Meißenheim

Landfrauen Meißenheim mit Politikerinnen im Gespräch

Autor: 
red/mz
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21. August 2019

Sandra Boser (dritte von rechts) und Martina Braun (links daneben) im Gespräch mit den Landfrauen Meißenheim. ©Wahlkreisbüro Boser

Praxisnahe Schule, verpackungsfreies Einkaufen und die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum zählten zu den Themen, die Sandra Boser und Martina Braun (beide Grüne) bei ihrem Besuch der Landfrauen Meißenheim gemeinsam diskutierten.
 

Im Rahmen des Besuchs der Sprecherin für ländlichen Raum der Fraktion Grüne im Landtag, Martina Braun (MdL), im Wahlkreis von Sandra Boser, bildungspolitische Sprecherin und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Fraktion Grüne im Landtag, besuchten die beiden Abgeordneten die Landfrauen in Meißenheim. Zu Gast war ebenfalls der Bürgermeister der Gemeinde Meißenheim, Alexander Schröder. 
Bei Kaffee und Kuchen im Feuerwehrhaus, tauschten sich die Landfrauen mit ihren Gästen über die Themen »praxisnahe Schule«, »verpackungsfreies Einkaufen« und über »die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum« aus.

Praxisnahe Schule

Nach einer Begrüßung durch Bürgermeister Alexander Schröder, der Ortsvorsitzenden von Meißenheim Hildegard Kern und der Vorsitzenden des Landfrauen des Bezirks Lahr, Gerda Roth, kam man auf das Thema praxisnahe Schule zu sprechen. »Die Schulen können durchaus praxisnahe Themen vermitteln, denn es gibt beispielsweise das Wahlpflichtfach Alltagskultur, Ernährung und Soziales sowie die Leitperspektive Verbraucherbildung«, führte Sandra Boser auf. 
Zudem hätten Schulen räumliche Möglichkeiten auch im außerschulischen Bereich AGs mit praktischen Themen anzubieten. »Ein gutes Beispiel sind dabei die Schulgärten oder auch die Schulküchen.«

Vonseiten der Landfrauen wurde die Besorgnis darüber geäußert, dass die Kinder keinen wertschätzenden Umgang mehr mit Lebensmitteln aufbauen könnten, weil ihnen unter anderem das Wissen über die Erzeugung fehle. »Es gibt beispielsweise das Projekt ›Landesinitiative Bewusste Kinderernährung (BeKi)‹, da können Schulen Berater kommen lassen«, stellte Martina Braun den Landfrauen ein mögliche Variante vor. Außerdem gebe es auch die Naturparkschulen, die eng mit den Schulen zusammenarbeiten. Das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz habe außerdem die Regionalkampagne »von daheim« ins Leben gerufen, um auf regionale Produkte und deren Produktion aufmerksam zu machen. 

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Zum Thema Lebensmittelverschwendung äußerte sich Martina Braun dann kritisch: »Mir ist es sehr wichtig, dass Lebensmittelverschwendung eingedämmt wird. Denn Lebensmittelverschwendung ist auch ein CO2-Erzeuger. Die Wertschätzung für Lebensmittel muss als Alltagskompetenz vermittelt werden.« Im Anschluss kam das Gespräch auf das Thema verpackungsfreies Einkaufen. »Als Verbraucher hat man immer die Möglichkeit im Laden zu sagen, ich möchte die Paprika gern unverpackt mitnehmen,« so Sandra Boser. »Die Verbraucher müssen ihre Macht nutzen. Wenn niemand mehr Gemüse in Plastikverpackungen kauft, dann denken die Anbieter auch um«, pflichtete ihr Martina Braun bei.

Zum Abschluss wurde in der Runde noch über die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum gesprochen. Sandra Boser teilte die Sorge über eine gute regionale Versorgung: »Auf Landesebene können wir einiges dafür tun, dass es mehr Medizinstudenten gibt und dass die jungen Ärzte zu uns aufs Land kommen. Allerdings ist die Versorgung geprägt von der regionalen Zuteilung der kassenärztlichen Vereinigung, darauf haben wir keinen Einfluss.« 

Ärztehaus als Alternative

Bürgermeister Alexander Schröder berichtete, dass es genügend Nachfrage in Meißenheim gebe, aber am Ende die Kassenärztliche Vereinigung über die Verteilung entscheide. »Wir hatten daher schon die Idee eines Ärztehauses, wo Fachärzte flexibel behandeln können und die wirtschaftlichen Aspekte der Ärzte berücksichtigt werden.« Sandra Boser sprach sich auch für das Modell Ärztehaus für den ländlichen Raum aus: »Ich unterstütze dieses Modell für den ländlichen Raum. Gerade die jungen Frauen unter den Ärzten wünschen sich flexible Arbeitszeitmodelle und können so fürs Leben auf dem Land gewonnen werden.«

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