Abschlussbericht der Stadt

Landesgartenschau in Lahr wird 1,2 Millionen Euro teurer

Autor: 
Sophia Körber
Lesezeit 4 Minuten
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18. Oktober 2019
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Der vorläufige Schlussbericht für die Landesgartenschau in Lahr liegt vor. Vor allem die Ortenau-Brücke, der Kleingartenpark und die Sporthalle kosten mehr. ©Archiv: Ulrich Marx

Die Lahrer Landesgartenschau ist abgerechnet. Ein vorläufiger Schlussbericht für 2018 liegt vor und eines ist sicher: Die Blumenschau wird 1,2 Millionen Euro teurer als geplant. Vor allem für die Ortenau-Brücke, den Kleingartenpark und die Sporthalle muss noch Geld fließen.

186 Tage hat die Landesgartenschau vergangenes Jahr in Lahr gedauert. Große Projekte wie eine Sporthalle, eine Kindertagesstätte und eine Brücke wurden umgesetzt. Bis zuletzt war jedoch nicht klar, wie viel die LGS die Stadt Lahr wirklich gekostet hat. Geplant wurde mit einem Investitionshaushalt von rund 60,4 Millionen Euro. Jetzt ist klar: Die Landesgartenschau hat 1,2 Millionen Euro mehr gekostet. In einem vorläufigen Schlussbericht hat die Stadt das Veranstaltungsjahr 2018 abgerechnet und genau aufgeschlüsselt, wo die zusätzlichen Kosten entstanden sind.

Im Kernbereich der LGS, das heißt Ortenau-Brücke, Seepark, Kleingartenpark, Bürgerpark und Haus am See sind mit 730.000 Euro mehr Kosten angefallen, als der Gemeinderat im November 2018 beschlossen hatte. Für diesen Kernbereich waren ursprünglich 30,3 Millionen Euro veranschlagt.

Probleme gab es beispielsweise bei der Ortenaubrücke. Die Stadt und die Baufirma haben sich auf einen Vergleich geeinigt: Die veranschlagten Kosten von rund fünf Millionen Euro erhöhen sich um 530.000 Euro. „Alle Rechtsstreigitkeiten zu diesem Bauwerk waren zurückgestellt worden, um die Benutzung während der Landesgartenschau nicht zu gefährden“, heißt es im Schlussbericht.

Erste Ergebnisse

Auch beim See sei noch ein Verfahren offen. Bereits bei der Erschließung des Seeparks ist eine Kostensteigerung in Höhe von 320.000 Euro entstanden. Bei Grünanlagen seien zwar Kosten eingespart worden, die Mehrkosten betragen dennoch 255.000 Euro. Noch ist auch unklar, wie viel Kosten aufgrund des Lochs im See auf die Stadt zukommen. „Der beauftragte Gutachter hat bis zum Jahresende erste Ergebnisse zugesagt“, heißt es weiter im Schlussbericht.

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Die weiteren Investitionen in den Bürgerpark beziffert die Stadt auf 6,3 Millionen Euro und für das Haus am See auf drei Millionen Euro. Diese Gelder seien bereits bewilligt. Lediglich beim Kleingartenpark (1,8 Millionen Euro) fehle die Schlussrechnung. Als Gründe für die Preis-Steigerungen nennt die Stadt im Abschlussbericht die Marktlage oder die Erschließung des Geländes.

Unter dem Begriff Zukunftsinvestitionsprogramm wurden die Einzelprojekte Sporthalle, Kita und Sportfreianlagen gefasst. Hier kommen laut Schlussbericht Mehrkosten von 500.000 Euro auf die Stadt zu. Vor allem bei der Sporthalle habe die Stadt mit der Marktlage und der Überlastung der Handwerksfirmen zu kämpfen gehabt. Dadurch liegen die Kosten am Ende rund 300.000 Euro höher als im November 2018 beschlossen. Nach derzeitigem Stand werden für die Halle Gesamtkosten von 20.070.000 Euro entstehen. Darin sind jedoch nicht die Kosten für das neue Wärmeverbundsystem enthalten. Derzeit gehe die Stadt Lahr davon aus, dass diese Mängelbeseitigung mit einem Rechtsstreit geklärt werden muss. Auch bei der Dachabdichtung der Halle gebe es bis jetzt Probleme.

Bei der Kita sei es ebenfalls zu Problemen während den Bauarbeiten gekommen, sodass zum Gemeinderatsschluss vom Januar 2016 eine Kostensteigerung von 620.000 Euro anfiel. Zur Beschlussfassung um November 2018 gab es jedoch keine weitere Kostensteigerung.

43,245 Millionen Euro

Unter dem Strich machen das Mehrkosten für die Landesgartenschau von 1,2 Millionen Euro aus, die der Gemeinderat am Montag, 21. Oktober, bewilligen muss. Ganz zu Beginn der Planung im Jahr 2014 hat der Gemeinderat noch Finanzierungsmittel in Höhe von 43,245 Millionen Euro zugestimmt. Jetzt geht es um 61,6 Millionen Euro. Die Stadt Lahr sieht die Zahlen dennoch positiv: „In der Zeitspanne ab 1998 hat die Stadt ein enormes Investitionsvolumen von etwa 275 Millionen Euro (bis Ende 2018) umgesetzt.“ Dieses Volumen sei trotz Rückgang der Konjunktur 2003 und 2009/10 ohne Neuverschuldung umgesetzt worden. Gleichzeitig reduzierte die Stadt die Kämmereischulden um rund 12,7 Millionen Euro.

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