Startseite > Lokales > Lahr > Landtagsvizepräsident Wilfried Klenk in Lahrer Schule
Lahr/Schwarzwald

Landtagsvizepräsident Wilfried Klenk in Lahrer Schule

Klenk sprach mit Landtagsabgeordnete Sandra Boser (Grüne) und Marion Gentges (CDU) über ihre Arbeit
14. März 2017
&copy Jacqueline Meier&copy Jacqueline Meier

Einen etwas anderen Gemeinschaftskundeunterricht hatten die Schüler der Hauswirtschaftlichen Schule Montagmorgen. Landtagsvizepräsident Wilfried Klenk war in Begleitung der beiden Landtagsabgeordneten Sandra Boser (Grüne) und Marion Gentges (CDU) gekommen.

Wie kommt man zur Politik, wie sieht der Arbeitstag eines Abgeordneten aus und wirkt sich das Politikerleben auch auf das Privatleben aus? Die Schüler der Hauswirtschaftlichen Schule hatten sich auf den gestrigen Besuch des Landtagsvizepräsidenten Wilfried Klenk, der in Begleitung der beiden Landtagsabgeordneten Sandra Boser (Grüne) und Marion Gentges (CDU) gekommen war, vorbereitet und Fragen aufgeschrieben. 

Der Tenor der drei Politiker: Die Arbeit macht Spaß, auch wenn dabei kaum Freizeit oder Zeit für die Familie bleibt. Denn von Freitag bis Montag sind die Abgeordneten in ihren Wahlkreisen unterwegs, besuchen Gruppen und Einrichtungen, führen Gespräche, lassen sich bei Veranstaltungen blicken. Von Dienstag bis Donnerstag stehen dann die Plenartage in Stuttgart im Kalender, wobei viele der Abgeordneten, so auch die beiden aus dem Kinzigtal stammenden Damen, in Stuttgart übernachten und somit von der Familie getrennt sind. 

Dass sich das Leben als Politiker auch auf das Privatleben niederschlägt, ist eigentlich logisch. Denn egal wo ein Abgeordneter sich auch bewegt, er ist so prominent, dass er von vielen Seiten angesprochen wird. Und auch die Familie ist betroffen. »Meine Frau hat manchmal beim Einkaufen das Gefühl, die Leute schauen ganz genau hin, was sie im Wagen hat und was es bei den Klenks abends zum Essen gibt«, erzählte der Landtagsvizepräsident. Nicht ganz so hart ist es für die Familien Boser und Gentges. »Ich war auch auf der Fasnacht und hatte eigentlich meine Ruhe«, erzählte Boser. Aber, ergänzte Gentges, »man muss sich in der Öffentlichkeit vorsorglich besser benehmen. Man ist immer im Blick«. 

Freiheit ist in Gefahr
Ein dickes Fell brauchen die Politiker in jedem Fall: Sowohl in der Presse als auch in den sozialen Medien stehen sie immer wieder verbalen Angriffen gegenüber. Während Klenk sich als Verweigerer von Facebook und Co. outete, sehen Gentges und Boser darin auch die Möglichkeit, auf kurzem Weg für die Wähler erreichbar zu sein und auch mal schnell auf Fragen zu antworten. Die Lustlosigkeit in Bezug auf Wahlen, die sich vor allem bei der jüngeren Generation zeigt, bedauerten alle drei Politiker. »Der Brexit und auch die Wahl von Donald Trump wären anders ausgegangen, wenn die jungen Leute zur Wahl gegangen wären«, sind sie sich sicher. Denn gerade die, die nicht gewählt haben, hätten die Ergebnisse kritisiert. Gentges mahnte die Schüler: »Wenn ihr nicht wählt und euch einmischt, riskiert ihr, die Freiheiten und Grundwerte der Demokratie zu verlieren.«

Autor:
Jacqueline Meier