Lahr/Schwarzwald

Lahrer SPD will mehr Präsenz zeigen

Autor: 
Jacqueline Meier
Lesezeit 3 Minuten
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09. April 2016

Ehrungen beim SPD-Ortsverein (von links): Johannes Fechner (MdB), Willi Ugi, Peter Ritt, Hannelore Caroli, Bernd Tacke, Sigrid Letta, Karl-Rainer Kopf und Mark Rinderspacher. ©Jacqueline Meier

Ein bisschen Wunden lecken, viel Kritik üben und Verbesserungsvorschläge – der SPD-Ortsverein Lahr hatte am Donnerstag im Gasthaus Linde in Reichenbach Hauptversammlung. Im Mittelpunkt stand die Analyse der Wahlschlappe vom 13. März.

Was ist bei der Landtagswahl nur schiefgelaufen? Die SPD musste eine herbe Niederlage hinnehmen und mitansehen, wie viele Wähler den Weg zur AfD suchten. Bei der Hauptversammlung wurde schonungslos analysiert, wobei der Kandidat des Wahlkreises Lahr-Wolfach sich selbst nicht ausnahm, aber auch herbe Kritik einstecken musste. 

War es der Kretschmann-Effekt, wie Johannes Fechner (MdB) das Phänomen des Ministerpräsidenten bezeichnete? Der Ministerpräsident, der überparteilich Anerkennung findet, der nach Karl-Rainer Kopfs Meinung eine Falle ausgelegt und es eiskalt ausgenutzt hat, dass die SPD hineingetappt ist? Oder war es der »wenig charismatische« Spitzenkandidat Nils Schmid, auf den der Wahlkampf fokussiert war? Hat die SPD der AfD zu viel Freiraum gelassen, wie Dorothea Hertenstein anmerkte? Oder ist es doch die SPD selbst, die unter »Profillosigkeit« leidet, wie Walter Caroli der Partei vorwirft, der Schmid in einem Zitat als »farblosen Buchhalter« tituliert? Oder war es doch der lokale Kandidat Karl-Rainer Kopf, der zu wenig präsent gewesen sei und kaum mit eigenen Ansichten und Aussagen in Verbindung gebracht werden konnte? 

Die Mitglieder des Ortsvereins suchen nach Auswegen. Zum einen durch Personalwechsel an der Spitze, einer Reform an Haupt und Gliedern, wie Caroli sagte, zum anderen durch mehr Präsenz vor Ort. »Ich habe oft gehört, dass man uns nur kurz vor den Wahlen sieht, sonst aber nie«, berichtete Vorsitzender Mark Rinderspacher. Bei genauer Betrachtung könne er diesem Vorwurf nur zustimmen.

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»Motzkiste« 

Deshalb sei neben dem monatlichen Stammtisch nun auch eine »rote Bank« in Planung, die jeden ersten Samstag im Quartal auf dem Sonnenplatz stehen solle. Mitglieder des Ortsvereins wollen sich dann dem Gespräch mit Lahrer Bürgern stellen, eventuell noch eine »Motzkiste« daneben platzieren und vielleicht sogar ein Schild dazu mit der Aufschrift »Sagen Sie uns die Meinung«. Es fehle nur noch die Genehmigung der Stadt. Sobald diese vorliege, werde eine Holzbank gekauft und rot angestrichen. Wenn alles klappt, soll die rote Bank erstmals am 1. Juli eingesetzt werden.

Neben aller Selbstkritik gab es aber auch noch reguläre Tagesordnungspunkte. Monika Weismann berichtete über das abgelaufene Vereinsjahr, Uta Dreyer vermeldete einen positiven Kassenbestand. 
Mark Rinderspacher ehrte langjährige Mitglieder. Seit 50 Jahren sind Peter Ritt und Willi Ugi in der Partei, 40 Jahre haben Sigrid Letta, Hannelore Caroli und Bernd Tacke der SPD die Treue gehalten.

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