Kolumne

Lahrer Stadtgeflüster

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20. April 2019

Auf dem Gelände der ehemaligen Ölfabrik sind Wohnungen und eine Kita geplant. ©Burkhard Ritter

Es ist kein Geheimnis, dass Lahr wächst. Für immer mehr Lahrer braucht es folglich neuen, möglichst preisgünstigen Wohnraum.

Zudem wollen Kinder in modernen Kitas betreut werden, Schulen müssen erneuert und erweitert werden: Das alles sind die derzeitigen städtebaupolitischen Herausforderungen, denen sich die Verwaltung stellt. Was allerdings auf dem ehemaligen Ölfabrik-Areal in der Geroldsecker Vorstadt vonstatten geht, erschließt sich nicht jedem Beobachter.

Da die Stadt keine geeigneten eigenen Flächen mehr haben soll, will sie eine Kita in einem sogenannten Mischgebiet, neben einer metallverarbeitenden Firma, bauen. Auch, dass eine Bundesstraße praktisch direkt an das Areal angrenzt, scheint niemanden bis jetzt ernsthaft gestört zu haben.

Lediglich die Grünen, das umweltpolitische Gewissen im Gemeinderat, haben seit Beginn der Verhandlungen immer wieder ihre Einwände dazu vorgetragen – aber schließlich den Beschluss, neben der Kita dort auch einen Hort und etwa 50 neue Wohnungen entstehen zu lassen, mitgetragen. Man brauche Kompromisse in der Politik, teilt ihr Sprecher dazu mit.

Dumm nur, dass diese Firma bei der Produktion Gerüche emittiert, die zwar nicht gefährlich sind, wohl aber Kinder und Anwohner stören könnten. Aber was heißt hier stören »könnten«? Wie die Gutachten belegen, stören die Gerüche, die die Toleranzwerte überschreiten, bereits schon jetzt die Anwohner des dortigen Rosenwegs. Das kann Kindern natürlich nicht zugemutet werden, so der Tenor im Rat am Montag, sie in eine Kita zu schicken, wo es miefig und stickig ist. 

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Was soll man also machen? 

Es gibt Lösungsvorschläge. Eine Lösung ist, die besagte Firma umzusiedeln, dann hätte man von »Geruchs wegen« Ruhe, aber nicht von »Verkehrs wegen«. Die Bundesstraße lässt sich ja nicht mal schnell umsiedeln, auch, wenn viele dies sicher befürworten würden. Vorschlag eins ist also abgelehnt. 

Lösungsvariante zwei ist da schon ein wenig besser. Die Firma erhöht den Abluftkamin, aus dem die störenden Gerüche kommen, auf eine Höhe, die die Ausscheidungen nicht mehr so intensiv riechbar machen lässt. Ein Luftkurort wird dort dann sicher dennoch nicht entstehen. Die Kinder könnten aber draußen im Innenhofbereich wirbeln, ohne eine Atemschutzmaske oder dergleichen tragen zu müssen. 

Die beste Lösung wäre es aber, die Kita gar nicht dort zu bauen, sondern einen Alternativstandort zu suchen. Den soll es, glaubt man der Stadtspitze, gegenwärtig nicht geben. Wenn man aber das geplante Projekt einem auswärtigen Besucher präsentiert, folgt häufig ein Kopfschütteln: Eine Kita neben einer metallverarbeitenden Firma bauen?

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