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Lahr/Schwarzwald

Lahrer mit liberaler Gesinnung

FDP erinnerte in einer Gesprächsrunde an bedeutende Bürger der Stadt ab dem 18. Jahrhundert
14. April 2014
&copy Jürgen Haberer

Die Lahrer FDP eröffnete den Kommunalwahlkampf am Donnerstag mit einer Gesprächsrunde über die liberale Tradition der Stadt.

»Liberal ist Lahrer Tradition«, lautet der Slogan der Lahrer FDP zur Kommunalwahl am 25. Mai. Der Ansatz ist nicht aus der Luft gegriffen. Paul Waeldin, 1945 von den französischen Besatzern als erster Oberbürgermeister der Nachkriegszeit eingesetzt, war ein überzeugter Liberaler. Bei der Gründung der »Freien Demokratischen« in Südbaden im März 1946 hatte die Partei in Lahr bereits 200 Mitglieder. Im ersten Gemeinderat der Nachkriegszeit stellten die Liberalen mehr als 60 Prozent der Stadträte und verfügten damit über eine absolute Mehrheit. Diese Zeiten sind längst vorbei. Aktuell stellt die FDP nur noch vier von insgesamt 32 Stadträten. Fraktionsvorsitzender Jörg Uffelmann ist froh, wenn die Partei diese Quote halten kann.

Hans Waeldin, Sohn von Paul Waeldin, sprach gemeinsam mit Bürgermeister a. D., Jochen Heil, am Donnerstagabend im Rahmen einer FDP-Veranstaltung über die Tradition der Liberalen in Lahr, die sogar ins 18. Jahrhundert zurückreiche. Er macht sie fest an dem bereits früh einsetzenden Wandel vom Handelsort zur Industriestadt. Waeldin erinnert an eine lange Reihe Unternehmerpersönlichkeiten, die dem liberalen Gedanken zumindest nahe standen.

Christel Seidensticker, die als Zeitzeugin auch über die Zeit nach dem Einmarsch der Franzosen am 18. April 1945 berichtete, skizzierte den Einfluss des um die Jahrhundertwende aufblühenden Druckereigewerbes und Zeitungswesens. Johann Heinrich Geiger, der ab 1796 das »Lahrer Wochenblatt« herausgab, proklamierte nach außen hin aber Seelbach als Erscheinungsort, weil aus Lahr »ohnehin nur Aufrührerisches« komme.

Seidensticker erinnerte auch an den wohl bedeutendsten Liberalen aus Lahr, Philipp Jakob Siebenpfeifer, den Organisator und Hauptredner des »Hambacher Festes« 1832.

Waeldin sowie Jochen Heil, der erst Ende der 50er-Jahre nach Lahr kam, skizzierten vor allem die Blütezeit der Liberalen nach dem Zweiten Weltkrieg und die Ereignisse im April 1945.

Sie erinnerten an Wilhelm Flüge, den Mentor von Paul Waeldin und früheren Lindenwirt und Kronenwirt sowie an Wael­dins Nachfolger Heinrich Friedrich, den Oberbürgermeister von 1952 bis 1960, an Männer wie Wilhelm Grässlin, Ernst Bruns, Fritz Leser, Karl Gässler, Ernst Neumeister oder Richard Dold, die in der frühen Nachkriegszeit für liberale Gedankengut standen.

Autor:
Jürgen Haberer

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