Lahr

Lahrer Schlachthof: Ein Abend voller »Highmat«

Autor: 
Stephan Tissot
Lesezeit 3 Minuten
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27. Mai 2018

Die »Rhinwaldsouds« begeisterten nicht nur mit ihrer klasse Musik, sondern auch mit den Texten auf Niederalemannisch. ©Stephan Tissot

Das Sextett »Rhinwaldsounds« der Brüder Dominik und Mirko Büchele aus Kappel und Murre-Preisträgerin Kathrin Ruesch aus Buggingen überzeugten mit Wortschöpfungen, viel Fantasie und gekonnt servierten Banalitäten aus dem Alltag. Alemannisch ist beim »Highmat-Abend« im Schlachthof am Freitagabend das A und O gewesen.

Der muntere »Highmat-Abend« gehört zur Reihe »Orte für Worte«, den die Stiftung Bürger für Lahr, die Lahrer Rockwerkstatt und der Schlachthof organisiert haben. Heinz Siebold, stellvertretender Vorsitzender der Stiftung und Ulrike Derndinger von der Muettersproch-Gesellschaft moderierten einen unterhaltsamen Abend.

Kathrin Ruesch ist ein ganz eigenes Kaliber. Die Autorin stammt aus Buggingen im Markgräflerland. Die Erzählerin überzeuge mit einer wunderbaren Poesie und einem gekonnten Wechsel zwischen der Hochsprache und ihrem heimischen Dialekt – Hochalemannisch. 

Gedicht mit Bildern

Das Gedicht »Kofferpacken« bot starke Bilder. »Was kommt mit, was bleibt da?« Hier öffnete Ruesch die Büchse der Pandora. Mit der womöglich ernst gemeinten Warnung, dass der Satz »Nehmen sie nur mit, was sie wirklich brauchen« nicht wirklich hilfreich sei. Sie würde zurücklassen, was das Herz nicht verkraftet, »die Gespenster der Vergangenheit«. Erinnerungen an einen gemeinsamen Morgen, »wenn die Glut des Lagerfeuers vom Morgenrot abgelöst wird«, dürften mitkommen. Sicher wäre auch: »Lustige Lebensziele kommen ins Handgepäck.« 

Wunderbar banal waren dagegen die »Rhinwaldsounds«: Die stabile Seitenlage taugt nach einem mehr als feuchtfröhlichen Abend nicht wirklich. Also bleiben dem »Suffkopp« nur die »Embryonalstellung«. Den Song präsen-tierten »Rhinwaldsounds« als astreinen Blues. Was aber passiert, wenn dann morgens um 6.30 der Nachbar den Rasenmäher anwirft? 

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Etwas zum Mitsingen

»Rhinwaldsounds« hatten am Abend viele Fans und das Lied, worin das Vorurteil gepflegt wird, dass Elsässer Sprit mit Wasser verdünnen, konnten etliche der Besucher mitsingen. Der für Nicht-Alemannen recht komplexe Refrain bekam von Sänger Dominik Büchele das Prädikat »wunderbare Soulstimmen«. Insgesamt überzeugten neben den Brüdern Büchele – Dominik an der Gitarre und Gesang, Mirko an den Keyboards – Mathieu Schmitt am Bass, Julian Erhard an den Drums sowie Dominik Binning und Enrico Wieber als Sänger. 

Die Niederungen, die die Gruppe auslotete, war eine Klasse für sich. Eine Feinheit, die Siebold erklärte, ist das gesprochene Niederalemannisch der Musiker, das in der Ortenau heimisch ist. 

Das Finale war eine Hommage an die Niederungen des Königs Fußball. Das Lied der »Rhinwaldsounds« beschwor die Empathie der Fans auf dem grünen Rasen – der Kreisliga. Das Ende der Tabelle in der Kreisliga B ist wirklich der letzte Platz. Hier kann man nicht einmal mehr absteigen. Diese Banalität präsentierten die Kappeler Barden mit Humor und dem nötigen Ernst. 

Ulrike Derndinger beschwor in einem Gedicht die eigene – wohl echte – Jugenderinnerung an eine Telefonzelle in Kürzell und einen Versuch, über die internationale Auskunft Beatle Paul McCartney zu erreichen. 

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