzen Kirche – war äußert gelungen.

„Selig sind, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden.“ Der erste Satz in F-Dur ist zugleich das sprachliche Leitmotiv der Messe, die Brahms in der Mitte des 19. Jahrhunderts komponierte. Der Vers, mit dem der Chor „Tonart“ das Requiem am Samstagabend in der Martinskirche eröffnete, stammt aus dem Evangelium nach Matthäus, Kapitel fünf. Es ist eine der berühmten Seligpreisungen in der Bergpredigt. Brahms, Protestant und gebürtiger Hamburger, wählte Texte für die insgesamt sieben Sätze aus dem Alten und Neuen Testament der Lutherbibel aus. Daher der Name „Deutsches Requiem“.

Sopran und Bariton

In der englischen Fassung gehören zu dem Werk für Chor und den Solostimmen Sopran und Bariton zwei Flügel statt Orchester. Die spielten Katharina Kegler und Carl-Maria Buttgereit. Solisten waren Regina Kabis und Rainer Pachner. Der Lahrer Chor unter der Leitung von Angelika Asche bot zu den Solostimmen und den Instrumenten der Profis eine souveräne Leistung. Das zeigte zum Beispiel der Jubel aller Sänger am Ende des sechsten Satzes: „Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Tod wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg?“ (Der erste Brief des Apostel Paulus an die Korinther.)

Der Chor mit den vier Stimmlagen zeigte alle denkbaren Facetten zwischen Sopran und Bass. Sängerinnen und Sänger ergänzten sich in den einzelnen Sätzen. Eine Stimme sang den Text vor, andere folgten. Das geschah nacheinander und wandelte sich dann mitunter in einen Kanon um. Wechsel dazwischen sorgten für die passende Spannung. Gerade das Leitmotiv als Ouvertüre stellten alle Stimmen wiederholt dar.

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Kabis und Pachner traten erst allmählich in den Vordergrund. Am Ende des zweiten Satzes war der Bariton einmal kurz zu hören. Den dritten Satz sang Pachner dann Solo ein, der Chor folgte in der Wiederholung. Ähnlich machte es Kabis etwas später. Die Flügel waren bei dem gesamten Werk eine Untermalung der Sänger sowie der Solisten. Auch da waren Kegler und Buttgereit souverän.

Tod des Mentors

Die Anfänge des „Deutschen Requiems, Opus 45“ verfasste der junge Brahms unter dem Eindruck des Todes seines Mentors und Freundes Robert Schumann um 1860. Alle sieben Sätze waren erst zehn Jahre später fertig. Das Requiem sollte, so war es in der vorbildlichen Broschüre zum Konzert in der Martinskirche zu lesen, sich an keine Religion oder an eine Menschengruppe richten. Es sei für die gesamte Menschheit. 

Für Brahms war das „Deutsche Requiem“ der musikalische Durchbruch. Clara Schumann sagte nach der Uraufführung am Karfreitag 1869 in Bremen zu Brahms das folgende: „Mich hat dieses Requiem ergriffen wie noch nie eine Kirchenmusik.“ So etwa haben es die Zuhörer in der Martinskirche wohl auch empfunden. Der Beifall für die ausgesprochen gute Darbietung des Chores, der Solisten und der Musiker war entsprechend.

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