Lahr/Schwarzwald

Landtagsabgeordnete Sandra Boser besucht Lahrer Schüler

Autor: 
Endrik Baublies
Lesezeit 3 Minuten
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12. Januar 2019

Die Landtagsabgeordnete Sandra Boser von den Grünen (links) sprach in Lahr mit Schülern. ©Endrik Baublies

Warum wird die Oberstufe am Gymnasium im Land Baden-Württemberg reformiert? Schüler der Klassenstufen zehn und elf haben am gestrigen Freitag Gelegenheit gehabt, der grünen Landtagsabgeordnete Sandra Boser diese und andere Fragen gestellt.

Sandra Boser stammt aus dem Kinzigtal und ist stellvertretende Fraktionsvorsitzende sowie bildungspolitische Sprecherin der größten Regierungsfraktion. Sie ist Mitglied der Grünen seit dem Jahr 2007 und sitzt seit 2011 im Stuttgarter Landesparlament. Ihr Interesse an Politik war der studierten Betriebswirtin aber nicht in die Wiege gelegt worden.

Sie stamme aus einfachen Verhältnissen, erklärte sie den etwa 30 Schülern bei ihrem Besuch in der freien evangelischen Schule. Eine Motivation der Mutter von Zwillingen, sich in der Politik zu engagieren, sei die Bildungsungerechtigkeit, die sie selbst erfahren musste, gewesen, führte sie aus. Allein die Herkunft habe früher bestimmt, wer auf welche Schule geht.

Dass die Grünen heute mit Winfried Kretschmann den Ministerpräsidenten stellen und stärkste Fraktion im Landtag sind, sei weder beim Eintritt Bosers in die Partei noch bei ihrem Einzug in den Landtag abzusehen gewesen. Sie habe sich aber, sagte sie, ganz bewusst für den Landtag entschieden und keine weiteren Ambitionen, etwa auf ein Bundestagsmandat. Die Arbeit im Landtag und im Wahlkreis sei sehr direkt und unmittelbar.

Schüler stellen Fragen

Eine Schülerin stellte die naheliegende Frage, warum es jetzt eine Reform der Oberstufe geben würde? Die Antwort: »Schüler sollen selbst mehr gestalten können.« Das Ziel der Landesregierung, in deren Hoheit die Bildungspolitik gehört, sei, dass die Schüler, die Abitur machen, mit der Reform ihre Interessen vertiefen können sollten. Außerdem hätten die Universitäten gegenüber der Regierung erklärt, dass Schüler, die studieren möchten, bestimmte Anforderungen nicht erfüllen.

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Das Gesetz, ergänzte Boser, sei allerdings bereits im vergangenen September verabschiedet worden. Warum diese Information erst jetzt bei den Schülern angekommen ist, könne sie nicht erklären. Sie war aber sicher, dass die Lehrer den Bedarf der Schüler an Beratung befriedigen könnten.

Wahlen im Jahr 2019

Im Frühjahr, genauer am 26. Mai, stehen neben den Kommunalwahlen gleichzeitig die Europawahlen an. Da die Oberstufenschüler in absehbarer Zukunft wählen gehen können, appellierte Boser an sie: »Geht wählen – und wählt pro-europäisch.« Es gelte, Verhältnissen wie in Ungarn, wo eine nationalistische Regierung das Sagen habe, entgegenzutreten.

Boser verwies bei der Gelegenheit auf den Brexit, der ein negatives Beispiel sei. »Ein freies Europa ist eine Chance für alle«, sagte sie und ergänzte, dass sie sich gut noch an  die Grenzkontrollen in Europa erinnern könne. Auch Fragen des Klimaschutzes oder der Umweltpolitik könnten nur auf europäischer Ebene angegangen werden.

Ein Schüler kritisierte konkret die fehlerhafte Unterstützung vonseiten der Politik  für die Landwirte wegen der teilweise verheerenden Auswirkungen durch Hitze und Trockenheit des Jahrhundertsommers 2018. Der Schüler erklärte, dass seine Eltern, die einen Biobetrieb führen, mit  der Hitze frühzeitig gerechnet hatten und so Vorsorge treffen konnten. Die nicht einfach zu beantwortende Frage war, war­um es bei den Entschädigungen relativ viele Ungerechtigkeiten gegeben habe.

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