Lahr/Schwarzwald

Lernen in Teilzeit: Lahr hat die Alternative zum FSJ

Autor: 
Sophia Körber
Lesezeit 3 Minuten
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12. Juli 2018

Sie haben das Berufskolleg Soziales in Teilzeit bereits geschafft: Moana Hoppler (links) und Thomas Erling (Mitte). Chrstina Seebeck sieht darin eine Alternative zum FSJ. ©Sophia Körber

Als einzige Schule im Ortenaukreis bietet die Maria-Furtwängler-Schule in Lahr ein Berufskolleg Soziales in Teilzeit (BKST) an. Doch die Alternative zu einem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) kennen die meisten gar nicht.

900 Arbeitsstunden parallel zur Schule liegen hinter Thomas Erling und Moana Hoppler. Nach der Mittleren Reife und einer abgebrochenen Ausbildung wussten beide nicht, wohin ihr weiterer Weg gehen soll. »In der Ausbildung zum Pharamakant habe ich gemerkt, dass mir das zu technisch ist. Von Freunden habe ich dann von dem Berufskolleg in Teilzeit erfahren«, erklärt Thomas Erling.

Ein Jahr lang war er und die 17-jährige Moana Hoppler drei Tage in Betrieben und zwei Tage in der Schule. »Es war zwar gut machbar. aber dennoch anstrengend die Schule und das Arbeiten zu vereinbaren. Vor allem, da 900 Stunden mehr sind als man glaubt«, betont Hoppler. Ihre ältere Schwester war ebenfalls für ein Jahr am Berufskolleg und in einem Betrieb. Dadurch ist sie auf dieses Schulsystem gekommen. »Ich bin noch so jung, da dachte ich wieso nicht.«

Während sie in einem Kindergarten das Jahr absolvierte, war der 19-jährige Lahrer in der Georg-Wimmer-Schule in Lahr. »Das Jahr hat mir gezeigt, dass ich Sonderpädagogik studieren möchte, weshalb ich jetzt meine Fachhochschulreife mache.« Auch Hoppler hat sich dafür entschieden, weiter die Schulbank zu drücken. Was sie danach machen möchte, weiß sie allerdings noch nicht. »Vielleicht hänge ich noch ein Freiwilliges Soziales Jahr an«.

Die Arbeitsplätze in sozialen Betrieben wie in Krankenhäuser, Pflegeheimen, Schulen oder Kindergärten suchen sich die Schüler selbst. »Das ist Voraussetzung. Wenn man eine Stelle hat, dann wird man auch an der Schule angenommen«, erklärt Erling. Sollten die Interessenten keine geeignete Stelle finden, vermittelt auch die Schule an Einrichtungen.

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Kleine Vergütung

Was viele laut Christina Seebeck, stellvertretende Schulleiterin und Koordinatorin, nicht wissen: »Das BKST bietet auch ein Jahr zur Orientierung und genau wie bei einem FSJ wird man in den meisten Fällen bezahlt. Wie viel, entscheiden die Einrichtungen.« Der begleitende Unterricht ist Oberstufenniveau, so dass bei einer anschließenden Fachhochschulreife nicht alle Inhalte neu sind. »Als ich den Arbeitsvertrag bekommen habe, war ich ganz überrascht. Ich wusste ebenfalls nicht, dass mein eine kleine Vergütung erhält«, sagt Erling.

Neu seit Mai ist, dass alle Absolventen des BKST auch eine praxisintegrierte Erzieherausbildung (PIA) beginnen können. »Wir haben lange darum gekämpft und jetzt haben wir endlich die Zulassung dafür bekommen«, erklärt Schulleiterin Hunn-Zimny. 

Der Vorteil ist Geld wert: Die Auszubildenden bei PIA werden anders als sonst vergütet. »Normalerweise müssen die Schüler die Ausbildung zum Erzieher selbst tragen, da kommt schon einiges zusammen. Hier ist das nicht so«, sagt Seebeck.

Voraussetzungen um auf der Schule für das BKST aufgenommen zu werden sind ein Realschulabschluss, die Versetzung in Klasse elf eines Gymnasiums (G9), die Versetzung in Klasse zehn eines Gymnasiums (G8), die Fachschulreife der Werkrealschule oder ein Hauptschulabschluss plus einer anschließenden Berufsausbildung. 

Info

Anmeldung

Es sind noch Plätze frei. Bis zum Schuljahresbeginn am 10. September können sich Interessierte für das Berufskolleg Soziales in Teilzeit (BKST) anmelden. Weitere Informationen können direkt bei der Maria-Furtwängler-Schule unter • 0 78 21 / 9 40 90 zu erfragen oder auf der Homepage der Schule zu finden.

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