Industriedenkmal

Lahrer Tonofenfabrik wird Museum

Autor: 
Mark Alexander
Lesezeit 2 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
30. Juli 2015
Mehr zum Thema
Die Visualisierung zeigt die Tonofenfabrik in der Kreuzstraße nach dem Umbau zum Museum.

(Bild 1/3) Die Visualisierung zeigt die Tonofenfabrik in der Kreuzstraße nach dem Umbau zum Museum. ©Förderverein

Aus der alten Tonofenfabrik wird ein stadtgeschichtliches Museum. Gestern hat der Umbau begonnen. 2017 soll das neue Museum seine Türen öffnen.

Gleich zwei verhüllte Gebäude gibt es jetzt in der Lahrer Altstadt. Nach dem Storchenturm, der gerade saniert wird, war gestern Morgen die alte Tonofenfabrik in der Kreuzstraße dran. Auf der Plane, die das Gerüst umgibt, finden sich passend Stichworte: »Stadtgeschichte, Migration, Erfinder, Begegnung.«

Dass das neue stadtgeschichtliche Museum schon bald ein Ort der Begegnung wird, daran zweifeln die Verantwortlichen nicht. Von einer »großartigen Erfolgsgeschichte« sprach gestern Bürgermeister Guido Schöneboom. »Wir holen die Geschichte der Stadt mitten in die Stadt – und wir retten ein Industriedenkmal.«

Ersatz für Villa Jamm

- Anzeige -

Bekanntlich ist die Ausstellung in der Villa Jamm im Stadtpark längst nicht mehr zeitgemäß. 2011 hat man sich auf die Suche nach einem Ersatz gemacht. Das 1896 erbaute Industriedenkmal stand ganz oben auf der Liste. »Wir haben uns ein bisschen in das alte Gemäuer verliebt«, so Schöneboom. Der Gemeinderat gab im Sommer 2013 grünes Licht. Das Büro Heneghan Peng aus Berlin wurde mit der Planung beauftragt. Schöneboom erinnerte auch an eine »unliebsame Überraschung«: den Pilzbefall in dem historischen Gebäude.

Nun steht dem Umbau aber nichts mehr im Weg. 470 Quadratmeter werden für die Dauerausstellung eingeplant, 225 für die Wechselausstellung. Stadtarchivarin Gabriele Bohnert arbeitet eifrig an der Konzeption. Im Untergeschoss soll die frühe Geschichte zur Geltung kommen, zum Beispiel die Zeit der Römer. Ab dem Erdgeschoss steht dann die Stadtgeschichte bis zur Gegenwart im Blickpunkt. Im zweiten Obergeschoss gibt es Platz für Wechselausstellungen und Veranstaltungen. Unter dem Dach entstehen Büros, Sanitäranlagen und ein Besprechungsraum. Verbunden wird alles über das Treppenhaus im Anbau, das ein architektonischer Hingucker werden soll.

Fördergeld fließt

Die Umbauarbeiten sollen 4,3 Millionen Euro kosten. 1,78 Millionen gibt es aus der Städtebauförderung, weitere 66 000 Euro aus der Denkmalförderung. Ende 2016 soll das Gerüst verschwinden. 2017 könnte das Museum die Türen öffnen.
»In der Villa Jamm haben wir bis zu 10 000 Besucher pro Jahr«, so Bohnert. »2014 waren es aber nur 6500. Ob die Leute in den Stadtpark gehen, hängt eben auch vom Wetter ab.« Die Museums-Macher sind optimistisch, diese Zahlen bald locker toppen zu können.

Hintergrund

Der Förderverein

▸ Rund 45 Mitglieder hat der »Förderverein Tonofenfabrik Stadtmuseum Lahr« im Moment. Gegründet worden ist er im vergangenen Jahr. In einem ersten Schritt soll der Kauf von Vitrinen und Ausstellungstechnik unterstützt werden. Nach der Eröffnung des Museum will der Verein die Wechselausstellungen finanziell und thematisch unterstützen. Mit Hilfe des Vereins soll die Sammlung gepflegt und erweitert werden.

▸ Der Verein freut sich über weitere Spender und Mitglieder. Formulare gibt es auf der neu gestalteten Homepage.

www.tonofenfabrik-foerdern.de

Mehr zum Thema

Weitere Artikel aus der Kategorie: Lahr

vor 42 Minuten
Lahr
Thomas Hug aus Lahr musiziert täglich in den sozialen Medien. Er will die Menschen in der schwierigen Zeit aufmuntern und bekommt viele positive Rückmeldungen.
vor 20 Stunden
"Ich bin Sulz" (13)
Auf 750 Jahre blickt Sulz 2020 zurück. Das Jubiläum wird mit verschiedenen Veranstaltungen groß gefeiert. Das Jahr über erzählen Sulzer Bürgerinnen und Bürger im Lahrer Anzeiger, worauf sie sich bei der 750-Jahrfeier besonders freuen und was ihnen an ihrem Heimatort gefällt.
vor 21 Stunden
Lahr
In Lahr ist es am Mittwochnachmittag zu einer Unfallflucht gekommen. Die Polizei sucht Zeugen. 
vor 23 Stunden
Corona-Regeln
Abstand halten – das ist in der Corona-Krise Pflicht. Die Stadt kündigt an, über Ostern verstärkt zu kontrollieren.
09.04.2020
"Zuhause - und nun?"
Kein Kino und keine Kunst-Ausstellung. Kein Spielplatz und kein Schwimmbad. In der Coronazeit können bei Groß und Klein die freien Stunden schon mal lang werden. „Zuhause – und nun?“ Antworten für jedes Alter liefert ab heute täglich das Team des Lahrer Anzeigers. Lokalchefin Anja Rolfes hat heute...
09.04.2020
Lahr
In den Physiotherapie-Praxen in Lahr heißt es derzeit auch für Mitarbeiter: Kurzarbeit. Auf jeden Fall behandelt werden Patienten, die ein Rezept haben – manche nutzen dies aber nicht.
09.04.2020
Coronavirus
Während alle anderen Vereine ihre Hauptversammlung wegen des Coronavirus absagen, hat sich die Feuerwehrabteilung Oberweier etwas anderes überlegt. Am Samstag, 18. April, um 20 Uhr beginnt die wohl erste Hauptversammlung in Friesenheim, die online abgehalten wird.
09.04.2020
"Ich bin Wittenweier" (7)
Wittenweier feiert 2020 Jubiläum, auf 750 Jahre blickt das Rieddorf zurück. Einige Veranstaltungen werden das Jubiläumsjahr begleiten. Worauf sich die Bürger besonders freuen und warum sie gerne in ihrem Dorf leben, das erzählen sie donnerstags in der Serie „Ich bin Wittenweier“ im Lahrer Anzeiger.
08.04.2020
"Wirtschaft in der Krise" (4)
Die Wirtschaft leidet unter den Folgen der Corona-Pandemie. Auch für die Lahrer Unternehmen ist es keine einfache Zeit. Welche Wege schlagen sie ein, um eine Zukunft zu haben? Antworten darauf gibt der Lahrer Anzeiger in der Serie „Wirtschaft in der Krise“. Heute: das Unternehmen Nela.
08.04.2020
Schwanau - Ottenheim
Noch werden keine endgültigen Entscheidungen getroffen. Der TuS Ottenheim behält sich die Absagen der anstehenden Veranstaltungen im Jubiläumsjahr aufgrund der Corona- Situation noch vor. Die aktuelle Entwicklung soll dahingehend genau beobachtet werden.  
08.04.2020
Zwischen Schwanau und Lahr
Der vierte Bauabschnitt der Sanierung des Schutterentlastungskanals zwischen Schwanau und Lahr startet nach Ostern. Das Regierungspräsidium informiert über den weiteren Ablauf der Maßnahme.
08.04.2020
"Zu Hause – und nun?"
Kein Kino und keine Kunst-Ausstellung. Kein Spielplatz und kein Schwimmbad. In der Coronazeit können bei Groß und Klein die freien Stunden schon mal lang werden. „Zu Hause – und nun?“ Antworten für jedes Alter liefert täglich das Team des Lahrer Anzeigers. Dieses Mal gibt die freie Journalistin...

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • Mit Sorgfalt: Bei der Weinmanufaktur Gengenbach-Offenburg eG wird vornehmlich von Hand gelesen.
    07.04.2020
    Weine mit Herz und Hand
    Die Sonne, der Wein, das Badner Land: Ein Dreiklang, der nicht nur Kenner zum Schwärmen bringt. Die Weinmanufaktur Gengenbach-Offenburg eG bringt Jahr für Jahr Spitzenweine ins Glas. Während der neue Jahrgang zurzeit in den Weinbergen heranwächst, tragen die Verantwortlichen Sorge dafür, dass die...
  • 19.03.2020
    Neuer Service: Alles, was die Karte bietet, kann ab sofort abgeholt oder geliefert werden
    Mitten im Herzen Gengenbachs lädt das italienische Lokal „Michelangelo“ seit elf Jahren zum Genießen ein. Das bleibt auch weiterhin so, denn ab sofort werden Gerichte und Eisspezialitäten entweder geliefert, oder die Kunden holen ihre Bestellungen vor Ort ab.
  • Pizza, Salat oder Pasta - alles wird frisch zubereitet.
    19.03.2020
    Das mediterrane Restaurant in Hohberg
    Gerade in diesen turbulenten Tagen will das Team des mediterranen Restaurants Casamore in Hohberg für seine Gäste auch weiterhin da sein. Zu diesem Zweck wurde ab sofort ein besonderer Service eingerichtet und das „to go“-Angebot erweitert. Fast alle Gerichte auf der Speisekarte können nun auch...
  • Leckere Pizzavariationen, Salate und Getränke werden ab sofort geliefert oder können auch nach der Bestellung selbst abgeholt werden..
    18.03.2020
    "Wenn die Gäste uns nicht besuchen können, kommen unsere Spezialitäten zu ihnen"
    „Wenn die Gäste in nächster Zeit durch die Coronavirus-Pandemie nur eingeschränkt zu uns kommen dürfen, dann kommen unsere Spezialitäten eben zu Ihnen“, erklären Sülo und Aslan Keles, Inhaber der bekannten Ruster Pizzeria „Garibaldi“, mit Nachdruck. Ab sofort kann telefonisch und online bestellt...